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28.02.2008

P&I schickt Loga/400-Kunden weg

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Der Personalsoftwarespezialist reicht die AS/400-Software nebst 600 Anwenderfirmen an Infoniqa weiter.

Weil die Loga/400-Nutzer für die P&I AG aus Wiesbaden keinen Wert mehr darstellen, gibt das Softwareunternehmen sie an Infoniqa aus Wels in Oberösterreich ab. Loga/400, eine Entgeltabrechnungssoftware für den deutschen Markt, basiert auf der IBM-Midrange-Plattform "System i" (vormals AS/400) und wurde ursprünglich von IBM entwickelt. Der IT-Konzern hatte früher eine Reihe von AS/400-gestützten Business-Softwarepaketen für den Mittelstand im Angebot, trennte sich dann aber komplett vom Applikationsgeschäft. P&I schnappte sich damals die Software für das Personalwesen.

Fünf Jahre Wartungsgarantie

Nach Angaben von P&I wurde den Loga/400-Anwendern, als sie im Jahr 2000 von der IBM übernommen wurden, eine fünfjährige Wartungsgarantie zugesichert. Diese sei auch erfüllt und später erweitert worden. "Nach diversen Unruhen am Markt, die teilweise durch Mitbewerber geschürt wurden, haben wir im Jahr 2006 eine 18-monatige Wartungszusage abgegeben", so ein P&I-Sprecher. In einem Rundschreiben wurden die Kunden darüber informiert, dass eine eventuelle Abkündigung des Produkts mit 18 Monaten Vorlauf erfolgen würde. Vorausgegangen waren Spekulationen, P&I wolle die Wartung von Loga/400 beenden. "Es gibt keine Pläne, die Pflege des Produkts einzustellen", ließ sich der P&I-Vorstandsvorsitzende Vasilios Triadis noch im November 2006 zitieren. Zwar stoppt der Hersteller die Wartung nicht, reicht die Kunden aber an ein anderes Softwarehaus weiter.

Kernprodukt von P&I ist die Windows-Software "Loga", ein international einsetzbares Paket für Lohn- und Gehaltsabrechnung, Zeiterfassung und Personaleinsatzplanung. Es enthält auch ein Web-Portal für Mitarbeiter. Diese Lösung bietet P&I auch im Hosting-Betrieb an. Mit der Übernahme der Loga/400-Kunden vor rund acht Jahren hatte der Hersteller die Hoffnung verbunden, diese von dem moderneren Softwaresystem zu überzeugen. Gelungen ist dies zwar bei einigen Kunden, vor allem solchen mit internationalen Niederlassungen, denen das nur für das deutsche Personalwesen ausgelegte AS/400-System nicht mehr reichte. Die besagten 600 Softwarekunden ließen sich jedoch nicht zum Umstieg bewegen.

Loga/400 wird weiterentwickelt

Am Geschäft mit iSeries-Software hat P&I kein Interesse und verfügt hier auch nicht über Know-how. Die Pflege von Loga/400 hatte nicht P&I selbst, sondern die P&C Midrange GmbH (vormals P&I Midrange) aus Böblingen übernommen. P&I war jedoch Vertragspartner der besagten Anwenderunternehmen.

An den neuen Eigentümer Infoniqa gingen sowohl die Loga/400-Lizenzen als auch die Kundenverträge über. Infoniqa hatte schon zuvor Geschäftsbeziehungen zu P&I. "Als iSeries-Spezialist und langjähriger Partner der P&I AG bei der Betreuung von Lohnverrechnungssoftware sehen wir es als eine große Herausforderung an, den Loga/400-Kunden und -Partnern weiterhin einen guten Service zu bieten", so Siegfried Milly, Geschäftsführer der Infoniqa Holding. Das Unternehmen bietet mit "Engage" eine Software an, mit der Firmen eigene Personal-Management-Portale einrichten können. Infoniqa will Engage mit Schnittstellen zu Loga/400 ausstatten. Zudem hat Milly vor, die AS/400-Software weiterzuentwickeln, und zwar in Zusammenarbeit mit P&C Midrange, die nun im Auftrag von Infoniqa für die Pflege und Entwicklung des Altsystems sorgt. Gegenüber der computerwoche versicherte Milly, die Loga/400-Kunden nicht zu einer Migration auf ein hauseigenes Produkt zwingen zu wollen.

Infoniqa auf Einkaufstour

Die Infoniqa Group hat in den letzten Jahren unterschiedliche Softwareanbieter erworben, darunter den ERP-Hersteller r.z.w. Cimdata. Hinter der Firmengruppe steht der Investor Gamma Capital Partners.

"Entscheidend wird sein, dass Infoniqa die Loga/400-Kunden sowie die Betreuungspartner davon überzeugen kann, eine langfristige Strategie zu verfolgen", meint Gerhard Häge von Soft Consult Häge aus Langenau. Der Softwareexperte berät unter anderem eine Reihe von Loga/400-Anwendern. "Viele der besagten Loga/400-Nutzer hängen an ihrer Rechnerplattform und konnten oder wollten nicht auf andere Softwareprodukte wechseln." (fn)