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16.06.1989 - 

Nun werden auch Ausschreibungen der NASA und der Gesundheitsbehörde überprüft:

Pacificorp kämpft weiter um fairen Wettbewerb

WASHINGTON (IDG) - Die Untersuchung von Militär- und Behördenaufträgen, die die IBM begünstigen, zieht weiter Kreise. Nach den Ermittlungen bei der US-Navy werden nun auch die Ausschreibungen der NASA und der amerikanischen Gesundheitsbehörde (NIH) überprüft.

Wie berichtet, hatte die amerikanische Marine unter öffentlichem Druck die Vergabe des DV-Projekts in Höhe von 12 bis 14 Millionen Mark an Big Blue stornieren müssen (siehe auch CW Nr. 22 vom 26. Mai 1989). Die Ermittlungen über die Ausschreibung, die IBM in hohem Maße - so der Vorwurf der konkurrierenden Pacificorp Capital Inc. begünstigt hatte, sind mittlerweile nahezu abgeschlossen. Schon in Kürze soll es zu ersten Anhörungen kommen.

Der Mixed-Hardware-Spezialist Pacificorp hat damit einen Stein ins Rollen gebracht, der zu einer wahren Lawine werden könnte. Nun sind nämlich auch bestimmte Projektausschreibungen der NASA und der amerikanischen Gesundheitsbehörde (NIH) in die Schußlinie geraten. Aufgrund der Beschwerden von Pacificorp und anderen Konkurrenten des DV-Giganten hat jetzt der amerikanische Bundesrechnungshof (GAO) im Auftrag des Government Operations Committee im Repräsentantenhaus beide Institutionen davon unterrichtet, daß eine genaue Überprüfung in Form einer statistischen Erhebung ihrer Ausschreibungen über IBM-kompatible Ausrüstungen vorgenommen wird.

Die Pacificorp - als Sprecher der sich benachteiligt fehlenden Mitbewerber - beschuldigt NASA und NIH, ihre Ausschreibungen für IBM-kompatible DV-Projekte so gestaltet zu haben, daß nur Big Blue ein Angebot stellen konnte und somit allein für den Zuschlag in Frage kam. Stellt Pacificorp-President Sydney Wilson zum Fall NIH fest: "Eine Ausschreibung, die nur einen Bewerber anzieht, klingt nicht unbedingt nach fairem Wettbewerb." Im September letzten Jahres hatte die amerikanische Gesundheitsbehörde einen Zehn-Jahres-Kontrakt in Höhe von 600 bis 800 Millionen Dollar an den Armonker DV-Riesen vergeben; IBM war der einzige Bewerber für diesen Auftrag gewesen. Dazu Wilson: "Die Spezifikationen der Ausschreibung lasen sich wie eine Aufstellung von IBM-Produkten." Deshalb habe Pacificorp entschieden, an der Ausschreibung gar nicht erst teilzunehmen.

Joe Naughton, Chef der NIH-Rechenzentren, meinte hingegen, er habe alles getan, die Ausschreibung so zu gestalten, daß der Wettbewerb sichergestellt sei. Erwartet habe man deshalb auch mehr Angebote als das eine von IBM. "Bis zuletzt haben wir mit Offerten von Amdahl und Electronic Data Systems (EDS) gerechnet." Die Ausschreibung sei nämlich in vieler Hinsicht auf die Anforderungen dieser beiden Unternehmen zugeschnitten gewesen. Doch weder Amdahl noch EDS hätten sich gemeldet.

Ein EDS-Sprecher erklärte dazu, das anfängliche Interesse an diesem Projekt habe nachgelassen, nachdem man festgestellt hatte, daß es sich bei dem Auftrag um einen reinen Hardwarekauf und nicht um Systemintegration handelte. "Das Projekt hätte EDS nicht erlaubt, das zu tun, worauf es spezialisiert ist, nämlich innovative Systemlösungen zur Verfügung zu stellen." Bei der Hardware aber kann die IBM jeden Wettbewerber preislich unterbieten.