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28.01.2000 - 

Erste Eindrücke von Version 6.0

Painter: digitales Atelier mit ungewöhnlichen Maleffekten

Das Zeichen- und Bildbearbeitungsprogramm "Painter" von Meta Creations ist bei Illustratoren bis hin zu Modemachern aufgrund seiner besonderen Maleffekte sehr beliebt. Die Spezialität der Software besteht darin, dass der Eindruck steriler Computergrafiken weitgehend vermieden wird und die Zeichnungen recht natürlich anmuten. Heico Neumeyer* hat sich die in Kürze verfügbare Version 6.0 angesehen.

Das auf Windows und Macintosh laufende Painter 6.0 bietet nun erstmals Text, der frei formbaren Pfaden folgt. Ein Schriftzug umrundet zum Beispiel beliebige Motivteile, oder er bewegt sich auf einer frei geschwungenen Linie durchs Bild. Texteigenschaften wie Schriftart, Größe und Inhalt bleiben hier ebenso frei korrigierbar wie der Pfad selbst. Zeilen- und Buchstabenabstand sowie die Schrifthöhe lassen sich flexibel durch Ziehen an sogenannten Anfassern oder mit Schiebereglern für das jeweilige Bild einstellen.

Wesentlich vereinfacht wurde die Möglichkeit, Farbe mit plastischer Wirkung stark auftragend quasi auf das Bild zu spachteln. Auch bei vorhandenen Fotos lassen sich solche Pinselstriche noch ins Bild malen, indem man nur ein Pinselspuren-Relief aufmalt. In der "Negativ"-Einstellung eignet sich die Funktion zudem, um vorhandene Bilder einzufurchen oder scheinbar zu beschädigen.

Erstmals unterstützt Painter die "Intuos"-Grafikstifte von Wacom; Farbauftrag und andere Eigenschaften lassen sich damit per Drehrad am Grafikstift regeln. Painter 6 erlaubt zudem ein vielseitigeres Arbeiten mit der Maus. So steuert man etwa durch Änderungen von Geschwindigkeit und Richtung der Mausbewegung die Wirkung der Retusche. Hilfreich dabei ist eine völlig neue Technik für Pinselstriche. Sie verhindert generell die Bildung von Ecken beim Malen. Dieses Problem tritt mit allen Grafikprogrammen auf, vor allem bei schnellen Armbewegungen.

Die vielfältigen Pinselstriche des Programms lassen sich auch mit vorhandenen Fotos nutzen: etwa wenn eine Vorlage in ein neues, leeres Dateifenster "geklont" und dabei zum Beispiel Zeichenkohle, Filzstift oder Aquarellfarbe eingeschaltet wird.

Ungewöhnliche Effekte bietet Painter schon seit Jahren. Montierte Bildteile lassen sich zum Beispiel sehr naturalistisch durchreißen oder anbrennen. Einige Pinsel malen mit Feuer oder Neon, und natürlich kann man Bildteile gummiartig dehnen und knautschen.

Internet-Designer erhalten schon seit Version 5.5 zahlreiche fortgeschrittene Techniken. So schreibt das Programm in Graphics Interchange Format (GIF) animierte Trickfilme sowie "Image Maps" - also Bilddateien, die in einzelnen Bereichen unterschiedliche Hyperlinks zu anderen Internet-Seiten enthalten. Das Upgrade erzeugt zudem Rollover-Effekte, so dass sich ein Bildteil verändert, wenn der Mauszeiger darüber gerät. Das Programm trennt größere Bilder in Einzelsegmente auf, die erst auf der Site mit einer HTML-Tabelle wieder zusammengesetzt werden.

Obwohl die Kreativfunktionen des Programms kaum zu wünschen übrig lassen, hapert es immer noch an der Oberfläche. Zwar fassten die Programmierer von Meta Creations den Wildwuchs der Bildschirmpaletten in Oberpaletten zusammen, doch Objekt- und Maskenpalette zeigen immer noch keine Miniaturen. Die Windows-Version unterstützt außerdem nicht die rechte Maustaste. Selbst schlichte Befehle wie Scharfzeichnen oder Farbton-Verschiebung ziehen keine Sofortdarstellung am Originalbild nach sich - statt dessen muß man eine winzige Anzeige im Dialogfeld prüfen.

Fazit: Für kreativ arbeitende Grafiker ist Painter empfehlenswert - Version 6 bietet ihnen eine Reihe interessanter Arbeitsmittel. An die umständliche Oberfläche muss sich der Anwender gewöhnen, denn er findet nichts Vergleichbares. Für hochwertige Kontrastkorrektur und die übliche Bildbearbeitung sollte er jedoch zusätzlich Photoshop oder ein anderes Pixelprogramm installieren.

*Heiko Neumeyer ist Fachjournalist und Softwaretrainer für Bildbearbeitung in Gaißach, Oberbayern.