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Konsequenz der teilweisen Entmachtung

Palm-Chef Yankowski wirft das Handtuch

16.11.2001
MÜNCHEN (CW) - Der Chef des PDA-Anbieters Palm, Carl Yankowski, hat sich "in gegenseitigem Einvernehmen" von der Firma getrennt. Die Gründe für den Schritt liegen in der schlechten Entwicklung des Unternehmens und einem daraus resultierenden Kompetenzverlust von Yankowski.

Die vakante Position des Chief Executive Officer (CEO) übernimmt vorerst Eric Benhamou, der Chef des Kontrollrates und ehemalige 3Com-Boss, hieß es bei Palm. Nach Angaben des Unternehmens wird nun sowohl intern als auch extern nach einem Nachfolger gesucht. Der 53-jährige Yankowski war Ende 1999 in das Amt berufen worden. Vorher war er Chef von Sony Electronics sowie hoher Manager beim Sportartikelhersteller Reebok. Im offiziellen Statement hieß es, die befugnisse eines CEO bei Palm entsprächen nicht mehr Yankowskis Vorstellungen.

Für Beobachter kam die Meldung nicht überraschend. Benhamou und der Verwaltungsrat hätten in letzter Zeit eine zunehmend aktive Rolle gespielt. Gleichzeitig waren mehrere Yankowski-Getreue wie der frühere Software-Bereichsleiter Alan Kessler ausgetauscht oder versetzt worden. Zudem soll der geschasste Palm-CEO amerikanischen Presseberichten zufolge in der letzten Zeit über die körperliche Belastung durch die vielen beruflichen Flugreisen geklagt haben.

Abseits aller Spekulationen hat es Yankowski nicht verstanden, aus der Position des Marktführers bei Personal Digital Assistants (PDAs) Kapital zu schlagen. Palm hat ein finanziell katastrophales Jahr hinter sich, da die Nachfrage nach Mobilrechnern zu hoch eingeschätzt worden war und es die Company nicht schaffte, technisch mit dem Wettbewerb Schritt zu halten. Angekündigte Geräte und die Portierung auf leistungsfähigere ARM-Prozessoren verzögerten sich, Kunden stiegen zunehmend auf die Konkurrenzplattform "Pocket PC" von Microsoft um. Folglich rutschte Palm tief in die roten Zahlen und musste verglichen mit den Vorjahren sogar halbierte Quartalsumsätze bilanzieren.

Ergebnis der Management-Versäumnisse war, dass der Verwaltungsrat beschloss, das Softwaregeschäft von Palm in die rechtlich eigenständige "Platform Solutions Group" auszugliedern. Der Schritt soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. Yankowski hätte dann noch das Hardware-Business verantwortet - ein Bereich, dem Analysten deutlich weniger Potenzial für die Zukunft attestieren als dem Geschäft mit dem Betriebssystem "Palm OS" sowie dazugehörigen Programmen. Designierter Chef der Solutions-Gruppe ist Dave Nagel, der frühere Chief Technology Officer (CTO) des Telefonkonzerns AT&T. Er wird zusammen mit seinem Chief Operation Officer (COO) Todd Bradley und Finanzchefin Judy Bruner Mitglied eines Executive Council, das Benhamou nun in seinem Job als Interims-CEO unterstützen soll.

Wie das Unternehmen im neuen Jahr mit der Software-Division verfahren wird, ist noch unklar. Möglich wäre ein Verkauf an die Palm-Aktionäre, ein eigenständiger Börsengang sowie eine Beteiligung oder die Übernahme durch eine andere Firma. Im ersten Quartal (Ende: 31. August) 2002 erzielte Palm 214 Millionen Dollar Umsatz und einen operativen Pro-forma-Verlust von 59 Millionen Dollar. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatten die Einnahmen noch 401 Millionen Dollar bei einem operativen Pro-forma-Gewinn von 26,6 Millionen Dollar betragen. (ajf)