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28.09.2001 - 

Umsatz geht um 47 Prozent zurück

Palm schreibt rote Zahlen

MÜNCHEN (CW) - Der einstige Primus der Handheld-Branche Palm steckt in der Krise. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002 verbuchte das Unternehmen einen operativen Verlust von 38,7 Millionen Dollar beziehungsweise sieben Cent pro Aktie. Der Umsatz brach um 47 Prozent auf 214,3 Millionen Dollar ein. Ein Jahr zuvor hatte Palm noch 401 Millionen Dollar eingenommen.

Die am 20. September gemeldeten Zahlen liegen knapp unter den ohnehin bereits nach unten korrigierten Erwartungen der Analysten. Diese hatten einen Verlust je Anteilsschein in Höhe von neun Cent prognostiziert. Ein Jahr zuvor hatte der Handheld-Spezialist noch einen operativen Gewinn von 23,9 Millionen Dollar oder vier Cent pro Aktie verbucht.

Der im kalifornischen Santa Clara ansässige Hersteller sieht schwierigen Zeiten entgegen. Die Verantwortlichen rechnen auch im laufenden zweiten Geschäftsquartal, das traditionell als umsatzstärkster Jahresabschnitt gilt, mit roten Zahlen. Chief Executive Officer (CEO) Carl Yankowski macht die weltweit schlechte Konjunkturlage sowie das schwindende Vertrauen der Verbraucher für die schlechte Bilanz verantwortlich. So hätten vor allem die Terroranschläge in New York die Kunden verunsichert. Eine Prognose, wann der Handheld-Hersteller wieder schwarze Zahlen schreiben wird, will der Palm-Chef nicht wagen.

Die anhaltend schlechten Quartalszahlen zwingen Palm, die eisernen Reserven anzugreifen. Das Barvermögen der Company schrumpfte in den letzten Monaten von 518,3 auf 321,2 Millionen Dollar. Auch im Produktportfolio zeichnen sich Konsequenzen ab. So werde die Entwicklung des geplanten Wireless-Handhelds vorerst auf Eis gelegt. Analysten reagierten enttäuscht auf die reduzierte Technologieentwicklung des Handheld-Herstellers. Andere Vorhaben wie zum Beispiel die Portierung des Betriebssystems "Palm OS" auf die ARM-Prozessorarchitektur oder den Ausbau des Systems in den Bereichen Multimedia und Kommunikation werde man dagegen nicht stoppen, erklärt Yankowski.

Trotz der schlechten Zahlen versuchen die Palm-Verantwortlichen, Optimismus zu verbreiten. Yankowski verweist auf 170000 registrierte Entwickler für die Palm-Plattform, 11000 verfügbare Applikationen sowie eine weltweite Basis von 14,5 Millionen verkauften Geräten. Außerdem arbeiteten 69 Prozent aller Handhelds mit dem Palm-Betriebssystem. Der Palm-Chef verschweigt, dass davon nicht nur Palm profitiert, sondern auch Lizenznehmer wie zum Beispiel Handspring.

Allerdings sei der Konkurrenzkampf im Handheld-Markt härter geworden, räumt Yankowski ein. Das belegen auch die Zahlen der Marktforscher, die Palm in einem deutlich schlechteren Licht erscheinen lassen. Zwar verkaufte der Hersteller von April bis Juni 2001 nach wie vor die meisten Geräte. Der Marktanteil der Kalifornier sank aber im Vergleich zu den ersten drei Monaten dieses Jahres von 50,5 auf 32,1 Prozent. Großer Gewinner ist Compaq. Die Texaner konnten mit den "Ipaq"-Geräten ihren Marktanteil von 7,8 auf 16,1 Prozent mehr als verdoppeln.

Insgesamt verkauften die Hersteller in dem Erhebungszeitraum etwa 2,8 Millionen Handhelds. Das bedeutet einen Rückgang von 21 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres. Über die Strategie, wie dieses Tief überwunden werden könne, herrscht Uneinigkeit. Dataquest-Analyst Todd Kort rät den Herstellern, verstärkt um Unternehmensanwender zu werben. Yankowski dagegen kündigte an, dass sich Palm mehr als bisher im Consumer-Segment engagieren werde. Diese Strategie unterstreicht auch der jüngst vorgestellte neue Palm-Handheld "m125".

Neuer Midrange -Handheld m125

Der kurz vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen vorgestellte "m125" gleicht technisch seinem größeren Bruder, dem "m500". Das Gerät arbeitet mit einer auf 33 Megahertz getakteten "Dragonball"-CPU und ist mit 8 MB Speicher ausgestattet. Ferner besitzt der Handheld einen Steckplatz für Secure-Digital-(SD-)Speicherkarten. Anders als den eleganten m500 im Metallkleid bietet Palm den m125 mit einem Kunststoffgehäuse an. Wie bei den anderen Geräten der 100er Reihe lässt sich die schwarzgraue Standardoberschale gegen bunte Varianten auswechseln. Der m125 ist ab sofort für knapp 630 Mark zu haben.