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23.03.2001 - 

Nachzügler Palm mit SD-Erweiterung

Palm und Handspring präsentieren neue Handhelds

MÜNCHEN (wm) - Kurz vor der CeBIT hat Handheld-Pionier Palm drei neue Geräte vorgestellt und bringt endlich eine Erweiterungs-Schnittstelle. Unterdessen schließt Handspring, Palms schärfster Konkurrent auf der Palm-OS-Plattform, mit seinem neuen Edel-PDA weiter zu Palm auf.

Häppchenweise hat Palm seine neuen Produkte der Öffentlichkeit vorgestellt. Zunächst wurde der "m105" präsentiert. Es handelt sich dabei um eine erweiterte Variante des erfolgreichen Einsteigermodells "m100". Statt wie dieses über 2 MB verfügt der Neue über 8 MB Speicher für Daten und Anwendungen. Außerdem erhält der Käufer eine Dockingstation, die beim m100 fehlt, sowie eine Internet-Zugangssoftware. Um neue Käuferschichten zu erschließen, bewirbt Palm seine Billigmodelle als Lifestyle-Accessoire. Mit 14 dezenten bis schrillen Frontabdeckungen will man laut Pressetext speziell Frauen, Neu-Einsteiger und jüngere Käuferschichten ansprechen.

Das "Mobile Internet Kit" ermöglicht in Verbindung mit einem Handy mit Infrarot-Schnittstelle oder einem Modem drahtlosen Zugriff auf Internet-Inhalte, E-Mail oder SMS. Anwender können abgespeckte Web-Inhalte, die so genannten Web-Clippings, von Palm.net abrufen. Die an das kleine Bildschirmformat der PDAs angepassten Seiten stehen seit längerem bereits den Nutzern des ausschließlich in den USA erhältlichen Palm VII über Mobilfunknetze zur Verfügung. Derzeit existieren etwa 550 kostenlose Web-Clipping-Angebote. Die E-Mail-Software "Multimail" ermöglicht den mobilen Mail-Zugriff auf POP-3- und IMAP-4-Konten, und auch ein SMS-Client ist im Paket enthalten. Als Straßenpreis hat Palm 528 Mark angegeben.

Neue Akzente möchte der Marktführer mit den beiden Modellen "m500" und "m505" setzen, die rechtzeitig zur CeBIT vorgestellt wurden. Im Prinzip handelt es sich dabei um die Überarbeitung des Edel-Modells Vx, das Gehäuse wurde lediglich am oberen Ende etwas umgestaltet. Während der m500 über ein Monochrom-Display verfügt, hat Palm mit dem m505 den leichtesten Farb-PDA geschaffen: Der m500 wiegt 113 Gramm, der m505 mit 139 Gramm ist deutlich leichter als das bisherige Farbmodell IIIc. Die Akkulaufzeit soll dabei nach Herstellerangaben deutlich länger sein als bei anderen Farb-PDAs, wobei die optimistischen Herstellerangaben in Tests selten bestätigt werden.

Eine weitere wichtige Neuerung für Palm ist die Einführung einer Erweiterungs-Schnittstelle auf Basis des SD-(Secure-Digital-) Standards. Damit können beispielsweise Daten auf SD-Speicherkarten kopiert werden. SD wird unter anderem von der Musikindustrie unterstützt, da diese Medien Rechteverwaltung und eine kontrollierte, geschützte Distribution von Multimedia-Inhalten ermöglicht. Für Anwendungen, die über SD-Module vertrieben werden, verspricht Palm eine benutzerfreundliche vollautomatische Installation. Wie andere Hersteller erwartet auch Palm nach der Markteinführung eine Vielzahl von SD-Zusatzgeräten durch Drittanbieter, von Digitalkameras über Bluetooth-Module und Modems bis zu GPS-Erweiterungen. Der einzige Wermutstropfen für Palm-Fans ist, dass nun jeder Palm-OS-Anbieter auf einen eigenen Standard setzt. Wer sich bereits proprietäre Springboard-Module für Handsprings Visor gekauft hat, kann diese beim Umstieg auf einen Palm nicht mehr nutzen.

Voraussetzung für die SD-Schnittstelle war der Umstieg auf das neue Betriebssystem Palm OS 4.0. Es ermöglicht eine Reihe weiterer Neuerungen, so beispielsweise die native USB-Unterstützung für eine bis zu viermal schnellere Synchronisation mit dem PC. Statt der 256 Farben des Palm IIIc sind jetzt 65 536 Farben (16 Bit) möglich. Neu bei der m500-Reihe ist auch der Attention-Manager, der in Anwendungen verschiedene Arten des Alarms ermöglicht, mittels Klang oder Vibration.

m505 mit SD-Card und Farbe

Nach Handspring ist nun auch Palm auf die schnelleren Dragonball-Prozessoren mit 33 Megahertz Taktfrequenz umgestiegen. Im Gegensatz zum m100/m105 sind die 500er mit 4 MB Flash ROM ausgestattet, was ein nachträgliches, allerdings kostenpflichtiges Update des Betriebssystems erlaubt. Ärgerlich ist, dass der Hersteller mit dem m500/m505 schon wieder ein neues Steckerformat für die Synchronisations-Schnittstelle eingeführt hat. Besitzer eines Vorgängermodells können ihre alte Zusatzhardware wie Tastatur oder Modem nicht mehr weiterbenutzen und müssen sich neue Versionen anschaffen. Immerhin beteuerten Vertreter von Palm bei der Präsentation der Geräte, dass man nun zum letzten Mal das Format geändert habe.

Die neuen PDAs werden mit einiger zusätzlicher Software ausgeliefert, so beispielsweise mit der "MGI Photo Suite Mobile Edition" zur Bildbearbeitung, "Data Viz Documents To Go 3.0" zum Betrachten von Dokumenten und Tabellen und dem "Palm Reader" für elektronische Bücher. Neu ist auch die Desktop-Software in der Version 4.0 für Windows zum Synchronisieren. Der m500 soll 999 Mark, der m505 stolze 1199 Mark kosten.

Ebenfalls pünktlich zur CeBIT hat Palm-Lizenznehmer Handspring das neue Topmodell seiner "Visor"-Familie vorgestellt. Der "Edge" kommt erstmals im schicken Metallgehäuse daher, und zwar in den Farben Silber, Blau und Rot. Das Gerät misst 1,1 x 7,9 x 11,9 Zentimeter bei einem Gewicht von 136 Gramm. Zur Stromversorgung dient wie beim "Visor Prism" ein Lithium-Ionen-Akku, der über die USB-Dockingstation aufgeladen wird und vier Wochen durchhalten soll. Das Display ist monochrom, als Prozessor kommt die schon in den Modellen "Platin" und "Prism" verbaute 33-Megahertz-Variante des Dragonball-Chips zum Einsatz. Für Daten und Anwendungen stehen 8 MB Speicher zur Verfügung. Die flache Bauweise zwang den Hersteller zu gewissen Kompromissen: Im Unterschied zu den übrigen Visor-Modellen lassen sich die "Springboard"-Erweiterungen nur über einen zusätzlichen Adapter auf der Rückseite andocken, und auch der Eingabestift wird nicht im Gerät, sondern seitlich verstaut.

Handspring mit Edel-Visor

Der Visor Edge arbeitet mit dem Palm-OS in einer von Handspring modifizierten Version 3.52H, die - wie bei Handspring üblich - fest ins ROM gebrannt und damit nicht Update-fähig ist. Handspring hat gegenüber seinen bisherigen Produkten zwei Neuheiten integriert: einen geräuschlosen Alarm (dabei blinkt eine LED in der unteren rechten Ecke des Geräts) sowie "Fast Lookup", bei dem man allein mit den Anwendungstasten durchs Adressbuch navigieren kann. Das Display wurde laut Hersteller in puncto Kontrast deutlich verbessert. Im deutschen Fachhandel soll der Edge ab April für zirka 1000 Mark erhältlich sein.

Jornada 525 und 710: Hewlett-Packard speckt seine PDAs ab

Bisher galten die Pocket-PC-Geräte als der Palm-Plattform überlegen, jedoch zu teuer für den Massenmarkt. Während Palm-PDAs bei Discountern bereits ab 300 Mark zu haben sind, liegen die Einstiegspreise der auf Windows CE 3.0 basierenden Pocket-PCs derzeit um die 1000 Mark. Mit einer CeBIT-Neuheit, dem "Jornada 525", adressiert nun Hewlett-Packard das mittlere Preissegment. Dabei hat HP kein neues Gerät entwickelt, sondern lediglich seine bewährte 540er Reihe mit einigen kostengünstigeren Bauteilen ausgestattet. So hat man beispielsweise das teure High-Colour-LC-Display gegen eines mit 256 Farben ausgetauscht.

Für die große Masse der Anwender dürfte die Frage der Farbtiefe aber ohnehin eine untergeordnete Rolle Spielen. Ärgerlicher ist da schon eine andere Sparmaßnahme: Statt über eine Dockingstation mit USB-Schnittstelle wird die PC-Verbindung nun lediglich mit einem langsamen seriellen Kabel hergestellt. Ein Backup wird hier zur Tortur. Das solide schwarzen Metallgehäuse des "Jornada 545/548" musste einem silberfarbenen Kunststoffgehäuse ohne Klappdeckel weichen. Immerhin sank dadurch das Gewicht von 260 auf 230 Gramm. Bei der übrigen Ausstattung gleicht der 525 dem 545. Als CPU kommt ein Hitachi SH3 mit 133 Megahertz zum Einsatz, 16 MB SDRAM dienen als Arbeits- und Programmspeicher. Das Betriebssystem inklusive Microsofts reichhaltiger Pocket-Programmsuite, die unter anderem Pocket Word und den Pocket Internet Explorer umfasst, residiert im (nicht flashbaren) 16-MB-ROM. Für Erweiterungskarten ist ein Slot im populären Compact-Flash-I-Format vorhanden.

HP liefert auch noch eine Reihe zusätzlicher Software wie den "Yahoo Messenger" oder einige Multimedia-Programme auf CD mit. Der Handheld soll ab Mitte April verfügbar sein, der Listenpreis beträgt 799 Mark. Die Marketing-Strategen im Palm-Lager mit seinen technisch überholten und teilweise deutlich teureren Farb-PDAs dürften angesichts solcher Angebote zunehmend in Argumentationsnöte geraten, zumal die Pocket-PCs in den letzten Monaten Marktanteile gewinnen konnten.

Eine weitere Light-Version liefert HP mit dem "Jornada 710". Der Handheld-PC mit Tastatur ist baugleich mit dem vor einigen Monaten vorgestellten "Jornada 720", verzichtet jedoch auf ein eingebautes Modem. Aufgrund seiner Steckplätze für Compact Flash Typ I und PC-Card Typ II können jedoch verschiedene externe Kommunikationsgeräte eingesetzt werden. Der mit dem Windows-CE-3.0-Derivat "Handheld PC 2000" betriebene Rechner ist mit einer Reihe von Anwendungen ausgestattet, darunter Pocket Powerpoint oder Pocket Access. Als Listenpreis hat HP 1699 Mark angegeben.