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09.11.2004

Palmone zweifelt an Palm OS

Der PDA-Anbieter liebäugelt mit Linux beziehungsweise Windows Mobile, um den Smartphone-Markt besser bedienen zu können.

Der Hersteller von persönlichen digitalen Assistenten (PDAs) Palmone steht nicht mehr uneingeschränkt hinter dem Betriebssystem "Palm OS". Angeblich prüfen Fachleute der Firma bereits alternative Plattformen wie Microsofts "Windows Mobile" sowie Linux. Noch ist jedoch nicht klar, ob der Hersteller tatsächlich Geräte mit anderen Betriebssystemen auf den Markt bringen wird.

Palm OS wird von dem eigenständigen Anbieter Palmsource entwickelt und vertrieben, der bis vor etwa einem Jahr noch eine Abteilung des PDA-Anbieters war. Die Abspaltung sollte dem Betriebssystem zu größerer Verbreitung verhelfen, doch nach wie vor ist Palmone der wichtigste Kunde. Dementsprechend quittierte die Börse die Ankündigung des PDA-Herstellers, andere Softwarelieferanten in Betracht zu ziehen, mit einem Rückgang des Palmsource-Aktienkurses um zehn Prozent. Die Softwareschmiede musste in diesem Jahr schon einmal einen Dämpfer verkraften: Lizenznehmer Sony hatte Mitte des Jahres angekündigt, seine Palm-OS-gestützten PDAs künftig nicht mehr international, sondern nur noch in Japan anzubieten.

Palmsource in der Kritik

Unzufriedenheit mit dem Fortgang der Betriebssystem-Entwicklung bei Palmsource bewog Palmone offenbar, nun über den Tellerrand zu schauen. Derzeit arbeitet das Softwarehaus mit Hochdruck an der Version 6 von Palm OS (Codename: "Cobalt"). Ob es in zukünftigen Palm-Produkten Verwendung findet, darauf will sich Palmone-President Ed Colligan nicht festlegen. Viel wird davon abhängen, inwieweit Cobalt Telefoniefunktionen abdeckt. Da das verfügbare Palm OS 5 solche Features nicht bietet, hatte Palmone die Systemsoftware in Eigenarbeit erweitert und damit das unlängst vorgestellte Smartphone "Treo 600" bestückt. Mit dem Treo reagierte Palmone auf den Trend, dass Kunden vermehrt intelligente Telefone statt reine PDAs wünschen.

Doch möglicherweise spielen nicht nur technische Überlegungen eine Rolle für Palmones Betriebssystem-Strategie. Eine Windows-basierende Systemsoftware würde vor allem Kunden ansprechen, die einen Zugriff auf von Microsoft geprägte IT-Systeme wünschen. Dieser Klientel will sich Palmone ohnehin stärker zuwenden: Der künftige Treo 650 wird es Anwendern von Microsofts "Exchange Server" erlauben, direkt auf ihre Postfächer zuzugreifen. Solche Funktionen sind derzeit gefragt: Unter anderem der bequeme Zugang zu E-Mails hatte dem konkurrierenden "Blackberry" des Herstellers Research in Motion (RIM) zum Siegeszug verholfen.

Kosten sparen mit Linux

Für Linux als Palm-OS-Alternative sprechen unter anderem Kostenargumente. Andere PDA-Hersteller verwenden das Betriebssystem bereits. Da für den Code keine Lizenzgebühren anfallen, könnte sich Palmone entsprechende Zahlungen an Palmsource sparen. Das Softwarehaus verdient an jedem verkauften PDA mit, die Einnahmen liegen bei mindestens 50 Millionen Dollar. Allerdings läuft dieser Vertrag 2006 aus.

Beobachter rechnen fest damit, dass der PDA-Hersteller nicht auf Palm OS allein setzen wird. "Palmone wird sich nach anderen Betriebssystem-Partnern umsehen, wobei diese Initiative entweder global oder auf eine bestimmte Region ausgerichtet sein wird", prophezeit Neil Mawston, Analyst beim britischen Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics (http:// www.strategyanalytics.com/) im Gespräch mit der computerwoche. Palm-Systeme (PDAs sowie Smartphones) seien besonders in den USA erfolgreich, während Microsoft-gestützte Bonsai-Rechner in Europa vorn lägen. Bezogen auf den weltweiten PDA-Absatz erwartet Mawston einen Rückgang des Anteils von Palm von 49 Prozent heute auf 43 Prozent im Jahr 2009. (fn)