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14.12.2001 - 

Unterstützung für ARM-Prozessoren kommt im Frühjahr

Palms geheime Betriebssystem-Pläne enthüllt

MÜNCHEN (hi/ave) - Die Spekulationen um die Palm-Zukunft haben ein Ende. Gegenüber der CW enthüllte Eric Benhamou die noch geheime Palm-Produktstrategie. Potenzielle Käufer eines Palm-OS-basierenden Endgeräts sind momentan gut beraten, abzuwarten, denn das Jahr 2002 verspricht grundlegende Verbesserungen beim Palm-Computing.

Er war zu Beginn seiner jungen Geschichte der Mercedes unter den Handhelds - der Palm. Doch im Zuge des allgemeinen Marktabschwungs und aufgrund interner Management-Fehler verlor der Shooting-Star von einst viel von seinem Glanz. Neue Produkte von Handspring sowie das wiedererstarkte Lager der Windows-gestützten PDAs stahlen dem Marktführer auf technologischer Ebene in Sachen Multimedia-Fähigkeit oder bei Zusatzgeräten die Show.

Know-how von BeDen technologischen Anschluss an die Konkurrenz will Eric Benhamou, Interims-CEO bei Palm, mit der nächsten Generation des Palm-Betriebssystems "Palm OS" zurückgewinnen. Das hierzu erforderliche Know-how hat die Company erst jüngst mit der Übernahme von Be zugekauft. Das Systemsoftwareteam von Be soll das Palm OS gründlich auf Vordermann bringen. Angesichts dieser Pläne gewinnt der CEO der momentanen Marktkrise sogar positive Apskete ab, "denn sie bot uns die Möglichkeit, ein hervorragendes Unternehmen für wenig Geld zu kaufen". Zu den Assets, die Benhamou an der Be-Kompetenz besonders schätzt, zählen etwa ein schneller, geschützter Multitasking-Kernel, ein Multimedia-Framework oder Netzwerk-Stacks für WANs und WLANs. Komponenten, die Palm einer noch geheimen Roadmap zufolge nach und nach in das Betriebssystem der PDAs einfließen lassen will.

Allerdings ist das PDA-Betriebssystem künftig nur noch ein Standbein für die Company, "denn im Frühjahr 2002 werden wir das erste Palm-Betriebssystem für ARM-Prozessoren ausliefern", so CEO Benhamou. ARM-Prozessoren sind die CPUs, die in der Mobilfunkindustrie standardmäßig als Herz der Handys und Smartphones verwendet werden. Anwender, die angesichts dieser gravierenden Änderungen um die Investitionen in ihre bereits vorhandene PDA-Software fürchten, beruhigt der Manager: "Wir werden eine Rückwärtskompatibilität zu den bereits vorhandenen Applikationen der früheren OS-Generationen gewährleisten."

Um die unterschiedliche Herstellerklientel, die das Betriebssystem für eigene Produkte in Lizenz nimmt, adäquat zu bedienen, sieht die Roadmap künftig zwei, wie es Benahomu bezeichnet, "Codedrops" pro Jahr vor: einen für die Smartphone-Produzenten und einen für die PDA-Hersteller. Als wesentliche Eckpunkte hat Palm dabei vor allem Verbesserungen in Sachen Communication, Sicherheit, Multimedia, Networking, Organisation und Mobile-Desktop in der Pipeline. Bereits im Frühjahr 2002 will das Unternehmen dabei mit neuen Features wie einer verbesserten Sicherheit, WLAN-Unterstützung sowie dem Support für leistungsstärkere Displays aufwarten. Die Optimierung dieser Bildschirme ist laut Benhamou vor allem bei Industrieanwendungen sowie beim Einsatz in Spielgeräten von Bedeutung. Eine weitere Neuerung dürfte ebenfalls das Plazet vieler Palm-User finden: Die nächste Betriebssystem-Generation unterstützt "Soft Graffiti". Damit, so der Manager, "sind die Anwender nicht mehr wie bisher beim Palm auf eine festdefinierte Fläche für die Handschriftenerkennung angewiesen".

Speicherschutz für KernelObige Features sind jedoch nur ein erster Schritt in der Weiterentwicklung des Palm OS. In weniger als einem Jahr, das verspricht zumindest CEO Benhamou, "warten wir dann mit einem vollen Speicherschutz für den Systemkernel auf". Ferner ist innerhalb dieses Zeitrahmens die Fertigstellung eines API-Satzes für die Telefonie geplant, womit dann zumindest die PDAs in Sachen Funktionsumfang mit den Smartphones gleichziehen könnten. In Sachen Multimedia nennt die Roadmap einen Video- und Audio-Player als nächste Entwicklung.

All diese Betriebssystem-Funktionen, so die Business-Strategie von Palm, sind dabei nicht auf die eigenen Produkte beschränkt. "Unser Geschäftsmodell ist es, Palm OS auf breiter Front anderen Unternehmen zu lizenzieren", betont Benhamou.