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03.10.2003 - 

Hilfestellung für Entwickler

Palmsource feilt an neuem OS

MÜNCHEN (pg) - Der Wettrüsten der Betriebssysteme für mobile Endgeräte geht weiter. Die Palm-Tochter Palmsource will Ende des Jahres "Palm OS 6" freigeben und damit Symbian und Microsoft toppen. Dabei schielt das Unternehmen vor allem auf die Bedürfnisse der Carrier.

Wer glaubte, Palmsource werde in München die Geheimnisse um das kommende Betriebssystem Palm OS 6 lüften, sah sich getäuscht. Sowohl CEO David Nagel als auch der erst kürzlich für das Betriebssystem angeheuerte Chief Product Officer Larry Slotnick gaben sich zugeknöpft und nannten nur wenige Details. Der Nachfolger von Palm OS 5 soll Nagel zufolge am 29. Dezember für die Entwicklerschar zur Verfügung stehen. Mit ersten am Markt verfügbaren Anwendungen auf Basis der Neuentwicklung rechnet Palmsource Mitte kommenden Jahres.

Funkgestützte Synchronisation

Für die Verschwiegenheit dürfte es zwei wesentliche Gründe geben. Erstens will sich Palm von Microsoft, seinem Hauptkonkurrenten im Handheld-Bereich, möglichst wenig in die Karten schauen lassen. Zweitens möchte das Unternehmen verhindern, dass durch eine Diskussion über das neue Betriebssystem das alte schlecht geredet und die Lizenznehmer wie Sony irritiert werden. Das scheint besonders derzeit kritisch zu sein, da Palm mit seinem aktuellen OS im Smartphone-Segment Fuß fassen will. "Wir werden im Smartphone-Markt ein ebenbürtiger Anbieter neben Symbian und Microsoft", sagte Nagel. Tatsächlich hat das Unternehmen mit dem "Treo 600" jetzt ein solches Device vorgestellt, das unter Palm OS 5 läuft. Allerdings ist das aktuelle Betriebssystem, wie Palmsource selbst einräumt, nicht in dem Maße für Sprachkommunikation und Multitasking ausgerichtet wie das Kommende. Netzbetreiber könnten sich deshalb bei der Vermarktung Palm-basierender Smartphones zurückhalten.

Mit der Plattform Palm OS 6 will der Hersteller in der Tat dem gesamten Spektrum mobiler Endgeräte vom PDA über Telefone, E-Mail-Devices, Industrieterminals bis hin zu Wearables wie Uhren oder MP3-Playern gerecht werden. Ziel ist es, insbesondere den Bedürfnissen der Carriern stärker zu entsprechen. Das soll vor allem dadurch geschehen, dass Palm OS 6 die Kombination von Sprache und Daten sowie die Entwicklung von Services und Anwendungen unterstützt, die mehr Verkehr auf den Netzen der Carrier erzeugen. Zu solchen Diensten zählen zum Beispiel Location Based Services, aber auch automatische Alarmmeldungen und Updates. Besonders wichtig ist nach Ansicht Nagels der Support für Wireless Downloads und die Möglichkeit, Applikationen per Mobilfunk zu kaufen und zu laden. Ein weiteres Feature ist die funkgestützte Synchronisation zwischen PC und Handheld.

Alle diese Anwendungen soll Palm OS 6 durch eine völlig neu konzipierte Telefoneinheit unterstützen. Das Betriebssystem wird laut Slotnick ferner Multiprocessing- und Multithreading-fähig sein, Sicherheitsbelange stärker berücksichtigen, eine leistungskräftigere Grafik- und Multimedia-Engine besitzen und kompatibel zu seinen Vorgängerversionen sein. Außerdem soll OS 6 über eine modulare Kommunikationsarchitektur verfügen, die es den Lizenznehmern erlaubt, Funktionen je nach Anforderung ihrer Produkte auszuwählen.

APIs werden vereinheitlicht

Da Palmsource mit seiner Entwicklung unterschiedliche Hardwarekategorien anspricht, besteht, wie Slotnick einräumt, die Gefahr einer Fragmentierung bei den Programmier-Schnittstellen (APIs). Die Company will deshalb versuchen, einer solchen Diversifizierung durch die rechtzeitige Definition von APIs in Absprache mit den Lizenznehmern vorzubeugen. Außerdem plant die Firma, die Software Development Kits der Lizenznehmer für Entwickler auf ihrer Website zu dokumentieren und ein Regelwerk für die Entwicklung kompatibler Produkte zu liefern. Mit "Dynamic Input Area" und "High Density" sind bereits einheitliche APIs für das Graffiti und die Auflösung des Displays festgeschrieben worden. In den Bereichen der einhändigen Navigation, des Networking, alternativer Eingabemethoden, der Bildschirmrotation sowie erweiterter Speichermethoden sollen weitere folgen.