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30.03.1984 - 

Semicon heizte Nachfragesituation an - Zuspitzung erwartet

Panikkäufe bestimmen Halbleitermarkt

MÜNCHEN (CW) - Dramatisch spitzt sich derzeit die Situation auf dem Halbleitermarkt zu. Panikkäufe sind kennzeichnend seit der jüngsten "Semicon Europa" in Zürich. Branchenkenner charakterisieren den "Run" auf Halbleiter-Equipment und -Material mit den Worten: "Wir müssen eher den Werkschutz verstärken als den Vertrieb, denn man rennt uns die Türen ein." Und ein Ende ist nicht abzusehen. Statt dessen glauben Insider an eine Eskalation - nach der Semicon West im Mai in San Mateo, Kalifornien.

Die Lieferzeit für Halbleiter-Fertigungslinien beträgt derzeit günstigstenfalls sechs bis acht Monate, bei wachsender Nachfrage wird sie sich weiter verlängern. Weitere sechs Monate sind für das Aufstellen neuer Produktionsanlagen notwendig. Der Fertigungsdurchlauf bis zum ersten Ausstoß dauert weitere drei bis vier Monate, so daß etwa zwei Jahre vergehen, bis ein Hersteller erhöhte Mengen aus den erweiterten Kapazitäten auf den Markt bringen kann.

Angeheizt wird die Situation durch den Speicherchip 64 K RAM, der derzeit am Weltmarkt nur in kontingentierten Mengen und dann auch nur nach sechs bis acht Monaten Lieferzeit zu bekommen ist. Der Bedarf verdreifachte sich 1983 gegenüber dem Vorjahr auf 300 bis 350 Stück. Wer am Spotmarkt einkauft, muß mit Preisen bis zehn Dollar rechnen. Der Durchschnittspreis liegt bei vier Dollar. Allerdings schätzen Experten, daß der Preis 1986 auf zwei Dollar fallen wird. Denn die Mengen, die dann von den inzwischen installierten Kapazitäten auf den Markt geworfen werden, sollen den Preis drücken. Außerdem wird der Chip der nächsten Generation, der 256 K mit vierfacher Speicherleistung, an Bedeutung gewinnen.

Um bei einem Preis von zwei Dollar wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Hersteller ihre Ausbeuten kräftig erhöhen. Bislang werden bis zu 60 Prozent der 64-K-Produktion als Ausschuß aussortiert. Die Ausbeute (Yield) von 40 auf 60 Prozent zu erhöhen, ist das angepeilte Ziel. Da aber die Yield auf den bestehenden Linien ausgereizt ist, geht das nur mit neuen Anlagen.