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Um die SAA-Unsicherheit zu überbrücken:


18.12.1987 - 

Pansophic setzt Hoffnung auf /38-Strategie

LONDON (qua) - Die Ankündigung der Systems Application Architecture (SAA) durch die IBM spaltet die Software-Branche derzeit in zwei Lager. Liebäugeln viele Programmschmieden inzwischen mit dem herstellerunabhängigen Betriebssystem Unix, klammern sich andere weiterhin an die Zusagen des Branchenriesen. Der US-Anbieter Pansophic Systems Inc. setzt nun auf das System /38 - in der Erwartung, daß die in Aussicht gestellte Nachfolgemaschine in das SAA-Konzept eingebunden wird.

"Möglicherweise allzu optimistisch", wie er selber einräumt, gibt sich Jim Emerson, Vice-President des in Oak Brook bei Chicago beheimateten Softwarehauses. Obwohl nach Meinung von Branchenkennern die Midrange-Systeme /34, /36 und /38 bereits totgesagt sind, will Pansophic jetzt genau diesen Markt mit einer Reihe neuer Produkte, unter anderem einer Version des Anwendungsgenerators "Telon", versorgen.

Diese Strategie zielt laut Emerson gleichzeitig auf das künftige Portabilitätskonzept des Marktführers. Wie das konkret aussehen wird, ist allerdings auch dem Pansophic-Vize noch schleierhaft: Zwar habe die IBM alle Software-Entwickler eingeladen, an der Konkretisierung von SAA mitzuwirken. "Aber", klagt Emerson, "wir wissen nicht mehr als jeder andere auch." Auf der anderen Seite will der Software-Anbieter jedoch nicht "fünf oder zehn Jahre darauf warten, bis die SAA-Strategie voll realisiert wird", so Terry Wilcox, Systems Life Cycle Consultant bei der britischen Niederlassung.

Einig ist sich das Pansophic-Management in der Beurteilung der SAA-Ankündigung als Marketing-Schachzug. Dazu Karl-Heinz Purcz, Manager Marketing Support in der Pansophic Systems GmbH in Neuss: "Plötzlich wird aus einer bis dahin schwer verkäuflichen Software ein strategisches Produkt. Insbesondere der Umsatz des IBM-Entwicklungssystems "CSP" sei dadurch erheblich angestiegen. Hier hofft Pansophic, Big Blue einige Marktanteile entreißen zu können. Das eigene 4GL-Produkt "Telon" habe für den Anwender nämlich eine Reihe von Vorteilen gegenüber "CSP". Vor allem generiere es keinen Pseudo-Code; deshalb sei die fertige Applikation unabhängig vom Generator ablauffähig.

Wilcox spekuliert, daß "die IBM das SAA-Konzept als Antwort auf die DEC-Erfolge in der abteilungsbezogenen und der verteilten Datenverarbeitung entwickelt hat". Und einen weiteren wichtigen Aspekt der SAA-Strategie arbeitet Vice-President Emerson heraus: Ein /38-Anwender lasse sich leichter von der Notwendigkeit einer Mainframe-Investition überzeugen, wenn die IBM ihm verspreche, daß er seine Anwendungssoftware ohne allzu großen Aufwand "mitnehmen" könne.

Warum Pansophic ausgerechnet in dieser Klientel ein Potential für den Ausbau seiner Marktpräsenz sieht, verdeutlicht ein weiteres IBM-Announcement das zur Zeit die Gerüchteküche am Brodeln hält: die "Silverlake" oder "Phoenix", die die Vorteile der Systeme /38 und /36 in sich vereinen sollen.

Die Migration von der alten /38 auf den Nachfolgerechner wird nach Meinung der Pansophic-Manager unproblematisch sein, außerdem habe Big Blue in Aussicht gestellt, daß die neue Maschine, wenn erst einmal verfügbar, in das SAA-Konzept eingebunden werde. Und wenn diese Rechnung nicht aufgeht? Orakelt Purcz: "Dann bekommen wir Probleme - aber IBM ebenso. Denn in diesem Fall, so der Marketing-Spezialist, würden einige Anwender sich sicher überlegen, ob es nicht noch andere Hardwareproduzenten gebe.

Zusätzlich zur /38-Strategie kündigt Pansophic für das kommende Jahr die Marktfreigabe eines einheitlichen Data-Dictionary für seine Produkte an. "Pan/RD" entspreche den amerikanischen Data-Dictionary-Standards, die mit einiger Sicherheit demnächst auch von der ISO anerkannt würden. Das in Aussicht gestellte Repository der IBM, so Emerson, lehne sich voraussichtlich ebenfalls an diese Norm an. "Pan/RD" soll lediglich als Bestandteil der Pansophic-Produkte verfügbar sein.