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25.08.1978 - 

Hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit führt an die mechanische Grenze:

Papier als Durchsatzproblem beim Laser drucken

NÜRNBERG/MÜNCHEN- "Fünfzig Prozent unseres Umstellungs-Aufwands auf Laserdrucker entstehen durch das Papier", faßt Volkmar Kraft RZ-Chef bei der Datev, die Erfahrungen aus zwölf Monaten Laserdruck zusammen. Zwar sind die größten Probleme, etwa reißendes Papier und Ablageverhalten, inzwischen weitgehend durch qualitativ besseres Papier ausgemerzt, doch nach wie vor "ist die Suche nach dem zweckmäßigsten Papier ein permanentes Spiel, das bis heute anhält" sagt Kraft und pointiert: "Wir sind noch nicht soweit, daß wir sagen können, diese Spezifikation, von dieser Hersteller, und wir haben unsere Ruhe."

Monat für Monat verarbeitet die Datev etliche Tonnen Papier. Und vor allem das Mengenproblem ließ papiertypische Eigenheiten augenscheinlich werden: Selbst wenn sich der Formulardrucker der gleichen Papiermühle als Vorlieferanten bediente, schwankte die Qualität des für die Datev-Laserdrucker bestimmten Papieres. Wobei die unterschiedlichen Systeme - das Nürnberger Rechenzentrum der Steuerberater setzt sowohl den Siemens- wie auch den IBM-Laserdrucker ein - für weitere Durchsatzprobleme sorgten. So kam es bei der Datev vor, daß der IBM-Drucker das verwendete Papier korrekt gefaltet abgelegt hat, der Siemens-Drucker aber nicht.

Es zeigte sich, daß solche ärgerlichen Verstopfungen allein dadurch entstehen können, daß der Papier-Transport zu lange unklimatisiert durch die Gegend (...)aukelte oder die Rollen irgendwo in einer geheizten Ecke standen. Und mit dem Feuchtigkeitsgehalt verändert sich beim Papier auch die Verarbeitbarkeit.

Klar: Das Papier wird im Laserdrukker ziemlich vergewaltigt. Beim Einbrennen der Schriftzeichen wird es immerhin auf 180 Grad aufgeheizt und es ist dann auch knalltrocken, wenn es aus dem Drucker kommt. Dadurch gibt es auch beim Transport durch die Nachbearbeitungs-Anlage eine heftige elektrostatische Aufladung, gegen die sich die Datev mit Antistatik-Sprays behalf. Sie wurden in die Nachbehandlungsphase integriert und haben zumindest dieses Problem beendet.

Auch die Reißprobleme sind behoben, seitdem auf Anraten des Papier-Lieferanten, der in jeder Phase eng mit der Datev zusammengearbeitet hat, 70-Gramm-Papier, statt dem vorher verwendeten 65-Gramm-Papier, verwendet wird. Für die Papierhersteller, die der EDV ja bislang "sorgenfreies Zubehör" lieferten, waren Laserkunden bisher ganz offensichtlich einigermaßen problematisch: Da es zudem Usus ist, nicht druckfähige Sendungen kurzerhand an den Lieferanten zurückzuschicken, mußten sich die Papierhersteller schon was Kooperatives einfallen lassen. Freilich: Laserdruck erhöht den Papierdurchsatz - und so bleibt auch für die Papierlieferanten, durch erhöhten Mengenumsatz, etwas haften.

Lobend erwähnt Kraft, daß bei allen Zwischenfällen, etwa wenn sich das Papier um die Tonerwalze gewickelt hat oder in die Einbrennstation gezogen wurde, die EDV-Hardware selbst sehr schnell in Schuß zu bringen war. Allerdings: Während früher ein Mann drei Drucker beaufsichtigte, war während der Umstellungs-Phase sehr oft ein Mann von einem einzigen Laserdrucker beschäftigt. So lautet Krafts Resümee: "Papier war kaum ein Problem, das unsere Durchsatzraten tangierte. Jetzt ist es eines."

Doch insgesamt glaubt der Datev-Mann, daß der Papierbedarf weiter steigen wird.

Die Nürnberger selbst haben erst 50 Prozent ihrer Anwendungen auf die Laserdrucker genommen: Zum Beispiel Kontenlisten. Erst im nächsten halben Jahr sollen auch Lohnauswertungen auf die Druckfabriken gelegt werden.

Bei der Datev wäre die Alternative gegen steigenden Papierverbrauch Mikrofilm. Doch, so Kraft: "Überall dort, wo nachbearbeitet werden muß, wo noch mal ein Eintrag oder einfach eine Notiz nötig wird, hat Papier bei unseren Anwendungen seine Vorteile."