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11.12.1974

Papierpreiserhöhungen

Die steigenden Papierkosten im letzten Jahr machen auch vor dem EDV-Budget nicht halt. Tagtäglich werden tonnenweise Outputlisten mit unzähligen Kopien für die einzelnen Sachbearbeiter gedruckt, unterschiedliches und unüberschaubares Fomularwesen in den einzelnen Unternehmungen - laut Gerhard Karck noch wesentlich teuerer als Endlospapier - verursachen in letzter Zeit eine gewaltige Kostenexplosion zu lasten der EDV-Budgets.

Gerade in letzter Zeit steht die Diskussion des Problems "Kostensparen" wieder im Vordergrund. Wo sind Alternativen zu suchen, um die ständig steigenden Preise abzufangen.

CW befragte diesmal in der wöchentlichen Blitzaktion Anwender und Hersteller um einen Kommentar auf dieser Seite zum Thema Papierpreise. Als "Unabhängigen" haben wir den ADL-Landesvorsitzenden Gerhard Karck gebeten, ebenfalls noch einmal zu diesem Thema Stellung zu nehmen.

Gerhard Karck

Verwaltungs-Direktor, DV-Leiter der schleswig-holsteinischen Ortskrankenkasse

Der Markt für Endlospapier ist seit langer Zeit in Bewegung. Nach einigen Kopfständen in der Mitte des Jahres scheint jedoch eine gewisse Konsolidierung eingetreten zu sein. Wir können feststellen, daß die Preise im Vergleich zum Vorjahr um zirka 30 Prozent gestiegen sind. Allerdings kann sich die Situation schnell wieder ändern. Es ist uns jedenfalls jetzt nicht möglich, einen pauschalen Abschluß für den voraussichtlichen Bedarf eines Jahres mit Mengenabruf zu Festpreisen unterzubringen.

Den Anwendern ist zu empfehlen, jeden Auftrag auszuschreiben, weil die zum Teil harte Konkurrenz der Hersteller oft günstige Angebote mit sich bringt.

Bei notwendigen Andrucken sollten die Fachabteilungen dringend ihre Texte überprüfen. Man kann sich viel kürzer fassen, so daß die Formulare ebenfalls kürzer gehalten werden können. Das kommt nicht nur den Preisen zugute, die hier stärker gestiegen sind als bei Endlospapier. Auch die Verarbeitungszeit im Schnelldrucker wird dann kürzer, die eigene Kostenstelle geringer belastet und die EDV etwas entlastet.

Eine Zeit steigender Preise verlangt Überlegungen, die Kostensteigerungen so klein wie möglich zu halten. Daran muß jeder arbeiten, die EDV und deren Benutzer, die Hersteller und Drucker sollten ihre Kalkulationen so scharf wie möglich halten. Die Zeiten könnten sich wieder ändern. Dann braucht man seine Kunden, die sicher nicht vergessen, wer sie zuverlässig und preiswert bedient.

Dipl.-Kfm. Wilfried Kohler-Frost

Abteilungsdirektor Automatisierte Datenverarbeitung, VÖEST - Alpine AG, Linz/Donau

Am 1. 11. ist der Papierpreis in Österreich um 10-12 Prozent erhöht worden. Die Gesamterhöhung seit Herbst 1973 beträgt somit zirka 40 Prozent. Die Tendenz ist weiterhin steigend. Die Lochkartendruckerei avisiert für den 7. 1. 1975 eine Preiserhöhung von 17 Prozent.

Was ist zu tun?

Da bei Nichtpapierdatenträgern die Preisentwicklung nicht ansteigend ist, sollte man die Schlußfolgerung ziehen, bei In- und Output auf andere Papierdatenträger überzugehen. Dies setzt längerfristig zu realisierende, Hardwaremaßnahmen mit folgender Zielsetzung voraus:

- Verstärkter Einsatz von Datenerfassungssystemen auf Band- oder Plattenbasis.

- Verstärkter Einsatz von COM bei Output-Schwerpunktsbereichen.

- Einsatz von Druckern mit kleinerem Typensatz (zum Beispiel Grand-Slam-Printer und Telex).

Kurzfristige Maßnahmen:

- ABC-Analyse des gesamten Rechneroutputs nach Arbeitsgebieten als Basis für die oben angegebenen langfristigen Maßnahmen.

- Untersuchungen in Richtung auf Reduzierung leichterer Papiergewichte.

- Möglichst langfristige Papierabschlüsse mit Preisgarantie.

- Konsequente Einführung der Verrechnung der Computerleistung an Fachabteilungen.

- Lösung der Recyclingfrage, Papierwolf, Papierpresse, Verkauf des Altpapiers.

- Konsequentes Meldesystem mit Ursachenforschung für Abstürze im Rechnerbetrieb.

- Das alte, oft erprobte, allerdings mit Fingerspitzengefühl zu handhabende Mittel, Listen so lange liegen zu lassen, bis die Fachabteilung sie unbedingt anfordert.

Auf jeden Fall sollten wir - wie auch immer - die ständigen Papierpreiserhöhungen als eine Herausforderung ansehen, der wir uns stellen.

Herbert Fuchs

Verkaufsdirektor der Hess KG Großdruckerei für Formularsysteme Braunschweig

Die Papierpreiserhöhungen im laufenden Jahr waren so eklatant, daß im besonderen die EDV-Anwender als Papierverbraucher starke Belastungen hinnehmen mußten. Die Budgetplanungen hatten diese Steigerungen nicht vorgesehen. Sie bringen zwangsläufig allen Beteiligten neue Aufgabenstellungen.

Gründe für die Kostenexplosion liegen in der weltweiten Rohstoffverknappung und in der noch begrenzten Kapazität bei den wichtigsten Rohstoffproduzenten wie Kanada, USA und Skandinavien.

Für den Verbraucher ist es heute vernünftig, besonders für den internen Papierverbrauch - im Rahmen seiner Möglichkeiten - Rationalisierungen durchzuführen. Der externe Formularverbrauch läßt sich von der Sache her nicht nach Belieben einschränken. Aber mit geschickter Formulargestaltung, als Service von der geeigneten Formular-Industrie in Beratung, Gestaltung und Organisation geboten, ergeben sich Kostenvorteile durch Einführung integrierter Formularsysteme.

Heinzbert Hamacher

Geschäftsführer der edv service Gesellschaft in München

Selbst wenn die Aufwendungen für Endlosvordrucke einen nicht so hohen Anteil (zirka 7 Prozent) an den gesamten Betriebskosten haben, wurde die Kostensteigerung doch spürbar. Insbesondere daher, weil der größte Teil der Papierkosten auf Standardformulare entfällt, die den Kunden des Rechenzentrums nicht gesondert belastet werden.

Die Preiserhöhung auf dem Papiersektor war das Höchste, was dem Verbraucher zugemutet wurde. In Einzelfällen ergaben sich Preiserhöhungen bis zu 100 Prozent.

Mehr denn je machte sich der konsequente Preisvergleich der Lieferantenangebote bezahlt. Die Unsicherheit in der Entwicklung der Rohstoffpreise spiegelte sich zwangsläufig in den angebotenen Preisen wider. Wenn sich bei früheren Preisvergleichen im wesentlichen keine großen Abweichungen ergaben, waren nunmehr Preisdifferenzen bis zu 60 Prozent keine Seltenheit.

Die nachstehende Übersicht verdeutlicht die Unterschiede ganz klar. Die angegebenen Preise beziehen sich jeweils auf 1 000 Endlosvordrucke. Die Prozent-Abweichungen stehen im Verhältnis zum niedrigsten Angebotspreis.

Die Preispolitik der verschiedenen Lieferanten werden wir nicht maßgeblich beeinflussen können. Die teilweise erheblichen Differenzen lassen jedoch die Frage aufkommen, ob in allen Fällen, sorgfältig kalkuliert wurde. Die Tabelle zeigt, daß sich der Preisvergleich in jedem Fall lohnt.

Die allgemeinen Kostensteigerungen zwingen uns, Mittel und Wege zu suchen, mit denen in unserem Hause der Mehraufwand kompensiert werden kann. Wir haben seit zehn Jahren unsere Preise nicht erhöht, die Weiterbelastung der Kostenerhöhungen an unsere Kunden wäre der letzte Schritt.