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17.05.1991 - 

System-3000-Familie erweitert

Parallel-Rechner von NCR soll Mainframes unter Druck setzen

FRANKFURT (jm) - NCR braucht dich momentan nicht um mangelnde Aufmerksamkeit von seiten der Medien zu sorgen. Nachdem die Übernehme durch AT&T unter Dach und Fach ist, stellte jetzt in Frankfurt Stufe sechs, der System-3000-Familie vor, das lose gekoppelte Parallelprozessor-System "3600" mit maximal 64 Intel-CPUs, die alle unter Unix System V, Version 4, mit Multiprozessor-Erweiterungen laufen.

Die in drei Leistungsgruppen eingeteilten Rechnersysteme der 3600-Linie positioniert NCR nach den Worten von Friedrich Newall, Vice-President von NCR Europe, als Daten. bankserver für Echtzeitdatenverarbeitung und als Decision-Support-System. Mit NCRs Software Topend" sei das System 3600 auch für OLTP-Anwendungen mit Mainframe-Leistung gedacht. Ganz bewußt spricht die AT&T-Division kommerzielle Kunden an. Zukünftige Aufgabenstellungen in diesen Bereichen seien nur noch mit massivparallelen Computern zu lösen, führte Newall aus.

NCR hatte seine in sieben Leistungsbereichen gefächelte System-3000-Familie im September vergangenen Jahres erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Mit der Produktpalette, die nach Aussagen von NCR-President G.P. Williamson bis Ende 1992 mit den leistungsfähigsten Rechnern der Stufe sieben komplettiert sein soll, stützt sich die zukünftige Computer-Division von AT&T von auf Intel-Prozessoren. Das Angebotsspektrum wird dann vom trage baren Rechner NCR 3125 der Stufe eins bis zum massivparallelen System NCR 3700 in Stufe sieben reichen.

Außerdem läutete NCR-CEO und Chairman Charles E. Exley mit den neuen Rechnersystemen praktisch auch das Ende der proprietären NCR-Mainframe-Welt ein, mit denen das Unternehmen aus Dayton, Ohio, allerdings nie einen vergleichbar hohen umsatzanteilgenerierte wie etwa Big Blue mit seinen Großsystemen.

Neue Leistungsträger sollen jetzt die Rechner der Stufen sechs und sieben werden, die beide als lose gekoppelte Parallelrechner mit acht bis 64 (Stufe sechs) beziehungsweise 32 bis maximal 4096 CPUs (Stufe sieben) ausgestattet werden können. Eigens für diese beiden Rechnerfamilien gründete NCR Anfang März 1991 im hessischen Frankfurt die Large Systems Division unter Leitung von Assistant Vice-President Manfred Köhler, um die in Kali. formen entwickelten Produktreihen 3600 und 3700 europaweit zu vermerkten. Köhler unterstehen unter anderem auch Systemingenieure, die mit acht in Europa verteilten Außenstellen und den dortigen Technikern und Support-Mannschaften zusammenarbeiten.

Die Architektur des 3600-Systems scheint vor allem auf die Bearbeitung der von Teradata entwickelten parallelisierten Datenbank-Anwendung getrimmt zu sein. Sowohl die Y-Net-Verbindung der AP- zu den AMP-Prozessoren entspringt den Forschungsstätten von Teradata wie momentan auch die Software, welche die Kommunikation unter den AMP-Bausteinen koordiniert. NCR will diese Kommunikation in Zukunft nach den Worten von Hendrik O. Schlenz, Direktor des Produkt-Managements der Augsburger NCR-Dependance, allerdings auf Unix System V übertragen. Darüber hinaus besteht auch mit Sybase ein Abkommen, parallelisierbare Datenbankanwendungen zu entwickeln.

NCR betont, daß man das eigene System im Gegensatz zu Teradata - die zum einen großen Anteil an der System-3600-Architektur hat, zum anderen jedoch mit einem eigenen Datenbankrechner Konkurrent für NCR ist - als Allzweckrechner vor allem auch in kommerzielle Umfelder stellen will.

In einer sogenannten Small-System-Konfiguration - dem "System-360011" - arbeiten zwei als AP-Prozessoren (Application Processing) bezeichnete 486-CPUs mit 33 beziehungsweise später 50 Megahertz Taktrate.

Die AP-CPUs stehen über das von der Teradata Corp. entwickelte Hochgeschwindigkeits-Bussystem "Y-Net mit acht AMP-Prozessoren in Verbindung, die die von den AP-Prozessoren angestoßenen Datenbankanfragen abarbeiten. Die AMP-Prozessoren wiederum sind über SCSI-II-Controller an 16 Disk-Array-Systeme angeschlossen, über die sich nach Unternehmensangaben momentan ein Datenvolumen von bis zu 300 GB parallelisiert bearbeiten läßt. Für 1992 verspricht das Unternehmen die Realisation von bis zu 1000 GB.

Prinzipiell kann jedes 3600-System in sogenannten Knoten ausgebaut werden, was unter anderem auch zu einem verbesserten Ausfallschutz führt, da das System bei einem havarierten Knoten dessen Arbeit auf andere überträgt.

Die Midrange-System-Konfiguration System-360012" besitzt vier Intel-AP-CPUs und 16 Intel-AMP-Prozessoren sowie eine doppelte Anzahl von Disk-Systemen. Diese Anzahl verdoppelt sich noch einmal in der größten Ausbaustufe beim "System-3600/3", so daß dem Anwender nach Meinung von NCRs Senior Vice-President Tom Mays in der größten Ausbaustufe einmal 10 000, MIPS Rechenleistung (momentan 2000) und 1200 Transaktionen pro Sekunde zur Verfügung stünden.