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30.10.1981

Parkverteidigung scheint für NCR kein Problem zu sein

Bei guter Planung und Vorbereitung stellt eine Hardware-Umstellung die NCR-Kunden vor keine großen Probleme. Ein Lieferungsverzug von drei Monaten brachte allerdings DV-Leiter Rüdiger Fabri von der Paidiwerk Heinrich Renkl GmbH, in Schwulitäten, so daß er sich künftig nicht mehr auf terminliche Zusagen des Herstellers verlassen will. Hubert Dechant beklagt sich darüber, daß er bei der Software keinerlei Unterstützung von NCR erhielt. Der Neutraublinger DV-Leiter gibt allen Kollegen den Rat, Rechnungen erst dann zu bezahlen, wenn die Umstellung gelaufen ist. Das sei noch immer das beste Druckmittel gegenüber dem Hersteller.

Hubert Dechant

DV-Leiter, Moda Berri, Neutraubling (NCR Criterion 8450)

Wir haben vor fünf Jahren mit der NCR-Anlage Century 50 angefangen. Daß wir zur NCR gegangen sind, lag an dem Software-Paket IBIS (Integriertes Bekleidungs-Informationssystem). Verkauft wurden uns die Programme mit dem Hinweis, man bräuchte nur aufs Knöpfchen drücken und die Sache lauft.

Es war geplant, daß ich bei der IBIS-Einführung nur stundenweise mitarbeiten sollte, aber nach kurzer Zeit war es ein Fulltime-Job geworden. Das heißt, nach drei Monaten mußten wir täglich fast 24 Stunden arbeiten, während uns der Hersteller einen Achtbeziehungsweise Neun-Stunden-Tag ausgerechnet hatte. Auf unsere Beschwerden antwortete NCR mit zwei Argumenten: Einmal sei der augenblickliche Aufschwung unseres Unternehmens schuld, und zweitens sei es nicht vorauszusehen gewesen, daß wir sämtliche Teilbereiche dieses Pakets so schnell über die Bühne bringen und bei uns integrieren würden. Wir haben uns dann ziemlich schnell von der Softwareseite her selbständig gemacht und benötigten nach einem halben Jahr keine Unterstützung mehr.

Bei IBIS läuft inzwischen kein einziges Programm mehr in der Version, in der es gekauft wurde. Uns wurde bald klar, daß wir eine andere Anlage haben wollten. Allerdings konnte uns NCR seinerzeit nichts Entsprechendes anbieten, kündigte aber an, daß ein halbes Jahr später eine für uns passende Anlage auf den Markt käme. Nach langer Wartezeit wurde die neue Anlage, die Criterion 8450, installiert. Mit der Hardware hatten wir bei der Umstellung keine Probleme, die Unterstützung durch die NCR-Techniker war gut. NCR stellte uns in Augsburg eine Ersatzanlage zur Verfügung, die wir allerdings nur nachts nutzen durften. Von der Softwareseite her erhielten wir keinerlei Unterstützung. Das Betriebssystem blieb zwar das gleiche, aber dadurch, daß wir von zuerst vier auf zwei Platten heruntergingen, mußte praktisch jedes Programm geändert werden. Wir erhielten so gut wie keine Tips, wie wir die größeren Platten besser ausnutzen könnten.

Wir sind damals eins zu eins umgestiegen und haben aus verschiedenen Gründen zwei Drittel der Plattenkapazität herschenken müssen. Hätte uns NCR einen Mann zur Verfügung gestellt, der das Programm in Augsburg neu konfiguriert hatte, hätten wir viel gewinnen können. Außerdem ging uns bei dieser Eins-zu-eins-Übernahme viel an Laufgeschwindigkeit verloren. Hier muß wirklich Kritik geübt werden, obwohl die NCR-Software-Spezialisten wahrscheinlich selbst noch nicht soweit waren, da es sich um einen neuen Anlagentyp handelte. Aber dann sollte der Hersteller damit auch noch nicht auf den Markt gehen.

Von der Hardwareseite her gibt es keine Probleme, und wir sind mit NCR zufrieden.

Anwender, die eine Umstellung vor sich haben, sollten versuchen, sich frühzeitig mit ihrem Vertriebsbeauftragten abzusprechen, damit alles über ihn geht. Und immer daran denken, daß die Rechnungen auf keinen Fall zu früh bezahlt werden. Erst warten, bis alles über die Bühne gegangen ist. Das ist noch immer das beste Druckmittel gegen den Hersteller, wenn etwas nicht klappt.

Rüdiger Fabri

DV-Leiter, Paidiwerk Heinrich Renkl GmbH, Hafenlohr (NCR V 8555-M, B3)

Auch in unserem Hause entschied man sich im Jahre 1979 für einen Hardware-Wechsel. Der Grund dieser Maßnahme war, daß die seit 1974 installierte NCR Century 75 in manchen Bereichen die oberste Leistungsgrenze erreicht hatte (CPU-Kapazität und Geschwindigkeit, Hauptspeicherbereich sowie Peripherie).

Da wir auch die Absicht hatten, Online-Anwendungen zu realisieren, hielten wir ein Hochrüsten der alten Maschine nicht für sinnvoll.

So beschlossen wir, das System NCR Criterion V 8555-M (512 KB Hauptspeicher) einzuführen. Neben dem Hardware-Wechsel bedeutete dies für uns ein Organisieren und Umstellen von rund 120 Kleinplatten (5 MB) auf ein Dutzend Großplatten (200 MB), sowie den Obergang auf das Dialogbetriebssystem "B 3".

Um den Plantermin Juni 1980 einzuhalten, begannen wir im Oktober 1979 mit den eigentlichen Umstellungsarbeiten. Vorher wurde in gemeinsamen Gesprächen mit dem Hersteller die Problematik der Großplatte und des Betriebssystems durchgesprochen und analysiert. So entschlossen wir uns, auch auf der Großplatte die 512-Bytes-Blockung beizubehalten.

Wir mußten zirka 350 Programme eins zu eins umstellen. Neu im Dialog führten wir die folgenden Systeme ein: Verwaltung Teilestamm, Baukasten- und Strukturstückliste, Teileverwendung, Bestandsführung und Disposition Arbeitsplanverwaltung sowie Drucken der Betriebsaufträge (Fertigungsauftrag, Arbeitsscheine, Palettenzettel) über Matrix-Drucker in der Fertigungssteuerung .

Besonders wichtig und gleichzeitig Voraussetzung für einen guten Hardware- und Betriebssystemwechsel war die klare Analyse und die genaue zeitliche Planung in unserem Unternehmen. Dazu wurde ein Konzept erarbeitet, das den genauen Ablauf der Umstellungsphase (Vorbereitung, Programmierung, Lieferung, Tests, Parallel-Lauf, Übernahme) widerspiegelte.

Eine ebenso entscheidende Rolle für eine problemlose Umstellung spielte die Schulung der Mitarbeiter, die bei NCR die entsprechend notwendigen Kurse besuchten. Als besonders positiv stellte sich zusätzlich heraus, daß sich die DV-Leitung eines anderen Unternehmen bereit erklärte, unsere Programmierer für einige Tage aufzunehmen, um sie praxisnah auf das neue Betriebssystem B 3 und Operating an der Anlage zu drillen. Ebenso bekamen wir wertvolle Tips aus ihren gemachten Erfahrungen mit den Großplatten und dem neuen System. Sich nur auf den Hersteller zu verlassen, reicht nach unserer Meinung auf keinen Fall aus, sondern man muß sich selbst stark engagieren.

Leider hatten wir von seiten des Herstellers einen Lieferverzug von rund 3 Monaten. Der Anwender sollte sich also nicht unbedingt auf die Terminzusage des Herstellers verlassen, sondern einen Zeitpuffer immer miteinbeziehen. Wahrend der Umstellungsphase lief der RZ-Betrieb weiter. Wir hatten zusätzlich mit NCR vereinbart, bereits ab der Testphase die C 75 mit der Criterion V 8555-M über einen DMA-Kanal miteinander zu verbinden. So konnten wir ungestört unsere Daten übernehmen, Tests und Parallel-Läufe fahren, ohne den normalen RZ-Betrieb zu belasten. Computer-Zeit auf der Anlage des Herstellers in Augsburg brauchten wir bis auf einige Compiler-Laufe in der Anfangsphase dadurch nicht in Anspruch zu nehmen.

Der Hardware-Wechsel im April verlief bis auf ein paar "Kinderkrankheiten" an den Platteneinheiten problemlos und mit einem kurzen Aufwand.

Das gleichzeitige Realisieren einiger Teilbereiche von Stapelbetrieb auf Dialog sowie das Umstellen von Kleinplatte zu Großplatte, der Hardware und des Betriebssystems brachten uns erhebliche zeitliche Vorteile.

Wahrend dieser Zeit wurden an das DV-Personal natürlich erhöhte Anforderungen gestellt. Daß es bei uns so gut wie keine Probleme gab, lag zum großen Teil an unserer klaren Analyse und Planung sowie an der guten Vorbereitung unserer Mitarbeiter. Ebenso stimmte die Zusage von NCR, daß eine volle Aufwärtskompatibilität der Anlage einschließlich Betriebssystem sichergestellt ist.

Mittlerweile wurden nachfolgende Aufgabengebiete ebenfalls auf die Dialog-Verarbeitung umgestellt: Erfassen Lohndaten anhand der Arbeitsscheine, Leistungsgrad ermitteln und ändern, Rechnungskontrolle Einkauf, Kostenstellenverwaltung und Finanzbuchhaltung.

Als nächster Schritt ist eine Erweiterung des Hauptspeichers um 512 KB sowie der Übergang vom Betriebssystem "B 3" auf das noch schnellere virtuelle Betriebssystem "VRX" geplant.

Rudolf Zunker

DV-Leiter, LKB Instrument GmbH, Gräfelfing (NCR 8410, IRX)

Wir entschlossen uns zur Umstellung, da die Plattenspeicherkapazität des alten 8250-Systems unter anderem nicht mehr ausreichte. In den letzten Wochen vor der Systemumstellung mußte sogar die Marktankündigung neuer LKB-Produkte verschoben werden, weil zwar für die Artikel-Nummern neuer Geräte und Systeme auf der Artikelstammplatte des 8250-Systems noch Platz verfügbar gewesen wäre, nicht jedoch für die zugehörigen Ersatzteile, Ergänzungsteile und Chemikalien.

Der Systemtausch wurde von NCR vor Ablauf des alten Mietvertrages vorgenommen. Es standen zwei Alternativen zur Debatte, einmal Übergang auf ein 8270-System mit IMOS-V oder die gewählte Lösung 8410 mit IRX. Zwischen den beiden Betriebssystemen IMOS-V und IRX bestehen nur geringe Unterschiede. Beispielsweise fehlt im IMOS-V derzeit die Möglichkeit des Job-Submittings. Wir haben uns für die 8410 (512 KB Hauptspeicher, 2 x 6530-Plattenspeicher mit je 81 MB) entschieden, weil sie bessere Außbaumöglichkeiten bietet.

Im Rahmen dieses Konzeptes bietet NCR spezielle "Migrationshilfen" an. Unter anderem eine Art Emulatorprogramm, das es ermöglicht, den Maschinencode (Object-Code) von IMOS-II-Systemen auch unter IRX ablaufen zu lassen. Mit Emulation verbinden sich bei uns allerdings schlechte Erinnerungen. Aus diesem Grunde haben wir ebenso auf die Möglichkeit verzichtet, den IMOS-III-Object-Code auf das IRX-System zu übernehmen. Stattdessen haben wir den direkten, zunächst jedoch aufwendigeren Weg gewählt, und die Cobol-Programme im IRX System compiliert. Unsere Erfahrungen bestätigen eindeutig, daß die Migration reibungslos funktioniert. Es sind höchstens Kleinigkeiten, über die man stolpern kann.

Gleichzeitig wurde bei der Umsetzung noch eine Programm-Namen-Datei mit erstellt. Diese Programm-Namen-Datei erwies sich später als hilfreich: Die Source-Programme wurden zunächst außerhalb der normalen Dialogzeit von den Kassetten auf Magnetplatte übernommen. Als zweite Anwendung im IMOS-III-Betriebssystem lief eine automatisierte Compilierungsroutine mit. Die Programm-Namen wurden aus der Namensdatei entnommen und nach Abschluß der Compilierung als erledigt "markiert". Die Compilierung der 350 Cobol-Programme wurde auf dem 8410-System vollautomatisch in einer Endlos-Steuerkette mit Hilfe der Programm-Namen-Datei in etwa 12 Stunden einschließlich der Druckausgabe erledigt. Nicht eingerechnet sind einige - erwartete - wardwareausfälle.

Erst in letzter Minute erhielt ich von NCR Augsburg ein Cinch-Handbuch, aus dem wir dann entnehmen konnten, daß in einem Fall die Source-Code-Umsetzung nicht den IRX-Compiler-Erfordernissen entsprach.

Die Umstellung der Steuerketten ist primär eine Editor-Arbeit. In unserem Falle wurden alle Steuerketten zum Teil in der Namensgebung überarbeitet und vereinheitlicht. Zur Kontrolle haben wir uns ein kleines String-Programm geschrieben, das JCL-Befehle, Dateinamen und Attribute auf eine einheitliche Positionierung gesetzt hat. So war es möglich, verschiedene Sortierungen nach JCL-Befehlsarten, logische, physische Dateinamen und so weiter vorzunehmen. Dadurch konnte Übersicht gewonnen, und leidige Änderungsfehler ausgeschaltet werden.

Die Daten-Konvertierung von den 656er Platten auf die 6530 Platten wurde kostenlos im NCR-Rechenzentrum in Augsburg durchgeführt. Wir haben uns leider zu dieser Lösung überreden lassen. Mein Rat an Umstellungsaspiranten mit gleichem Problem: Es wäre besser für einen Monat (kürzer geht es wohl nicht) ein modifiziertes 656-Laufwerk anzumieten, daß für die Übergangszeit an das neue System angeschlossen ist. Auch wenn es einen zusätzlichen Systemgenerierungslauf nach Abbau der Platteneinheit kostet. Der Aufwand lohnt sich, denn in mehreren, Fällen haben wir die Konvertierung wiederholen müssen, weil nicht alle Datensätze übertragen worden waren - als Folge von Leseschwierigkeiten, die sehr wahrscheinlich auf kritische Toleranzen in den Spur-Justagen der 656er Plattenlaufwerke zurückzufahren sind.

Außerdem sollte bei allen Dateien geprüft werden, ob die neue Anzahl der Datensektoren mit der alten übereinstimmt. Ferner ist es wichtig, die Dateien beispielsweise mit dem Sort-Programm zu bearbeiten. Daß eine umfassende Kontrolle notwendig ist, können wir mit einer negativen Erfahrung belegen: In einem Fall hatte sich erst in den letzten Tagen herausgestellt, daß in einer sequentiellen Datei ein Datenfehler steckte, der das Sort-Programm in der Einlese-Phase abbrechen ließ.

Aus Sicherheitsgründen war die 8250 vor der Installation aus dem Maschinenraum abgebaut worden und provisorisch in einer Flurnische, die normalerweise als Besprechungsecke genutzt wird, wieder aufgebaut worden. Mit der 8250 wurde solange gearbeitet, bis ein Anwender-Test grünes Licht für die endgültige Umsetzung der Arbeitsdateien gab. Nach Behebung einiger Hardware-Kinderkrankheiten lauft das 8410-System seit Mitte April 1981 ohne Hardwareausfall.