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Aachener Rechnerschmiede breitet sich immer mehr aus


03.04.1992 - 

Parsytec gründet neue Tochter und holt sich Investor an Bord

AACHEN/MÜNCHEN (bk) - Bei der Parsytec GmbH, Aachen, stehen weiterhin alle Zeichen auf Expansion. Der Parallelrechner-Hersteller gründete in der Kaiserstadt eine neue Tochtergesellschaft, plant neue Niederlassungen in Italien und den Niederlanden und ist auf der Suche nach Kapital bei der Venture-Capital-Firma TVM Techno Venture Management, München, fündig geworden.

Der Startschuß für die jüngste Gesellschaft innerhalb der Parsytec-Gruppe, die Parsytec Industriesysteme GmbH, fiel am 1 April 1992. Zunächst 25 Mitarbeiter sollen, Realtime-Systeme für die industrielle Automatisierungstechnik verstärkt an den Kunden bringen. Einsatzmöglichkeiten sehen die Aachener Computerbauer dabei vor allem in der Qualitätssicherung, Hochleistungs-Bildverarbeitung, Steuerungstechnik und der Robotic-Technik.

Zum Geschäftsführer der Parsytec Industriesysteme GmbH wurde Rolf Geisen ernannt, der auch die Parsytec Anwendungen GmbH leitet, die bislang sowohl für die Aktivitäten im technisch-wissenschaftlichen Supercomputer-Bereich als auch für die im Automatisierungssektor zuständig war. Um Geisen für seine neuen Aufgaben zu entlasten, wurde Günter Bleimann-Gather, bisher Leiter Marketing und Kommunikation, zum weiteren Geschäftsführer der Parsytec Anwendungen GmbH ernannt. Er ist zuständig für Marketing und Vertrieb.

Als Grund für die Neugründung der Parsytec Industriesysteme nennen die Aachener die fortschreitende Expansion. Betont Neugeschäftsführer Bleimann-Gather: "Wir werden immer größer und müssen deshalb eine klare Organisationsstruktur schaffen " Bei nunmehr drei GmbHs in Aachen - neben der Anwendungen GmbH und Industriesysteme GmbH gehört zur Parsytec-Gruppe vor Ort noch die Computer GmbH, die rein mit Entwicklung und Produktion befaßt ist - falle die Zuordnung von Vertrieb und Mitarbeitern leichter und ermögliche eine effizientere Kostenkontrolle.

In drei bis vier Jahren an die Börse

Zuwachs streben die Parallelrechner-Spezialisten auch im Ausland an. Noch in diesem Jahr wollen die Aachener Niederlassungen in Italien und den Niederlanden aus der Taufe heben. Bleimann-Gather: "Dies wird zusammen mit unseren dortigen Partnern geschehen die in Rom beziehungsweise in der Nähe von Eindhoven sitzen."

Ob die Parsytec-Niederlassungen auch in diesen Städten angesiedelt werden, steht indes noch nicht fest. Im Ausland ist Parsytec mit eigenen Dependancen bisher in Chicago und London vertreten, die Parsytec Eastern Europe GmbH, die den osteuropäischen Markt betreut, hat ihren Sitz in Chemnitz.

Da Wachstum finanziert sein will, hat sich Parsytec-Chef und Mitbegründer Falk Kübler nun auch einen Anteilseigner ins Unternehmen geholt. Ein europäisches Konsortium unter Führung der Münchner TVM Techno Venture Management beteiligte sich an der Aachener Rechnerschmiede, die dafür acht Millionen Mark erhielt. Über die Höhe der von TVM erworbenen Anteile an Parsytec hielt sich Bleimann-Gather indes bedeckt. Ziel der Beteiligung ist die Börseneinführung Parsytecs, die in etwa drei bis vier Jahren geplant ist.

Ein Teil des TVM-Geldes wird zur Stärkung des Eigenkapitals von Parsytec genutzt, das sich bislang auf 750 000 Mark belief. Über wieviel Eigenkapital die Rechnerschmiede aus der Kaiserstadt nun verfügt, wollte Bleimann-Gather ebenfalls nicht sagen.

Unklar bleibt auch, wie es um die Ertragssituation von Parsytec bestellt ist. Zwar konnte das für das Geschäftsjahr 1991 anvisierte Umsatzziel von 24 Millionen Mark mit eingenommenen 23,8 Millionen Mark nahezu erreicht werden. Auch soll im laufenden Fiskaljahr der Umsatz auf 30 Millionen Mark gesteigert werden. Was aber die Aachener mit ihren Parallelrechnern verdienen, geben sie nicht bekannt. Bleimann-Gather versicherte nur, daß man profitabel sei. "Sonst würde sich ein Venture-Capitalist wie TVM, der vor allem monetäre Interessen hat, wohl kaum mit einem solch hohen Betrag an Parsytec beteiligen."