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Partner dementieren Trennungsgerüchte


02.04.1999 - 

Partner dementieren Trennungsgerüchte Sprint stellt das Joint-venture Global One in Frage

MÜNCHEN (CW) - Das internationale TK-Konsortium Global One wackelt, aber steht noch. Berichte, denen zufolge der US-Carrier Sprint das gemeinsam mit der Deutschen Telekom und France Télécom gegründete Joint-venture verlassen wolle, dementierten die Partner umgehend. Doch die Unzufriedenheit der Amerikaner mit Global One ist begründet.

In kurzen, knappen Sätzen versuchte Global One, die Gerüchte zu zerstreuen. "Die Deutsche Telekom, France Télécom und Sprint bekräftigen ihr Vertrauen in Global One", hieß es in einer eiligst ausgesandten Pressemitteilung. Man sei überzeugt davon, daß Global One die gesteckten Ziele erreichen und die eingeleitete Restrukturierung bald Ergebnisse zeigen werde.

Auslöser dieses Verteidigungsmanövers war ein Artikel in der "New York Times". Die Zeitung berichtete von einem Brief, den Sprint-CEO William Esrey seinen europäischen Partnern geschrieben haben soll. Darin habe er gewarnt, das internationale Bündnis werde in der derzeitigen Form scheitern.

Die Beschwerde scheint nicht unbegründet, denn seit seiner Gründung 1995 hat Global One nur rote Zahlen geschrieben. Unterschiedliche Techniken der Partner bremsten die Aktivitäten des Konsortiums, das einst als Kommunikations-Dienstleister für international organisierte Anwenderunternehmen aus der Taufe gehoben wurde. Die Kunden bemängelten jedoch das Auftreten von Global One: Grenzüberschreitende Angebote existierten nur auf dem Papier. Vertriebsbeauftragte von Global One und der drei beteiligten Partner machten sich mit ihren Angeboten gegenseitig Konkurrenz, lautete ein zentraler Vorwurf.

Neue Konkurrenz für Sprint in den USA

Die Carrier nahmen die Kritik an und leiteten eine Restrukturierung von Global One ein. Damit scheint sich Sprint-CEO Esrey jedoch nicht zufriedenzugeben, zumal die positiven Prognosen für Global One von den beteiligten Carriern 1998 wieder revidiert werden mußte. Erst 2001, so die Vorhersage, werde Global One die Gewinnzone erreichen. Im vergangenen Jahr hat das Joint-venture rund 1,1 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaft und dabei unbestätigten Berichten zufolge mehr als 800 Millionen Dollar Verlust ausweisen müssen.

Doch die Enttäuschung Esreys gründet sich nicht allein auf diese unerfreulichen Zahlen. Sprint ist in den USA in Bedrängnis geraten. Nach wie vor ist der Carrier die Nummer drei bei der Vermittlung nationaler Ferngespräche. Doch die lange Zeit per Gesetz auf den Markt für Ortsgespräche festgelegten Baby Bells nutzen die durch die jüngste Marktliberalisierung geschaffenen Freiräume und drängen in das lukrative Geschäft mit Fernverbindungen.

Sprint sucht angesichts der neuen Konkurrenz händeringend nach einem starken und finanzkräftigen Partner. Zum Start von Global One hegte Esrey noch die Hoffnung, die Deutsche Telekom und France Télécom würden über die damals vereinbarte Beteiligung von jeweils zehn Prozent hinaus weitere Anteile kaufen. Doch die beiden europäischen Carrier zeigen derzeit keinerlei Interesse, weitere Investitionen in Sprint zu tätigen. France Télécom konzentriert sich vornehmlich auf den europäischen Markt, und der Bonner Carrier gibt sich mit den erworbenen Vertriebskanälen im US-Markt zufrieden. Unter diesen Voraussetzungen, so vermuten nun Analysten, wolle Sprint Global One verlassen, um andere Investoren ins Boot zu holen.