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02.10.2006

Partner setzen auf Networking

Gute zwei Monate ist es her, dass Microsoft seine weltweite Partnerkonferenz in Boston abgehalten hatte, nun lud der Konzern seine deutschen Top-Partner nach Mannheim ein.

Von Dr. Ronald Wiltscheck

Mit dem Besucherzuspruch auf der diesjährigen Partnerkonferenz kann Microsoft zufrieden sein: Fast 1.200 Teilnehmer aus etwa 500 Partnerunternehmen lassen sich durchaus sehen. Zwar gab es in Mannheim kaum Produktneuigkeiten zu verkünden - dies wurde bekanntermaßen auf der weltweiten Partnerkonferenz im Sommer in Boston vorgezogen - doch die teilnehmenden Partner zeigten sich dennoch zufrieden: "Wir setzen vor allem auf das Networking", meinte etwa Michael Freudenberg von der Infoman AG. Das Stuttgarter Unternehmen gilt als der Microsoft-CRM-Spezialist in der Maschinenbaubranche. Da kann es natürlich nicht schaden, was beispielsweise ERP-Partner so zu berichten haben.

Der guten Stimmung hat auch die teilweise mäßige Qualität der Keynotes keinen Abbruch getan. Denn dafür waren die Break-out-Sessions sehr gut besucht. "Vor allem von den technischen Referaten kann ich viel nach Hause mitnehmen. Die Vortragenden haben sich sehr viel Mühe gegeben", wusste beispielsweise Christina Böhm von der Data 5 GmbH zu berichten. Besonders gut ist der Vortrag "Web 2.0 - Hype oder Business?" von Frank Fischer und Lars Lippert bei den Partnern angekommen. Alle Befragten waren von der Qualität der Referenten begeistert. Leider war der Besucheransturm größer als das Fassungsvermögen des Konferenzraumes, sodass viele Interessenten draußen bleiben mussten. Eine Wiederholung am nächsten Tag scheiterte wohl am bereits proppenvollen Programm.

Kampagnen auch für den kleinen Geldbeutel

Großer Aufmerksamkeit erfreute sich ebenfalls der neue "Campaign Builder". Auf der Vorjahreskonferenz in Weimar angekündigt, hat dieses Marketing-Werkzeug eine einjährige Beta-Phase mit etwa 300 teilnehmenden Partnern durchlaufen und geht nun live. Partnerprogramm-Manager Wolfgang Brehm erläuterte, was man mit dieser Webplattform anstellen kann: individualisierte Direct-Mails an Endkunden - sowohl elektronisch als auch in Briefform. Und Partner können den ganzen Logistikprozess auch komplett Microsoft überlassen. Sie müssen dann lediglich ihre Kundenadressen dem Konzern etwa in Form eines Excel-Sheets überlassen, und Microsoft verschickt daraufhin die Briefe. 100 derartige individualisierte "Business Letter" im Umschlag plus 100 Postkarten sind schon für 350 Euro zu haben.

Einschränkungen wird es hingegen bei den OEM-Versionen von Office geben. Die 2007er-Version in der OEM-Ausführung wird laut Brehm nicht mehr frei verkäuflich sein: "Damit wollen wir sicherstellen, dass diese verbilligte Office-2007-Edition nur von Assemblierern auf brandneue PCs aufgespielt wird." Dies wären dann nach Microsoft’scher Sprachregelung die "office ready"-Rechner.

Denn bisher kam es schon des Öfteren vor, dass manche der System Builder diese Office-Version an bereits bestehende Kunden verkauft hätten, obwohl dies so nicht vorgesehen war. Auf schon im Einsatz befindliche PCs hätte nur eine Open-Value- oder die noch wesentlich teurere FPP-Lizenz (Full Packaged Products) von Office aufgespielt werden dürfen.

Damit dies in Zukunft strikt eingehalten wird, stattet Microsoft seine OEM-Partner mit einem sogenannten "pre installation kit" aus. Dieses besteht aus einer Master-DVD, deren Image auf alle neu zusammengebaute PCs aufgespielt werden darf. Dabei handelt es sich aber lediglich um eine Evaluierungsversion von Office 2007, die erst via Internet aktiviert werden muss. "Der Anwender erhält keine CD mit dem Office-Code mehr, sondern nur den Aktivierungscode", erläuterte Brehm. Da die Aktivierung der Software zentral erfolgt, lässt sich der Missbrauch minimieren, so die Vorstellung von Microsoft. Sollte eine Office-Version auf dem PC des Kunden tatsächlich mal beschädigt und unbrauchbar sein, liefere man selbstverständlich einen Datenträger mit dem Code nach, versichert Brehm.

So werden einige bisherigen OEMs und System Builder auch Open-Lizenzen verkaufen müssen. Damit sie in diese komplexe Materie gut eingeführt werden, bedarf es der Unterstützung seitens der Distributoren. Dem trägt Microsoft mit den bisher vier "Licensing Competence Centern" Rechnung. Die Broadliner Ingram Micro, Actebis, Tech Data und Also haben gemeinsam etwa 200.000 Euro in die Ausbildung zu dieser Microsoft-Kompetenz investiert. Insgesamt 380 Mitarbeiter aller vier Distributoren sind bei Microsoft als Lizenzspezialisten aufgeführt.

An der Zahl der Microsoft-Partner selbst hat sich in Deutschland in dem vergangenen halben Jahr kaum etwas geändert. Es gibt derer etwa 30.000, davon 557 auf der höchsten Stufe (Gold Certified) und 1.436 zertifizierte Partner. Dafür nimmt die Zahl der von Partnern erworbenen Kompetenzen zu. Insbesondere sind hier die aktuell 845 Small-Business-Spezialisten hervorzuheben, denn diese Kompetenz wurde erst vor einem Jahr ins Leben gerufen. Weiteren Bedarf sieht der Softwarekonzern nach wie vor für Information Worker und Security-Fachleute, aber auch für OEM-Hardware-Partner und Lizenzierungsexperten. Potenzial für neues Business ist laut Microsoft in den Bereichen Unified Communication, Enterprise Content Management (ECM) und Business Intelligence (BI).