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18.09.1998 - 

An Marketing-Abkommen im Web verdienen beide Seiten

Partnerprogramme erhöhen die Kundenreichweite

Amazon.com, der erfolgreichste Internet-Buchhändler und Pionier auf dem Gebiet der Partnerprogramme, nahm unlängst den hunderttausendsten Teilnehmer in sein Programm auf. Diese Partner plazieren meist Querverweise auf das Amazon-Angebot in ihren eigenen Web-Sites und werben so für die Produkte von Amazon. Für jeden Kunden, der über seine Homepage Bücher bestellt, kassieren die Partner eine Provision von bis zu 15 Prozent. Trotzdem ist diese Art der Neukundengewinnung weit kostengünstiger und effektiver als beispielsweise durch breitgestreute Banner-Werbung. Dabei sorgt der Partner nur für das Marketing - Bestellabwicklung, Versand der Ware und nicht zuletzt die Abrechnung der Provision übernimmt Amazon.

Amazons Partnerprogramm ist wahrscheinlich das größte im Internet, einmalig ist es aber keineswegs. Von der CD bis zum Parfüm, vom Horoskop bis zu Kontaktanzeigen, von Software bis zu Hummern werden Produkte und Dienstleistungen über Partnerprogramme vermarktet. Viele Netz-Unternehmer sehen darin ideale Werkzeuge, um die Vorteile des Mediums zu nutzen. Doch Analysten warnen bereits, daß die wachsende Anzahl an Partnerschaften die erhofften positiven Effekte verwässert. Beispielsweise muß Amazon fürchten, den Platz auf der Seite eines Web-Partners mit vielen anderen Werbenden oder gar Konkurrenten teilen zu müssen. In den Branchen Buchhandel und CD-Versand ist der Wettbewerb besonders hart. Die amerikanischen Firmen CD Now (11000 Partner) und Music Boulevard (7000 Partner) versuchen hier, die Vormachtstellung von Amazon zu brechen.

Mund-zu-Mund-Propaganda im Word Wide Web

"Partnerprogramme sind die High-Tech-Entsprechung zur guten altbewährten Mund-zu-Mund-Propaganda" sagt Shawn Haynes, bei Amazon zuständig für den indirekten Vertrieb. Nicole Vanderbilt, Analystin für Jupiter Communications Inc., New York, schreibt dem Verkauf über Partnerprogramme einen Anteil von 24 Prozent des prognostizierten Endkundenkonsums in Höhe von 37,8 Milliarden Dollar via Web im Jahr 2002 zu. Jim Sterne bezeichnete Partnerprogramme 1997 in seinem Buch "What makes people click - Advertising on the Web" als die bis dato höchstentwickelte Form des Verkaufens über das Internet.

Auf alle Fälle ist dieses Marketing-Instrument inzwischen sehr beliebt. Im größten deutschsprachigen Verzeichnis von Partnerprogrammen im Internet sind derzeit über 70 Programme aufgeführt - mit stark wachsender Tendenz, wie die Betreiber versichern (http:home.t-online.de/home/ partnerprogramme/). Der Eintrag ist kostenlos und offen für Partner aller Art. Die Teilnehmer reichen von den großen Suchmaschinen über Zeitschriften bis hin zur privaten Hobby-Homepage. Mit Hilfe eines Marketing-Abkommens kann sogar der Betreiber einer Beatles-Fan-Seite Bücher, CDs oder Baseballkappen mit dem Bildnis von John Lennon anbieten und so einen Mehrnutzen für sich und die Besucher seiner Seite schaffen. Das Konzept indirekter Kundenwerbung im Internet ist also offenbar ein Spiel, bei dem beide Seiten nur gewinnen können.