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06.06.1997 - 

Lieferstopp für Prozessoren angedroht

Patentstreit: Intel reicht Widerklage gegen DEC ein

Darin verlangt der Chiphersteller die Herausgabe von Dokumenten und Informationsmaterial über die neue Pentium-II-Architektur. Diese stellte Intel PC-Herstellern wie DEC unter dem Vorbehalt des Stillschweigens (Non-disclosure) zur Verfügung. Die Vereinbarung mit den diversen OEM-Kunden beinhalte auch den Passus, daß das gesamte Informationsmaterial zurückgegeben werden müsse, wenn Intel dies verlange. DEC sei einer entsprechenden Bitte nicht nachgekommen.

Wie es einem PC-Hersteller gehen kann, der den monopolistisch agierenden Prozessorfabrikanten herausfordert, deutete Intel durch die Blume an: Man sei vertraglich nicht verpflichtet, DEC über das dritte Quartal dieses Jahres hinaus mit Pentium-Prozessoren zu beliefern. DEC bestreitet die Richtigkeit dieser Argumentation zwar und sagt, man habe mit dem Prozessorhersteller Verträge, die bis in das Jahr 1999 reichten. Details wollte ein DEC-Sprecher allerdings nicht darlegen.

Intels Wink mit dem Zaunpfahl macht aber ganz klar, worauf die Kalifornier abzielen: Sie nutzen ihre im Markt für PC-Prozessoren dominierende Stellung, um PC-Herstellern aufzuzeigen, wie abhängig sie von Intel-Technologie und somit von einem guten Verhältnis zur Chipschmiede aus Santa Clara sind. Wie die "Financial Times" schreibt, hat Intel DEC bereits vom weiteren Informationsfluß bezüglich neuester Technologien aus dem Haus Andy Groves abgeschnitten. DEC hat die Signale aus Kalifornien sehr wohl verstanden: Unternehmenssprecher Patrick Ward sagte, seine Firma verstehe Intels Widerklage sowie die Aussage, Verpflichtungen zur Prozessorlieferung liefen im Herbst 1997 aus, als Versuch, DEC mundtot zu machen.

Analysten schätzen, daß DEC mehr als die Hälfte seiner jährlichen Computerumsätze mit dem Verkauf von PCs und Servern erwirtschaftet, die mit Intel-Prozessoren arbeiten. Macht Intel seine Drohung wahr, dürfte die Robert-Palmer-Company erhebliche Nachteile zu gewärtigen haben.