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01.07.1994

Patentstreitigkeiten beigelegt Microsoft beteiligt sich am Utility-Rivalen Stac

MUENCHEN (CW/IDG) - Mit Feinden, die nicht zu schlagen sind, verbuendet man sich, so kommentieren Kritiker den von Microsoft und Stac bezueglich der Datenkompressionstechnik ausgehandelten Kompromiss. Nach ueber einjaehrigem Tauziehen um Patentrechtsverletzungen steht nun fest: Microsoft zahlt an Stac, erwirbt Anteile des Unternehmens und stattet das kommende DOS 6.22 mit der hauseigenen Technik "Drivespace" aus.

Stein des Anstosses waren etwa 3000 Zeilen Sourcecode, die Microsoft laut Stac widerrechtlich im Kompressions-Utility "Doublespace" verwendet hat. Der folgende Streit, bei dem sich beide Unternehmen gegenseitig der Urheberrechtsverletzung beschuldigten, wurde im vergangenen Februar von einem kalifornischen Gericht entschieden. Microsoft hatte demnach 120 Millionen Dollar an die Stac Inc. zu zahlen, die ihrerseits 13 Millionen Dollar an das Gates-Unternehmen ueberweisen sollte.

Doch das Gefecht wurde fortgesetzt und gipfelte im Juni in einer richterlichen Verfuegung, mit der nicht nur die weltweite Distribution der betroffenen Systeme (DOS 6.0 und 6.2 sowie Windows NT Remote Access Server) untersagt, sondern auch die Vorbereitung auf eine Rueckholaktion angeordnet wurde. Dies konnte Microsoft durch den mit Stac geschlossenen Kompromiss gerade noch verhindern. Die juengsten Vereinbarungen sollen den Patentrechtsstreit endgueltig beenden, von guetlicher Einigung und einer neuen Aera der Zusammenarbeit ist die Rede.

Ausgehandelt wurde eine monatliche Lizenzgebuehr von einer Million Dollar.

Microsoft muss diesem Betrag ueber einen Zeitraum von 43 Monaten an Stac zahlen. Ausserdem erwirbt der Redmonder Goliath fuer 39,9 Millionen Dollar stimmrechtslose Vorzugsaktien von Stac, die bis zum Jahr 2004 in stimmberechtigte Aktien umgetauscht werden koennen, so dass Microsoft dann einen Anteil von 15 Prozent an Stac halten wuerde.

Dem selbsternannten David scheint diese Vereinbarung tragfaehig genug, um auf die nach dem Gerichtsurteil fehlenden 24 Millionen Dollar verzichten zu koennen. "Der kostspielige Rechtsstreit fand ein Ende, kontinuierliche Einnahmen kommen dazu", heisst es bei der Stac Inc., deren deutsche Niederlassung nichtsdestotrotz aus Kostengruenden zum 1. Juli 1994 geschlossen wird.

Stac erhaelt Zugriff auf Preload-Technik

Auf der technischen Seite erlauben sich beide Unternehmen den gegenseitigen Zugriff auf alle existierenden beziehungsweise in den naechsten fuenf Jahren erworbenen Patente im Bereich Datenkompression. Zudem erhaelt Stac eine Lizenz der von Microsoft in DOS 6 eingesetzten Preload-Technik.

Trotz der Einigung wird das juengste DOS nicht mehr mit Doublespace arbeiten. Microsoft unterstuetzt zwar kuenftig beide Komprimierungstechniken, in der aktuellen Version 6.22, die in diesen Tagen ausgeliefert wird, setzt der Branchenriese jedoch seine noch vor dem Kompromiss entwickelte Alternative Drivespace ein. Und ein Update dieser Version stellen die Redmonder bis zum Erscheinen von Chicago nicht in Aussicht.