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14.01.2008 - 

Intel-Chef schweigt sich aus

Paul Otellini fehlt Vista-Begeisterung

Vergangene Woche auf der Consumer-Messe CES: Intel-Chef Paul Otellini gibt Interviews. Bei einem soll er auch Microsofts Vista kommentieren. Was er auch tut - aber auf seine Weise.

Von Wolfgang Leierseder

Intels CEO Paul Otellini ist bekannt dafür, dass er über Technik gern, wenn nicht begeistert redet. Insofern war sein Auftritt auf der Consumer-Messe CES wenig überraschend: Dort stellte er Intels Ambitionen, künftig in der Consumer-Welt respektive Unterhaltungselektronik eine bedeutende Rolle als Chiplieferant zu spielen, eloquent und durchaus unterhaltsam vor (siehe Seite 30).

Meinung des Redakteurs

Für Vista muss Microsoft viel Prügel einstecken. Und der Softwareriese erlebt, dass in diesem Fall die bewährte Marketingmaschine nicht glattbügeln kann, was die Entwickler versäumt haben. Otellinis Reaktion bestätigt das.

 ¬ªIch wünsche mir, dass der Vista-Nachfolger schneller und der Prozessorentwicklung angepasst ausgeliefert wird.¬´ Intel-Chef Paul Otellini
¬ªIch wünsche mir, dass der Vista-Nachfolger schneller und der Prozessorentwicklung angepasst ausgeliefert wird.¬´ Intel-Chef Paul Otellini

Doch als er danach eine Reihe von Journalisten Rede und Antwort stand, verblüffte er sie mit ungewohnter Schweigsamkeit. Ausgerechnet beim Thema Vista, was den Journalisten zu denken gab.

Gates freut sich auf Vista-Nachfolger

Das geschah so: Ein Journalist bezog sich auf die Keynote von Bill Gates und dessen Bemerkung, Vista sei keine Enttäuschung; es habe sich bis heute rund 100 Millionen Mal verkauft. (Tatsächlich sind es gerade zehn Prozent mehr als die gut 89 Millionen Exemplare, die Microsoft von Windows XP im ersten Jahr nach der Markteinführung 2001 umsetzte. Doch seither hat sich der PC-Markt fast verdoppelt.)

Der Journalist fragte also, ob Vista den Verkauf von neuen Rechnern angeschoben habe oder ob das Betriebssystem lediglich vom allgemeinen PC-Wachstum profitiere? Otellini aber wartete die Frage nicht ganz ab, sondern schüttelte bereits während er gefragt wurde sein Haupt, um dann zu sagen, er werde Vista nicht kommentieren.

Seine Antwort erregte Verwunderung. Denn wenn er, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, auf alle Frage zu antworten, Vista nicht kommentieren wollte, musste das heißen: Intel ist von Vista gründlich enttäuscht. Otellini hätte ja sagen können, was man bei solchen Frage- und Antwort-Sitzungen normalerweise sagt: "Wir sind überzeugt, dass Vista ein hervorragendes Betriebssystem darstellt, doch wir hatten gehofft, dass es nach fünf Jahren Entwicklungszeit einen größeren Einfluss auf PC-Upgrades haben würde, als wir bis jetzt feststellen konnten."

Doch Otellini verweigerte schlicht die Antwort.

Die Kollegen von "The Inquirer" berichten weiter, dass er dann auf die Frage erwiderte, ob er Apples Ansatz, dem Betriebssystem Mac OS X alle 18 Monate ein Upgrade zu spendieren, vorziehen würde: "Wenn es stimmt, was ich gestern von Gates gehört habe, nämlich dass auch der Vista-Nachfolger ein monumentales Betriebssystems werden wird, dann wünsche ich mir, dass es schneller und der Entwicklung der Prozessoren angepasst ausgeliefert wird."

Mit dieser Antwort dürfte er übrigens bei Bill Gates ein offenes Ohr finden. Er hat gerade in einem Interview mit dem amerikanischen Blog Gizmodo erklärt, dass man sich auf das kommende Betriebssystem freuen sollte. Die Frage jedoch muss IT-Beobachter bedenklich stimmen: Sie lautete: "Denken Sie, dass es Microsoft-Produkte gibt, die eine Aufbesserung verdient hätten?"

Anders als die Interviewer gedacht hatten, bezog Gates die Frage auf Vista. Eindeutig, spontan, wie "The Inquirer" versichert. "Fragen Sie mich das, wenn wir die nächste Version von Windows ausgeliefert haben werden", lautete Gates Antwort. Man weiß bei Microsoft offensichtlich gut, wofür Vista steht: für die IT-Enttäuschung des Jahres 2007.