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27.11.1992 - 

Amerikanische Angebote halb so teuer wie einheimische

PC-Anbieter aus USA ziehen in Japan die Preisschere weit auf

TOKIO (vwd) - Japans PC-Markt wird zum Tummelplatz für amerikanische Anbieter. Mit dem japanischsprachigen DOS/V ausgerüstete Compaq-, IBM-, Apple- und DEC-Mikros attackieren mit Preisvorteilen von bis zu 50 Prozent die Produkte der einheimischen Player wie NEC, Fujitsu, Toshiba und Seiko-Epson. Diese geben sich noch gelassen.

Bislang mußten Japaner für einen PC nahezu den dreifachen Preis bezahlen wie Kunden in den USA oder in Europa. Fachzeitschriften empfehlen deshalb, PCs in Hongkong zu kaufen, da der Preisunterschied allemal die Flug- und Übernachtungskosten decke und noch ein Taschengeld übriglasse. Als erster der Neu-Discounter offerierte die Compaq Computer Corp. Anfang Oktober 1992 ein Einstiegsmodell für umgerechnet zirka 1600 Mark.

Der Japan-Marktführer NEC (53 Prozent Marktanteil) verlangt für sein billigstes Gerät gut das Doppelte. Compaqs Nippon-Chef Masaru Murai sieht infolgedessen bereits "die gesamte Computerwelt in Japan" vor einem Umbruch.

"Wir haben keine Absicht, einen Preiswettbewerb zu inszenieren", wiegelt NEC-Vorstand Akira Kobayashi ab. Trotz niedrigerer Preise gibt er der US-Konkurrenz keine Chance auf große Marktanteile, da sie keinen flächendeckenden Service bieten könne. Auch die anderen einheimischen Anbieter wollen sich nach eigenem Bekunden abwartend verhalten. Marktbeobachter sehen indes finanzielle Probleme japanischer Elektronikkonzerne als Grund dafür an, daß diese sich einem Preiskampf verweigern.

Nippons PC-Markt wird auf ein Volumen von umgerechnet 15 Milliarden Mark geschätzt. Nur ein geringer Anteil davon entfällt nach Darstellung der Wirtschaftszeitung "Keizai Shimbun" auf privat genutzte Personal Computer. Kleinanwendern sei die Software zu teuer, weshalb die Mehrheit sich mit Textsystemen begnüge.