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14.04.2000 - 

Konkurrenten halten die meisten Segmente schon besetzt

PC-Anbieter Dell müht sich um neue Märkte

MÜNCHEN (CW) - Das bislang rein auf den PC-Direktvertrieb fokussierte Unternehmen Dell will sich in Zukunft stärker auf den Bereich E-Commerce konzentrieren. Neue Server und Dienstleistungen für Application- und Internet-Service-Provider (ASPs/ ISPs) sollen den Kurswechsel von Dell stützen.

Laut Kevin Rollins, Vice Chairman von Dell, bedeutet die Neuorientierung den größten Schritt des Unternehmens seit 1993, als es den Direktvertrieb für sich entdeckte. Das neue Konzept ruht auf zwei Säulen. Die neue Server-Serie "Powerapp" soll Internet-Aufgaben wie Web-Hosting und Caching übernehmen (siehe Seite 47). Außerdem will der in Round Rock ansässige PC-Hersteller seine Kunden zukünftig verstärkt über mögliche Internet-Strategien beraten.

Für das Consulting-Geschäft hat sich Dell die Unternehmen Arthur Andersen und Gen 3 Partners mit an Bord geholt. Serviceanbieter will Dell im Rahmen des "Service Provider Direct Program" mit Hardware und dem notwendigen Support versorgen. Außerdem haben die Texaner Partnerschaften mit den Outsourcing-Firmen Exodus, Navisite und Corio geschlossen. Sollte ein Internet-Startup-Unternehmen nicht über das nötige Kleingeld verfügen um sich die notwendige DV-Infrastruktur zuzulegen, greift die Investment-Initiative "Dell Ventures".

Damit reagiert Dell auf die zuletzt für die eigenen Verhältnisse enttäuschenden Quartalsergebnisse. Trotz Zuwachsraten von 40 Prozent schafften es die Texaner nicht, die Erwartungen der Analysten zu erfüllen. Abflauende PC-Absätze und unter Druck geratene Margen zwangen das Unternehmen, sich nach neuen Einnahmequellen umzusehen.

Dells Internet-Initiative kommt allerdings recht spät. Für Insider war dieser Schritt längst überfällig. Sogar Vizechef Rollins musste zuletzt eingestehen, dass die neue Strategie wohl etwas verspätet begonnen werde. Im Kampf um die viel versprechenden Dotcom-Unternehmen haben andere Branchengrößen wie IBM, Sun, Compaq oder Hewlett-Packard bereits mit ähnlichen Programmen gepunktet.

Die Texaner hoffen jedoch, das im PC-Geschäft erfolgreiche direkte Vertriebsmodell auf das Business-Segment übertragen zu können. Außerdem visiert Dell in erster Linie das Lowend des Marktes an, während die Wettbewerber das Geschäft mit teuren Hochleistungs-Servern suchen. Die Texaner wollen sich in unbesetzten Marktnischen einnisten und damit der Konkurrenz nicht in die Quere kommen. Wo sich diese Nischen verstecken, vermag Dell jedoch nicht zu definieren. Zweifelhaft ist auch, ob Lowend-Server in einem Markt eine Chance haben, in dem wenige Minuten Ausfallzeit Millionenverluste bedeuten können.

CEO Michael Dell will in Zukunft sowohl die Internet-Anbieter wie auch die Internet-Nutzer bedienen. Dabei vollführt der Selfmade-Milliardär eine 180-Grad-Kehrtwende. Während noch vor wenigen Wochen in der Firmenphilosophie der PC als einzig vollwertiges Internet-Zugangsgerät galt, sollen nun bald auch Handhelds und Smartphones im Produktportfolio der Texaner auftauchen.

Die Börse reagierte zunächst einmal skeptisch auf die neuen Pläne. Der Kurs der Dell-Aktie sackte um knapp fünf Prozent nach unten. Trotz allem bleiben die Verantwortlichen optimistisch. Es sei davon auszugehen, dass die Unternehmen bis zum Jahr 2003 etwa 370 Milliarden Dollar in ihre Web-Infrastruktur investieren werden.