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03.08.2005

PC fährt künftig öfter mit

Die PC-Technologie erobert langsam auch das Auto.

PCs im Auto waren bislang nur in den Nobelkarossen zu finden. Künftig soll nun jeder Autofahrer einen "Car PC" ähnlich wie ein Autoradio nachträglich einbauen können. Den "Envader Mobile II" erhält er ab Herbst bei Medion.

Hier lesen Sie …

• wie der PC im Auto Einzug hält;

• welche Probleme es gibt;

• was ein Car-PC wie der Envader kann;

• wie Intel die Zukunft des PC im Fahrzeug sieht.

Technische Daten

Prozessor: Intel Celeron ULV 400/650 Megahertz;

Chipsatz: Intel 815E;

Bus: 100 Megahertz FSB;

Speicher: 256 MB bis 512 MB RAM;

Grafik: 815E mit bis zu 64 MB Shared Memory;

Festplatte: bis zu 40 GB;

Display: Sieben-Zoll-TFT mit 800 mal 480 Bildpunkten;

Schnittstellen: vier USB-Ports, zwei Serial-Ports, SD- und CF-Slot, Bluetooth, WLAN, Ethernet on Board, analoge und digitale Audio-Anschlüsse, CAN-Bus;

Abmessungen: 17,80 x 5,02 x 16,24 Zentimeter (Standard Radioschacht);

Preis: je nach Ausrüstung zwischen 1500 und 2500 Euro.

Entwickelt hat den Envader die Inperio Systems GmbH mit ihrer Schwesterfirma Electronic Produktion and Distribution GmbH (EEPD). Nach Angaben der beiden Unternehmen aus Weichs bei München handelt es sich um den in ersten serien- reifen PC, der dem 1-DIN-Format entspricht und in einen Autoradioschacht passt. Die Bedienung erfolgt über einen sie- ben Zoll großen Touchscreen. Je nach Ausbaustufe soll das System zwischen 1500 und 2500 Euro kosten.

Auf den ersten Blick erscheinen die Preise für einen PC überhöht. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass im Auto keine normalen PC-Bauteile verwendet werden können. Im Gegensatz zu seinem Pendant im Office hat der Car-PC Temperaturen zwischen minus 40 und plus 85 Grad Celsius zu ertragen.

Neben der Möglichkeit zur Fahrzeugnavigation bietet der Envader Multimedia-Anwendungen wie das Abspielen von Musikdateien, Bild- und Videowiedergabe sowie den Zugang ins Internet und das Versen- den und Empfangen von E-Mails. Im Bereich Navigationssoftware setzt der Hersteller auf die etablierten Lösungen von Map&Guide sowie Navigon. Eigene Anwendungen kann der User auf den Car-PC, der ein Windows XP Embedded als Betriebssystem besitzt, allerdings nicht aufspielen. "Der Envader, den Medion vertreibt, ist versiegelt", erklärt Christian Blersch, Geschäftsführer von EEPD. Damit will die Firma dem drohenden Supportaufwand vorbauen, den sie befürchtet, wenn Otto Normalanwender den Geräten mit den üblichen Tipps und Tricks zu Leibe rückt. Offen sind dagegen die Systeme, die Inperio Systems an Geschäftskunden ausliefert. Sie lassen sich mit den entsprechenden Applikationen für Einsatzgebiete wie das Flotten-Management oder den Außendienst anpassen. Kontakt mit der Außenwelt, etwa zum E-Mail-Abruf, nimmt der Envader im Hotspot per WLAN oder per Bluethooth-Handy auf.

PC- und Autotechnik konvergieren

Für Hannes Schwaderer, Geschäftsführer von Intel Deutschland, ist der Car-PC nur ein erster Schritt auf dem Weg zur Konvergenz von Fahrzeugelektronik und PC-basierenden Infotainment-Systemen. Später, wenn Dual-Core-Prozessoren im Auto verbaut werden, könnte auch dort der IT-Trend zur Virtualisierung ein Thema sein. Dabei sind verschiedene Szenarien denkbar: Auf einem virtualisierten PC laufen zwei verschiedene Betriebssysteme, wobei eines für das Infotainment zuständig ist, während das andere die sicherheitsrelevanten Funktionen steuert. Oder es werden zwei redundante Betriebssysteme auf dem Rechner aufgesetzt. "Letztlich fährt im Auto Gordon Moore mit", so Schwaderer zu den künftigen Innovationen der PC-Technik im Fahrzeugbau. (hi)