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25.05.1990 - 

Komplexe Technik bremst noch integrierte Informationsverarbeitung

PC-Integration: Nicht mit der DV-Mentalität von vorgestern

25.05.1990

MÜNCHEN (CW) - Zum Jubeln kein Anlaß: PC-Integration fällt angesichts von Herstellerversäumnissen, DV-Friedhöfen und Datenwirrwarr deutschen Anwendern nicht eben leicht. Dennoch zeigten einige DV-Paktiker auf dem "CSE-Anwender-Forum '90 PC-Integration" in München, wie sie ihre Kräfte für den Aufbau einer durchgängigen Unternehmen-Informationsverarbeitung bündeln.

Zahlreiche DV-Profis waren beim CSE-Forum der PC-Integration auf der Spur - erfolgreiche Pioniere indes blieben unter sich. "Was CIM in der Werkstatt hat bringen können, muß die Informationsintegration im Büro erst noch leisten", postulierte beispielsweise Ekkehard Wildhaber. Vor allem steht für den Leiter der Abteilung Arbeitsplatzsysteme bei der Schweizerischen Bankgesellschaft in Zürich noch die optimale Abstimmung transaktionsorientierter "Informations-Serienprodukte" aus, insbesondere aber die administrativen "Spezialanfertigungen" für das Management.

DV-Abteilung muß Monopol-Arroganz ablegen

Ob Daten zentral oder individuell verarbeitet werden sollen, ist für Günter Schorn, Direktor bei den Deutschen Lloyd Versicherungen, entschieden: Beides bleibt in München angesagt.

Allerdings muß die DV-Abteilung erst ihre "Monopol-Arroganz" ablegen, bekannten die Referenten auf dem Anwender-Forum. je mündiger nämlich der Endnutzer, desto größer könne sein Beitrag zum Abbau des Staufrustes ausfallen. Um so mehr könne sich die oft heillos überlastete DV dann auch ihrer Pflicht widmen, die Splitter der bestehenden heterogenen Informationsverarbeitung zu einer ganzheitlichen, durchgängigen Untemehmens-IV zu integrieren.

Eine technokratische Rationalisierung ist nicht mehr ausschließliches Ziel der DV. Vielmehr zeichnet sich ein progressives Wachstum der Anbindungs-, Vernetzungs- und Kommunikationsaufgaben ab. Damit steigen die qualitativen sowie quantitativen Anforderungen im Netzwerkbereich rapide. Perspnalprobleme verschärfen in den nächsten Jahren noch die Lage: In Verbindung mit stagnierender Personalentwicklung entsteht ein Spannungsfeld zwischen Aufgaben, und Umsetzmöglichkeiten.

Zu organisatorischen Hindernissen treten technische Probleme. Im boomenden PC-Markt sollte mittlerweile das Equipment nur wichtige Nebensache sein. Doch weit gefehlt, moniert Rudolf Rauber von der BMW AG in München: Hersteller offerierten zwar vollmundig Kommunikationsarchitekturen, wie beispielsweise IBM bereits seit Jahren mit dem Etikett "strategisch" die Advanced Programto-Program-Communication APPC/LU6.2; auch andere Hersteller böten mittlerweile auf ihren Systemen LU6.2-Implementierungen an, aber Anwendungen dafür gäbe es bisher kaum. Die Komplexität von LU6.2, erklärte Netzwerk-Experte Rauber, bremse die Akzeptanz.

Häufig fehlten in den Anwendungsabteilungen Mitarbeiter, die das LU6.2-Umfeld vom PC über Netzwerke bis zu Großrechnern inklusive Betriebssystemen, Kommunikations-Zugriffsmethoden und Anwendungssubsystemen überschauten. Auch routinierte Anwendungsprogrammierer seien schlicht überfordert, verteilte Anwendungen zu entwickeln, die auf der komplizierten LU6.2-Schnittstelle aufbauen.

Konzept und Stellenwert der Informationstechnik

Wen also die Hersteller im Regen stehen lassen, der muß sich selbst helfen. BMW entwickelte mit dem Store-and-Forward-System Datentransportsystem DTS deshalb um die LU6.2 noch eine benutzerfreundliche Softwareschale.

Die brisanteste Frage zum Thema "Integration", bleibt für Lutz Martiny indes die nach der Informatik-Strategie. Für die Zukunft des PC - und die eines Unternehmens - spielten Konzept und Stellenwert der Informationsverarbeitung im Unternehmen die entscheidende Rolle, resümierte der Gekhäftsführer der Gesellschaft für Automation und Organisation in München. Hier sollten, empfiehlt der DV-Altmeister, die DVer Dampf machen, "DV-Friedhöfe, Insellösungen und Datenwirrwarr" beseitigen - und endlich die DV-Mentalität von vorgestern begraben, anderenfalls sei mit einer Verschärfung der Situation in den Unternehmen zu rechnen.