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19.04.1985 - 

IBM-Heimcomputer wird zu Schleuderpreisen angeboten:

PC-Junior-Bestände müssen liquidiert werden

BOCA RATON (CW) - Wer bisher noch zögerte, einen IBM PC jr. zu kaufen: Er könnte nach Einstellung der Produktion zu einem echten Gelegenheitskauf werden. Computer-Maklern in den USA jedenfalls soll er zu Preisen von weniger als 100 Dollar angeboten worden sein, ohne IBM-Logo zwar, ansonsten aber vollständig. Händler müssen derzeit -komplett mit Farbmonitor - zwischen 759 und 1213 Dollar bezahlen.

Zwar meinen einige der amerikanischen IBM-Gurus, Big Blue habe nur noch sehr wenige Juniors am Lager. Überwiegend aber geht die Branche von einem Lagerbestand zwischen 60 000 und 350 000 Einheiten aus, der irgendwie liquidiert werden muß. Die wenigsten Beobachter können sich vorstellen, daß diese Maschinen über das IBM-Händlernetz abgesetzt werden können. Einige Händler berichten über Beschwerden und Rückgabewünsche ihrer Kundschaft.

Zahlreiche Händler haben, so Informationen aus amerikanischen Handelskreisen, diesen Wünschen auch nachgegeben. Die Händlerschaft erwartet von IBM Unterstützung. "Ich glaube nicht, daß sie uns hängen lassen werden", meint ein Betroffener. Gewünscht werden Maßnahmen zur Preisstützung, eine Rückkaufaktion, ein neues Marketing-Programm oder irgendeine Art von Kommissionssystem, durch das Lager-, Absatz- und Preisrisiko vom Händler auf den Lieferanten übergehen würden.

Wenn alle Stricke reißen, will ein Makler auch nicht ausschließen; daß IBM den Junior ausschlachtet und edlere Teile wie die CPU oder die Floppy-Laufwerke anderen Verwendungen zuführt. Bevor es so weit kommt, dürften freilich noch andere Möglichkeiten geprüft werden: IBM hat eingeräumt, daß man (niedrige?) Gebote für große Stückzahlen zulassen werde. So zeigen sich einige Beobachter überzeugt, daß der PC-Junior innerhalb des nächsten halben Jahres in den Geschäften der K-Mart-Kette auftauchen wird.

Das Gros der Computer-Makler setzt allerdings auf ein anderes Pferd. Den größten Teil der Junior-Bestände werde die in Minneapolis ansässige C.O.M.B. Co. aufkaufen. Diese Company, ein Spezialist für die Verwertung von Industrieposten im Konsumgüterbereich, verfügt neben 15 Einzelhandelsniederlassungen im Mittelwesten über eine Großhandels- und eine Mailorder-Abteilung. Bis IBM mit C.O.M.B. oder einem ähnlichen Unternehmen ins Geschäft kommt, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. "Wenn IBM seine Händler bei Laune halten will wird sie den Junior nicht an C.O.M.B. verkaufen, bevor die Händler ihre Maschinen abgesetzt haben", meint ein Makler.