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10.11.1998 - 

Konkurrenz in Deutschland fordert Opfer

PC-Kette Schadt Computer muß Konkurs anmelden

MÜNCHEN (CW) - Der Computerfilialist Schadt Computertechnik GmbH hat Konkurs angemeldet. Mit dem Aus der über 100 Ladengeschäfte des PC-Verkäufers aus Ludwigsburg verlieren rund 470 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Bei der Pleite scheint es aber nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen zu sein, weswegen die Stuttgarter Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Handelskette aufgenommen hat.

Wie das Unternehmen mitteilte, hat es auch für die Tochtergesellschaften Topline Computer Vertriebs GmbH, die Proline Business GmbH sowie für die Cube Systems GmbH Konkursantrag gestellt.

Nach jüngsten Informationen prüft die Stuttgarter Staatsanwaltschaft, ob sich der Tatverdacht der Konkursverschleppung erhärten läßt. Außerdem haben zwei deutsche Unternehmen Strafanzeige gestellt, weil Schadt offene Forderungen nicht beglichen habe. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert ferner Gerüchte, denen zufolge der Computerhändler versucht habe, Prozessoren einzeln zu verkaufen, die für den ausschließlichen Einsatz in Schadt-Computern bestimmt waren.

Pleite mit Ansage

Die Fachhandelskette für Computer und Zubehör steckte schon seit längerem in Schwierigkeiten. Unter anderem waren den Mitarbeitern die Septembergehälter erst mit zweiwöchiger Verspätung ausgezahlt worden. Schadt hatte letztmals im Frühjahr 1997 Geschäftszahlen veröffentlicht. Seinerzeit vermeldete man einen Bruttoumsatz von 285 Millionen Mark.

Damit fällt nach Escom ein weiterer Billig-PC-Anbieter in der Bundesrepublik dem scharfen Wettbewerb zum Opfer. Schuld daran sind insbesondere branchenfremde PC-Verkäufer und Fachmärkte. Nach von der BBE Unternehmensberatung GmbH aus Köln gesammelten Erkenntnissen drängen immer mehr branchenfremde Anbieter wie SB-Warenhäuser/Verbrauchermärkte und Lebensmittel-Discounter auf den PC-Markt. Der von den Kölnern veröffentlichte "BBE-Branchenreport PC 98" belegt, daß diese PC-Verkäufer 1997 immerhin schon 4,5 Prozent des PC-Markts erobern konnten. Zu den branchenfremden Anbietern zählt Monika Mildner-Blumenthal von der BBE-Unternehmensberatung Lebensmittelketten wie Aldi und Lidl.

Davon betroffen war auch Schadt. Zahlen der IDC für das zweite Quartal 1998 belegen, daß Schadt zwischen April und Juni dieses Jahres nur noch 37000 PCs an den Mann bringen konnte. Das ist nicht einmal ein Viertel dessen, was Spitzenreiter Vobis Group und der Zweitplazierte SNI jeweils verkauften. Zur Vobis Group gehören neben dem PC-Filialisten Vobis Microcomputer AG die Tochtergesellschaften Maxdata GmbH und Peacock AG.

Ähnlich mager sieht es für Comtech und Actebis aus, die mit 38000 beziehungsweise 39000 verkauften PCs im zweiten Vierteljahr nicht viel erfolgreicher als Schadt operierten.

Ein wenig tröstlich für die vor dem zeitweisen beruflichen Aus stehenden Mitarbeiter könnte sein, daß unmittelbar nach der Pleitemeldung die Konkurrenten PC-Spezialist aus Bielefeld und Comtech aus Waiblingen meldeten, sie hätten einige offene Stellen zu besetzen. Bei Comtech sind PC-Techniker und Fachverkäufer gefragt. Die Bielefelder, so die Mitteilung, hätten Interesse an "qualifizierten Mitarbeitern" von Schadt.