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16.02.2001 - 

Online-Marktplatz nach nur vier Monaten geschlossen

PC-Krise zwingt Dell zu Entlassungen

MÜNCHEN (CW) - Nach der Gewinnwarnung Ende Januar dieses Jahres versucht Dell nun, die Notbremse zu ziehen. Über den Abbau von Arbeitsplätzen sollen die operativen Kosten gesenkt werden. Damit will die Nummer zwei im weltweiten PC-Geschäft den härter werdenden Preiskampf ausgleichen und Marktanteile gewinnen.

Nach bislang unbestätigten Berichten aus Firmenkreisen plant Dell, bis zu 5000 seiner weltweit 39000 Mitarbeiter auf die Straße zu setzen. Sollte sich das bewahrheiten, wäre es die erste große Entlassungswelle bei dem texanischen PC-Hersteller seit seiner Firmengründung 1984. Dass die goldenen Zeiten vorbei sind, haben bei Dell bisher nur die Zeitarbeiter zu spüren bekommen. Ihre Zahl wurde von den Personalverantwortlichen von 3200 auf 2000 gekürzt. Unternehmenssprecher wollten die Spekulationen um den Personalabbau bislang nicht kommentieren.

Mit diesem Schritt möchte Firmengründer Michael Dell die operativen Kosten des Unternehmens senken. Dadurch will sich der Hersteller Spielraum im Preiskampf mit den Wettbewerbern Compaq, IBM und Hewlett-Packard schaffen. Nach Ansicht von Thomas Wang, Analyst bei Morgan Stanley Dean Witter, plant Dell, über weitere Preissenkungen Marktanteile zu gewinnen. Während die Anwender von dem härter werdenden Preiskampf der Hersteller profitieren, wird die Luft für die Anbieter immer dünner.

Gerade Dell, dessen Fokus trotz der Initiativen im Server- und Storage-Umfeld nach wie vor im PC-Geschäft liegt, leidet unter der allgemeinen Flaute. 60 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet der PC-Bereich. Branchenbeobachter werfen den Texanern eine zu konservative Geschäftsstrategie vor. Gartner-Analyst Brian Gammage fürchtet, Dell könnte sich im drohenden Preiskrieg aufreiben. Bei neuen Produkten positioniere sich der Direktanbieter eher als Mitläufer, statt selbst Branchentrends zu setzen.

Eine Schlappe musste Dell auch mit seinem Online-Marktplatz hinnehmen. Nach nur vier Monaten schlossen die Texaner ihre E-Commerce-Plattform, auf der sie Produkte und PC-Zubehör anderer Hersteller anbieten wollten. Ein Dell-Sprecher begründete diesen Schritt mit dem geringen Interesse der Kunden. So konnte der Hersteller mit Motorola, 3M und Pitney Bowes lediglich drei Anbieter für seinen Marktplatz gewinnen. Rob Rosenthal, Analyst bei International Data Corp. (IDC), zeigt sich von der schnellen Kapitulation überrascht: "Offenbar haben die Verantwortlichen nicht verstanden, dass der Aufbau eines Online-Marktplatzes eine längerfristige Aufgabe ist und nicht sofort Profit abwirft." Dell-Sprecher Ken Bissell wollte nicht verraten, wie viel Geld der Direktanbieter mit seinem gescheiterten Marktplatzprojekt in den Sand gesetzt hat.

Abb: Dell sitzt Compaq im Nacken

Das reduzierte Wachstum im PC-Markt zwingt die Hersteller, den Gürtel enger zu schnallen. Das gilt auch für Dell, obwohl der Direktanbieter im vergangenen Jahr deutlich Boden gegenüber Compaq gutmachte. Quelle: IDC