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Schwaches zweites Quartal angekündigt


24.05.1991 - 

PC-Markte Sättigung in Europa bremst Höhenflug von Compaq

HOUSTON (CW) - Das rasante Wachstum des PC-Überfliegers Compaq Computer au Houston ist erst einmal gestoppt. Für das zweite Quartal 1991 erwarten die Texaner weniger als ein Fünftel der Erträge des vergleichbaren Vorjahresabschnittes. Nach diese Ankündigung fiel der Aktienkurs des PC-Herstellers um knapp zwölf Dollar auf 37,5 Dollar.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 1990 hatte Compaq einen Gewinn von 104 Millionen Dollar oder 1,18 Dollar pro Aktie einfahren könne Diesmal werden sich die Texaner mit weitaus weniger begnügen müssen. Weniger als 25 Cento pro Aktie, so die Compaqeigene Prognose, werde man diesem Abschnitt verdienen. Rückläufig soll auch der Umsatz sein: Nach 862 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahrszeitraum werden die Einnahmen um rund 15 Prozent niedriger liegen.

Gründe für Compaqs Talfahrt hatte President und Chief Executive Officer Rod Canion schnell zur Hand. Der zu erwartende Gewinnrückgang resultiere zum einen aus dem starken Dollar, zum anderen aus ein Auslieferungsstau als Folge Fusionen und

Konsolidierungsmaßnahmen bei den amerikanischen PC-Fachhändlern. Würden zwei Verkaufskanäle zusammengelegt, so habe der "überlebende" Händler einen doppelt so großen Lagerbestand und gebe demzufolge erst einmal keine Bestellung mehr auf. Da Compaq bislang ausschließlich auf den indirekten Vertrieb setzt, kann das Unternehmen solche Entwicklungen nicht abfangen. Deshalb gab Canion auch gleich zu verstehen, daß die PC-Schwemme im Handelskanal das Unternehmen noch bis ins dritte Quartal hinein belasten werde. Probleme aber haben die Texaner auch mit dem Europa-Geschäft. Die Zeiten boomender PC-Verkäufe auf dem Alten Kontinent sind vorbei. Grund: Zahlreiche Länder befinden sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

So sank allein in Frankreich der Gesamtumsatz der PC-Industrie um 14 Prozent, in Deutschland um sechs Prozent. Außerdem, so Philippe de Marcillac, Beobachter der europäischer Computerszene für Dataquest in San Jose, seien auch in Europa die PCs mittlerweile derart weit verbreitet, daß es den Vertriebsleuten schwer falle, neue Kunden zu finden. Deshalb prophezeit der Dataquest-Analyst auch für die kommenden zwei Quartale keine signifikante Verbesserung.

Noch aber wollen sich Compaq-Manager mit die Aussichten nicht abfinden. Andreas Barth, Europa-Chef der PC-Company aus Houston klärte einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge erst vor wenigen Wochen, zwar wachse der europäische PC-Markt derzeit deutlich langsamer, sein reich aber werde in diesem Jahr weiterhin stärker zulegen als Gesamtgeschäft von Compaq. Er sei optimistisch für die Ergebnisse des zweiten Quartals.