Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

16.05.2003 - 

Winhec: Microsoft und HP stellen neues Desktop-Design vor

PC mutiert zur Kommunikationszentrale

MÜNCHEN (CW) - Microsoft will mehr Einfluss auf die Gestaltung von Hardware nehmen. Nachdem der Konzern den Hardwareherstellern bereits mit Erfolg beim Tablet PC oder dem portablen DVD-Player "Media2Go" verbindliche Richtlinien zum Bau der Geräte vorgeschrieben hat, versucht der Konzern nun zu definieren, wie eine Workstation am Arbeitsplatz aussehen muss.

Auf den ersten Blick macht der "Athens" viel her. Unter diesem Codenamen präsentierten Microsoft und Hewlett-Packard (HP) auf der Windows Hardware Engineering Conference (Winhec) in New Orleans ihr Konzept einer PC-Workstation der nächsten Generation. Am augenfälligsten ist dabei das 23 Zoll große Dünnfilmtransistor-Display mit einem Breitbildformat von 16 zu zehn. Verglichen mit den heute üblichen Vier-zu-drei-Monitoren, so das Versprechen der Partner, arbeite der Benutzer am neuen Großbildschirm produktiver, da er zum Beispiel zwei Seiten eines Textes oder einer Tabelle gleichzeitig bearbeiten könne.

Ansonsten hebt sich Athens gegenüber der heutigen PC-Generation vor allem durch seine Schlankheit hervor: So entfällt der leidige Kabelverhau auf und hinter dem Schreibtisch, denn Tastatur und Maus sind via Bluetooth angebunden. Das sperrige Rechnergehäuse aktueller PCs weicht einem schmalen Quader. Die Verbindung mit dem großen Bildschirm erfolgt über ein einziges Kabel. Alles in allem ein Konzept, das stark an Apples "Cube" erinnert.

Ein Blick ins Innere des Athens legt ebenfalls Parallelen zu Apples Produktstrategie nahe: Statt des modularen Erweiterungsprinzips herkömmlicher PCs mit Steckkarten versucht die neue Workstation, alle Anforderungen des Büroalltags von Haus aus zu erfüllen. Das für den Unternehmenseinsatz konzipierte Gerät ist dabei mehr als eine Workstation - es bildet eine Kommunikationszentrale auf dem Schreibtisch.

Integration der Telefonie

Das Rechnerkonzept beinhaltet ein Videokonferenzsystem mit am Bildschirm angebrachter Webcam und soll zudem das herkömmliche Telefon ersetzen. Hierzu lässt sich ein Headset am TFT-Display anschließen, und für den Einsatz eines schnurlosen Telefons ist eine Halterung am Monitor vorgesehen.

Dem Benutzer verspricht Microsoft-Gründer Bill Gates durch die Verschmelzung von Rechner und Telefon effizientere Kommunikationsprozesse, wenn etwa die Kontaktdaten eines Anrufers automatisch aus Outlook abgefragt werden. Ferner sollen im Display-Rahmen integrierte Leuchtdioden den Eingang von E-Mails oder Telefonaten signalisieren sowie auf offene Videokonferenzen hinweisen. Bei der Integration in bestehende TK-Welten zeigt sich der Athens kommunikativ: Unterstützt werden sowohl Voice over IP als auch traditionelle Telefonsysteme. Hierzu sind Adapter für die Anbindung an private Nebenstellenanlagen sowie den direkten Anschluss an das öffentliche Telefonnetz geplant.

Unter dem Strich ist der Athens jedoch keine große technische Innovation. Die verwendeten Techniken wie Bluetooth oder WLAN sind alte Bekannte aus dem PC-Baukasten. Ebenso ließ sich die nun betonte Verschmelzung von PC und Telefon bereits in der Vergangenheit mehr oder weniger umständlich mit ISDN, CAPI-Treibern und entsprechender CTI-Software realisieren. Für einen Athena-Rechner kalkulieren HP und Microsoft mit einem Kaufpreis von rund 1750 Dollar.

Schutz vor Datenverlusten

Aber die große technische Innovation ist auch gar nicht der Anspruch, den Gates mit dem Konzept verfolgt: "Der Athens ist nur ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Hardware- und Softwareunternehmen eng verbunden an neuen Geräten arbeiten." Die Chancen, welche in der Synergie aus Hardware und Software stecken, verdeutlicht ein anderes Feature des Athens: der Schutz vor Datenverlusten, wenn der Strom ausfällt.

Auch diese Idee ist nicht neu. In Form der unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USV), die im Störungsfall den Rechner kontrolliert herunterfahren und offene Dateien sichern, sind bereits seit längerem entsprechende Lösungen erhältlich. Nur klappte das Zusammenspiel zwischen USV und PC-Betriebssystem in der Vergangenheit nicht problemlos.

Beim Athens erreichen HP und Microsoft diesen Ausfallschutz, indem sie das für PCs seit längerem verwendete und unter Windows XP vollständig unterstützte Advanced Configuration Power Interface (ACPI) mit einer kleinen Pufferbatterie kombinieren. (hi)