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09.12.1988 - 

Ausbildung den Bedürfnissen des Anwenders anpassen

PC-Schulung: Die Spreu vom Weizen trennen

Ohne Schulung ist eine personelle Nutzung der Personal Computer nicht möglich. Vor allem im Weiterbildungsbereich ist der Markt undurchsichtig. Oft wird die Suche nach einem geeigneten Bildungsträger zum Glücksspiel. Helma Gudrun Fuhrmann beschreibt die Mlndestanforderungen, die eine Schulung am PC erfordert.

Waren PCs früher eher ein Hilfsmittel für Einzelkämpfer, die sich in mühevoller Kleinarbeit das erforderliche Wissen angeeignet haben, so ist es heute unumgänglich geworden, Anwender gezielt auf die Arbeit mit dem Rechner und - vor allem - mit der zugehörigen Software vorzubereiten.

Wenn auch die Anbieter vieler Programme behaupten, daß der Anwender ohne eine Schulung in wenigen Stunden effizient damit arbeiten kann, sieht die Realität in der Regel doch anders aus. Betrachtet man den Funktionsumfang professioneller Textverarbeitungssysteme, wird schnell klar, daß der effektive Einsatz solcher Programme ohne eine Schulung wohl kaum von einem Sachbearbeiter geleistet werden kann. Daher sollte bereits beim Kauf solcher Produkte auf mögliche Schulungsangebote geachtet werden. Die Ideallösung besteht dabei in einer ausführlichen Betrachtung.

Eine solche Schulungsberatung ist jedoch nur dann wirklich sinnvoll, wenn sie den Kenntnisstand, den Arbeitsbereich und die geplanten PC-Anwendungen des künftigen Anwenders berücksichtigt und zu einem individuellen Ausbildungsplan führt. Besitzt jemand keinerlei PC-Erfahrung hat es wenig Sinn, ihn direkt in die Bedienung eines Programmes wie Symphony oder Open Acces einzuarbeiten.

Schwellenängste der Anfänger mehr abbauen

Die Ausbildung sollte darüber hinaus bei den einzelnen Produkten in unterschiedlichen Modulen - etwa für Anfänger und Fortgeschrittene - angeboten werden. Jede Schulung sollte wirklich den Bedürfnissen des Anwenders angepaßt sein. Eine schrittweise Ausbildung muß also von vornherein konkret durchgeplant werden. Vor allem Anfängerkurse sollten in erster Linie dazu dienen, vorhandene Schwellenängste systematisch abzubauen.

Viele Bildungsträger begnügen sich damit, je einen PC für zwei, drei oder mehr Schüler bereitzustellen. Diese Zahl ist im allgemeinen nicht ausreichend. Der Lernende sollte auch im Schulungsinstitut eine Situation vorfinden, die seiner Alltagspraxis entspricht. Dort nämlich nutzt er normalerweise seinen PC allein. Auch hier gibt es eine Ideallösung; die jedoch nur von wenigen, qualifizierten Unternehmen geboten wird: je Schülerplatz ein PC. Dabei ist vor allem darauf zu achten, daß die Größe der Lern- oder Arbeitsgruppen eine individuelle Betreuung jedes Schülers gestattet.

Ausbilder kritisch unter die Lupe nehmen

Bei auftretenden Problemen erweist es sich als nützlich, wenn die Bildschirmmasken über entsprechende Projektionsmöglichkeiten an die Wand oder auf eine Leinwand geworfen werden können, um die Problematik gemeinsam zu erörtern. Einerseits fördert eine Schulung so die Aufmerksamkeit und Motivation und andererseits kann durch den bewußten Einbau von Fehlern - etwa durch den Ausbilder - die aktive Mitarbeit der Schüler verstärkt werden. Dies führt gleichzeitig zum nächsten wichtigen Punkt: den Ausbildern.

Wer beabsichtigt, an einem Lehrgang teilzunehmen, sollte zuvor auch das Ausbildungspersonal einer kritischen Beurteilung unterziehen. Wichtig ist dabei nicht nur, daß die Betreuer fachlich und pädagogisch ausreichend gebildet sind, sondern auch, daß es sich um Persönlichkeiten handelt, die über ein bestimmtes Maß an Ausstrahlung verfügen. Schließlich werden Mitarbeiter ausgebildet, die in ihrem Beruf bereits Verantwortung tragen und über genügend eigene kritische Kompetenz verfügen, um auch ein Lehrangebot auf seine Inhalte zu hinterfragen.

Darüber hinaus sollte die Teilnehmerzahl möglichst niedrig gehalten werden, um einen maximalen Lernerfolg nicht zu gefährden. Als Obergrenze für die Teilnehmerzahl an einer effektiven Schulung gelten zehn Absolventen. Auch die gesamte technische Ausstattung des Schulungsinstitutes sollte in eine Beurteilung mit einfließen. Wer mit der hardwaretechnischen Ausstattung nicht auf dem aktuellen Stand ist, und wer außer dem erforderlichen PC über keine weiteren technischen Hilfsmittel verfügt, wird selten effiziente Schulungen betreiben können. Vor allem in weiterführenden Kursen und Praktika sind Hilfsmittel wie Beamer, Whiteboard, Flipchart, Bildschirm- und Overheadprojektoren und LCD-Platten unverzichtbar.

Kursunterlagen den Bedürfnissen anpassen

Immer wieder negativ fällt bei Kursteilnehmern auf, daß Schulungen nicht mit den aktuellsten Programmversionen durchgeführt werden. Dies ist nicht nur eine wichtige Bewertungsgrundlage für die Auswahl des Schulungsinstitutes, es macht auch deutlich, daß die interne Weiterbildung innerhalb des Institutes sich nicht an den praktischen Anforderungen des Berufsalltags orientiert. Und nicht zuletzt spielen auch die Kursunterlagen eine gewichtige Rolle. Sie sollten nicht nur umfassend und in entsprechender Qualität vorliegen, sondern auch den individuellen Anforderungen eines Kurses angepaßt und in ihren Beispielen realistisch und praxisgerecht sein. Werden diese Empfehlungen bei der Auswahl berücksichtigt, kann davon ausgegangen werden, daß nur solche Institute in die engere Wahl kommen, deren Angebote tatsächlich der gewünschten Qualität und den Bedürfnissen des Marktes wie des Anwenders entsprechen.