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11.01.1985 - 

Komponentenengpaß bringt IBM in Verzug:

PC/XT profitiert von AT-Lieferproblem

BOCA RATON (CW) - Mit Lieferproblemen kämpft die IBM bei ihrem bislang nur als Prototyp vorgestellten Mikro PC AT. Betroffen ist die erweiterte Version dieses Rechners mit Festplattenspeicher - die Basisausführung mit Diskettenspeicher wird von diesen Schwierigkeiten nicht tangiert.

Die Lieferprobleme des PC AT führt ein amerikanischer IBM-Sprecher auf eine unerwartet große Nachfrage und zu knappe Komponentenlieferungen zurück. Wie das Wall Street Journal in Erfahrung gebracht hat, wurden die Händler darüber informiert, daß bereits zugesagte Auslieferungen für das erste Quartal 1985 nicht realisiert werden können. Das IBM-eigene Verkaufspersonal sei angewiesen, den Direktkunden bis zu neun Monaten Lieferzeit zu annoncieren. IBM seinerseits begründet die Lieferverzögerungen mit Teile-Knappheit, um die Qualität des AT nicht zu gefährden. Mitbewerber hegen die Vermutung, daß der Lieferant des Laufwerks sowohl Mengenals auch Qualitätsprobleme größerer Art zu überwinden habe.

Die neue Winchester, die auf 5 1/4 Zoll bis zu 20 MB speichern kann, verlange von der Mechanik höchste Präzision. Stöße, Belastungen und Temperaturschwankungen erzeugen durch kleinste Abweichungen bereits bedenkliche Systemfehler. So verliert die Winchester ganze Informationsblöcke. An diesem Aussteigerproblem werde fieberhaft gearbeitet.

Der OEM-Lieferant Computer Memories of Chatsworth, Kalifornien, habe das Problem nach eigener Aussage bereits im Griff, die Fertigung müsse aber noch entsprechend verbessert werden.

Mit Anlaufschwierigkeiten ist auch bei der Software zu rechnen, schreibt die CW-Schwesterpublikation PC WELT in ihrer neuesten Ausgabe. Programme, die auf anderen PC-Systemen laufen, können wegen Inkompatibilitäten der eingesetzten Betriebssysteme nicht ohne weiteres auf die AT-Computer übernommen werden. Aus gutunterrichteten Quellen liegen indes erwartete Auslieferungsdaten vor.

So sollen die PC-Network-Komponenten ab erstem Quartal 1985 geliefert werden. Die Software und deutsche Dokumentation haben demnach folgende Auslieferungstermine bis zum vierten Quartal 1985: DOS 3.0 (deutsch) erstes Quartal '85, DOS 3.1 (US) zweites Quartal '85, DOS 3.1 (deutsch) viertes Quartal 85 und Xenix im März 8 5.

Nach Ansicht von US-Experten biete die derzeitige Situation vor allem den Herstellern eine unerwartete Chance, die mit PC-AT-Lookalikes auf den Markt kommen wollen.

Dennoch, die Lage hat auch für IBM Gutes, meint Anthony Morris, Präsident der Morris Decision Systems Inc. aus New York. Die Verzögerungen, so die Prognose des Beraters, könnten den Verkäufen des PC/XT durchaus zugute kommen.