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26.04.1991 - 

CD-ROM im Einsatz auf Personal Computern

PCs bewältigen mit neuen Medien riesige Datemengen

Um das weltweite Angebot an Informationen, das sich regelmäßig im Laufe von nur sieben Jahren etwa verdoppelt, sinnvoll in den Griff zu bekommen, bietet sich mehr und mehr die CD-ROM-Technologie an. Neuerdings kann mit diesen Massenspeichern auch auf PC-Systemen, egal ob MS-DOS oder Macintosh, gearbeitet werden, Franz Fischbach schlüsselt im folgenden Beitrag auf, wo die CD-ROM-Technologie zur Zeit steht und wo die Perspektiven dafür liegen.

Für den Einsatz der CD-ROM kommen zunächst in der Hauptsache professionelle DV-Anwendungen in Betracht. Zu den zukünftigen Einsatzgebieten zählen:

- Innerbetriebliche Publikationen in Industrie und Handel,

- Statistiken und Archive aus verschiedenen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens,

- Datenbanken mit unterschiedlichen Inhalten, zum Beispiel aus den Bereichen:

- Gesundheitsfürsorge mit Informationen zur Diagnose und zu den Medikamenten,

- Wissenschaft und Technik,

- Transport,

- Kartografische Anwendungen,

- Rechtswesen mit Gesetzestexten, Verträgen und allgemeinen Standardformulierungen,

- Multimedia-Anwendungen, um Musik, das heißt alle im Handel erhältlichen Audio-CDs, in Verbindung mit schriftlichen und mündlichen Erklärungen weiterzuverarbeiten,

- kartografische Sammlungen,

- Desktop-Publishing-Anwendungen, mit Piktogrammen und anderen grafischen Darstellungen.

Von der leicht auswechselbaren CD-ROM, die im Laufwerk eines PC-Systems integriert ist, kann jeder Sachbearbeiter von seinem Schreibtisch aus mit Hilfe einer entsprechenden Datenbanksoftware sofort und ohne lange Umwege aus riesigen Datenbeständen von mehr als 650 MB bestimmte Informationen gezielt abrufen. Das zeitaufwendige Nachschlagen in riesigen Mengen von Aktenordnern entfällt. Darüber hinaus ist der Anwender in der Lage, die auf der optischen Speicherplatte gefundenen Daten vom Bildschirm in beliebige Dateien zu kopieren, um sie in einem anderen Zusammenhang weiterzuverarbeiten oder neu anzuordnen.

Da das gesamte Thema "Kompatibilität und Standards" zur Zeit ganz allgemein noch sehr unübersichtlich ist, haben es die Entwickler auch nicht leicht, für die CD-ROM eine allgemein gültige Software zu entwerfen, die beispielsweise auch die Fähigkeiten des jeweils angeschlossenen Bildschirms und/oder des grafikfähigen Druckers optimal ausnutzt. Für die jeweilige Anwendung muß die CD-ROM für MS-DOS oder Unix spezielle Treiber für die angeschlossenen Geräte enthalten.

CD-ROM, CD-Audio (CD-A) und CD-Video haben einen gemeinsamen Ursprung, der sich auch in der Bezeichnung CD (abgeleitet von Compact Disc) widerspiegelt. Die CD-ROM-Technologie begann etwa 1983 und sah dabei schon eine Normierung für diesen optischen Massenspeicher vor. Von dem US-amerikanischen Ort High Sierra, an dem die verschiedenen Spezifikationen vereinbart wurden, leitet sich auch die Bezeichnung "High-Sierra-Standard" ab. Sowohl die CD-Audio als auch die CD-ROM werden bereits industriell in großen Stückzahlen gefertigt, so daß sie sich inzwischen als standardmäßige Massenspeicher im Markt durchgesetzt haben.

Im Bereich der Musikproduktion steigerte die Audio-CD in den Jahren von 1983 bis 1985 ihren Marktanteil bereits auf 25 Prozent im Vergleich zur normalen Schallplatte. Im Jahre 1990 stellte der Schallplattenund CD-Hersteller PDO, Hannover, die Produktion von "Schwarzer Ware", das heißt Schallplatten, ein, weil sich inzwischen das Kaufverhalten der Kunden fast vollständig von der konventionellen Schallplatte auf die qualitativ bessere Audio-CD umorientiert hatte. Aber auch wegen der einfachen Produktionsverfahren und der Kostensituation her sind die CDs attraktiver als normale Schallplatten.

Schon in der ersten Entwicklungsphase erkannten die Hersteller, daß nur ein allgemein anerkannter Industriestandard in der Lage ist, die CD-ROM-Technik weltweit einzufahren. Standards machen die CD-ROM unabhängig von einer speziellen Hardware oder bestimmten Herstellern. Da das High-Sierra-Format ausschließlich die äußere Abmessung des Datenträgers CD mit 5,72 Zoll (= 12 cm) und den Durchmesser des Lochs im Mittelpunkt festlegt, enthält das "Yellow Book" weitergehende Standards, die unter anderem die technischen Eigenschaften der CD-ROM, der Abspielgeräte sowie der Datenformate aufeinander abstimmen. Um so bedauerlicher ist es, daß es für Dateiformate und CD-ROM-Abspielgeräte noch weitere Standardisierungsvorschläge zum Beispiel im "Green Bock" und im "Red Book" gibt, die leider alle voneinander abweichen. Aber es scheint, daß sich die Normen laut Yellow Book bisher am weitesten durchgesetzt haben.

Standards laut Yellow Book: Das Yellow Book legt unter anderem fest:

- die Art der Datenaufzeichnung, das heißt, daß die CD-Platte in einer 5,4 Kilometer langen Spirale von innen nach außen beschrieben wird (im Gegensatz zur Schallplatte, deren Spirale von außen nach innen abgespielt wird),

- die Lesegeschwindigkeit von 1,2 Meter in der Sekunde. Die Länge von 5,4 Kilometer für die Spirale ergibt sich durch die Lesegeschwindigkeit von 1,2 Meter pro Sekunde (1,2 Meter x 60 Sekunden x 75 Minuten),

- die Datenübertragungsrate von 176 KB pro Sekunde,

- die Speicherkapazität von mehr als 650 MB in der DV und von 75 Minuten für Audio

- die Angaben im Inhaltsverzeichnis, zum Beispiel

- wer die CD-ROM beschrieben hat,

- welche Dokumente auf der CD-ROM gespeichert sind,

- welche Programme beziehungsweise Anwendungen in der Lage sind, auf bestimmte Dokumente zuzugreifen,

- welche Lizenzvorschriften zu beachten sind,

- wo ergänzende Informationen zu den Dokumenten und der Software zu finden sind.

Format ISO 9660: Das High-Sierra-Format wurde in der internationalen Norm ISO 9660 weiter fortgeschritten. Die ISO 9660 bestimmt unter anderem

- die Namensstruktur, etwa,

- welche Zeichen für den Namen zugelassen sind,

- wieviel Stellen der Name maximal belegen darf,

- die Anzahl der möglichen Unterverzeichnisse (Sub-Directories) sowie

- die Datenaufzeichnung in Blöcken, die bei der CD (im Unterschied zur DV) in Minuten und in Sekunden eingeteilt sind.

Bei den CD-ROM-Platten genügt es nicht, daß die Daten laut den Normvorschriften eingebrannt wurden. Die Bit-Darstellung auf den CDs muß mit den Bit-Mustern übereinstimmen, die das Computersystem erwartet. Nur wenn die Daten- und Aufzeichnungsformate standardisiert sind, ist es möglich, CD-ROM-Lesegeräte und Computer von x-beliebigen Herstellern unabhängig vom Betriebssystem einzusetzen, ohne daß Schwierigkeiten beim Lesen oder Übertragen der Daten auftreten. Für die verschiedenen Informationsarten existieren unterschiedliche Standards:

- der ASCII-Code (American Standard Code für Information Interchange), der bei textorientierten Informationen mit sieben oder acht Bits ein alphanumerisches Zeichen verschlüsselt,

- das Tec Image Fileformat (TIFF) für grafische Darstellungen und Bilder,

- PICT (Abkürzung von Picture) für objektorientierte Informationen in Punkt- oder Pixeldarstellungen sowie

- EPS. (Encapsulated Postscript Format), ein industriell standardisiertes Dateiformat, das von Adobe entwickelt wurde und sich inzwischen als weltweiter Standard für elektronische Lichtsetzmaschinen und ähnliche Einsätze durchgesetzt hat.