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02.10.1987 - 

Beim Gewinn schaut Mannesmann-Tochter noch in die Röhre

PCS riskiert bei Unix-Rechner Risc

MÜNCHEN (ab) - Mit dem Unix-Rechner in Risc-Technologie "Cadmus RX" hat das Münchner Systemhaus PCS jetzt sein Bekenntnis zur Risc-Welt untermauert. Als "Antwort auf die Forderung des Marktes nach ständig steigenden Rechenleistungen" bezeichnete PCS Gründer und Berater Professor Georg Färber die Entscheidung für die Reduced-Instruction-Set-Computer-Architektur.

Fünf bis sieben Mannjahre wurden in die Entwicklung der Maschine gesteckt, die auf einem 32-Bit-CMOS-VLSI-Risc-Prozessor und einem daran gekoppelten Gleitkomma-Coprozessor basiert. Die Rechenleistung des 180 000 Mark teuren Cadmus RX mit Unix-Version 3 gab Färber mit zehn Mips und sechs Megaflops an. Zwar sei diese Verarbeitungsoptimierung durch die Risc-typische Reduzierung von Maschinentakten pro Befehl realisiert worden, doch eine völlige Abkehr vom Cisc-Rechner (Complex-Instruction-Set-Computer) bedeutet dies Färber zufolge nicht: "In zehn Jahren haben wir uns von Risc vielleicht schon wieder abgewandt."

Der bereits etablierten Cadmus-Familie 9000 bescherten die Münchner Zuwachs durch das Modell /5, das die Rechnerleistung um 60 Prozent auf vier Mips steigern soll. Mehr Verarbeitung bei 100prozentiger Objektcode-Kompatibilität habe die Entwicklung dieses Typs geprägt, meinte PCS-Marketingchef Bernd Wiemann. Basis des Cadmus/5 bildet ein Motorola 68020 mit einer Taktrate von 25 Megahertz. Die Speicherverwaltungseinheit MMU (Memory Management Unit) ermöglicht, auf den Cache-Speicher ohne Wartezyklen zuzugreifen. Knapp 41 000 Mark kostet der Rechner in der Grundkonfiguration.

Ein verstärktes Engagement auf den vier anvisierten Zielmärkten verspricht sich die GmbH von den Jetzt vorgestellten Neuheiten. "PCS stammt aus dem Universitätsbereich", konstatierte Bernd Wiemann man wolle jedoch auch die Aktivitäten in den F&E-Abteilungen großer Industriebetriebe fördern. Weitere Vertriebsanstrengungen werden auch in den Sparten VAR, OEM und vernetzte technisch-wissenschaftliche Anwendungen unternommen erklärte Wiemann, ebenso wie für den Absatz von intelligenten Industrieterminals; hiervon verkauft PCS jährlich 2000 Stück an OEM-Partner.

Daß das zu 65 Prozent zur Mannesmann AG gehörende Unternehmen trotz verbesserter Vertriebsergebnisse und eines Umsatzzuwachses von 30 Prozent auf 55 Millionen Mark noch immer ohne Gewinn operiere und den Break-even-point noch vor sich habe, führt Geschäftsführer Klaus Otto Schmidt auf den Kostenaufwand für Forschung und Entwicklung zurück. "Wir sind", konstatierte er dennoch, "rundum zufrieden."