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Kolumne

PCs sind wie Obst

11.10.2005

Sun-Chef Scott McNealy hat PCs vor Jahren mit Früchten verglichen, weil ihre Anbieter auf dem Weg zum Kunden keinen zusätzlichen Wert schafften. Viele so genannte Hersteller würden gar nichts mehr selbst entwickeln oder fertigen, sie würden Produkte mit ihrem Label darauf nur noch in die Regale stapeln. Diese Anbieter seien wie Supermärkte, die Obst verkaufen. Das Einzige, was sie dem Obst hinzufügten, seien braune Flecken. Inzwischen können sie nicht einmal mehr das, weil die Arbeitsteilung weiter fortgeschritten ist und oft weder Anbieter noch Händler die Rechner zu Gesicht bekommen, bevor sie beim Kunden landen.

Obwohl McNealys Vergleich heute leicht hinkt, wird der PC-Markt dem für Lebensmittel immer ähnlicher. In beiden Fällen handelt es sich zumindest im Desktop-Segment um Commodities, über deren Absatzzahlen in erster Linie der Preis bestimmt (siehe Seite 6). Service spielt bei den Hardwarepreisen nur noch eine untergeordnete Rolle. Funktionieren die Rechner nicht, werden sie einfach ausgetauscht. Die meisten Geräte leisten allerdings klaglos ihre Arbeit, und zwar häufig länger, als ihren Anbietern lieb sein kann. Zurzeit haben Einkäufer wenig Grund zum Neukauf. Selbst das früher wichtigste Argument für eine Ersatzbeschaffung - der Hardwarehunger neuer Software - zählt nicht mehr.

Was für Desktop-PCs gilt, stimmt für Laptops in zweifacher Hinsicht nicht. Zum einen ist dieser Markt noch nicht gesättigt und deshalb nicht so preisgetrieben. Zum Zweiten finden sich dort dank weiterer Fortschritte in der Miniaturisierung, in der Stromaufnahme der Prozessoren und vor allem in der Weiterentwicklung der mobilen Schnittstellen (WLAN, UMTS, DVB-T) noch relativ kurze Innovationszyklen, die Kunden den Austausch ihres Altgerätes schmackhaft machen. Außerdem benutzen viel reisende Angestellte und Freiberufler Laptops immer häufiger als Desktop-Ersatz. So kommt es, dass PC-Anbieter fast ausschließlich noch im Laptop-Segment wachsen und Geld verdienen.

Laptops werden die Tischrechner jedoch nicht ganz verdrängen. In Unternehmen existieren etliche Einsatzgebiete, in denen die billigen Boxen aufgrund ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses unschlagbar sind. Anders ausgedrückt: Wer auch immer das Obst liefert, es bleibt ein lebenswichtiges Nahrungsmittel.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der Computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.