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08.05.1987 - 

Schule bildet Blinde und Sehbehinderte per Computer aus:

PCs sorgen für mehr Selbständigkeit

BASEL (CWS) - Personal Computer mit verschiedenen Ein- und Ausgabegeräten für die nichtvisuelle Kommunikation werden im Unterricht eingesetzt. Die Eingliederungsstelle für Sehbehinderte bildet Blinde und Sehbehinderte aus.

Ein blinder Fachlehrer der Eingliederungsstelle schildert seine Arbeit mit dem Computer: "Wer als Blinder oder Sehbehinderter seine Notizen bisher in Blindenschrift oder auf Tonbandkassetten gemacht hat, konnte diese nur beschränkt selbst redigieren, also durchstreichen, unterstreichen oder Textstellen farbig markieren. Mit dem Blindenterminal kann jetzt der geschriebene Text sofort kontrolliert werden. Für Kleinigkeiten, wie das Korrigieren eines Textes, ist man nicht mehr auf die Hilfe Fremder angewiesen. Das bedeutet mehr Selbständigkeit in der Arbeit."

Die Schule verfügt über ein Netzwerk, an das drei Personal Computer vom Typ AT 02 und drei XT-Modelle von IBM angeschlossen sind. Das Netz und die PCs im Wert von mehr als 100 000 Franken sind Schenkungen der Firma IBM. Die Rechner sind teilweise mit 24-Zoll-Bildschirmen ausgerüstet. Die Verdoppelung der Abbildungsgröße reicht für einige sehschwache Schüler bereits aus, um mit den Programmen arbeiten zu können. Personen, die nur noch über einen kleinen Sehrest verfügen, können die Schrift linear bis auf das Sechzehnfache der üblichen Abbildung vergrößern. Blinde haben für die Ausgabe zwei Arten von Geräten zur Verfügung: eine Schriftzeile (Braille-Zeile), mit der eine einzelne Ausgabezeile mit den Händen ertastet und gelesen werden kann, und die Sprachausgabe, mit der sich geschriebene Texte in Tonsignale umwandeln lassen. Mit einem Cursor sind die entsprechenden Textstellen ansteuerbar. Das Audioterminal kann deutsche, französische, italienische spanische oder englische Texte lesen. Ein Punktdrucker erlaubt die Ausgabe von Texten in Blindenschrift (Braille-Schrift). Zur Texteingabe kann ein Scanner benutzt werden.

Nicht jede Software ist für Sehschwache gleich geeignet. Deshalb werden Standard-Textverarbeitungsprogramme verwendet. Grafikorientierte oder über Maus gesteuerte Programme kommen nicht zum Einsatz. Einige Übersetzungsprogramme wurden selbst geschrieben. Auch für die Telefonistinnen-Ausbildung steht ein eigenes Programm zur Verfügung. Mit dem Einsatz von Standard-Software soll der Benutzerkreis nicht eingeschränkt werden, denn Sehende, Sehschwache und Blinde sollen mit den gleichen Computersystemen arbeiten können. Alle Dateien werden auf einem Personal Computer gespeichert, der als Netzwerk-Server im Einsatz ist.

An der Eingliederungsstelle für Sehbehinderte in Basel werden jedes Jahr zwischen 50 und 60 Personen ausgebildet. 16 Lehrkräfte, davon fünf mit Teilzeitpensum, unterrichten in folgenden Berufen: Telefonisten, kaufmännische Angestellte, Handelsschule, Büromitarbeiter, Zwischenjahr für Gymnasiasten, Sprachen, blindentechnische Grundausbildung, Telex-Bedienung, elektronische Kartei für Blinde, Punktschriftunterricht und Maschineschreiben. Aufgenommen werden Sehbehinderte aus der ganzen Schweiz im Alter von 16 bis 45 Jahren.