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10.06.1988 - 

Abmagerungskur der Ex-VW-Tochter zeigt Erfolge, aber:

PCs spielen für TA kaum noch eine Rolle

MÜNCHEN (ujf) - Die TA Triumph-Adler AG hat in den ersten vier Monaten 1988 nach Angaben von Vorstandschef Francesco Tató ein positives Betriebsergebnis erwirtschaftet. Das vergangene Geschäftsjahr hingegen hatte den Mutterkonzern Olivetti noch mit einem Fehlbetrag von 223 Millionen Mark belastet. Nach der Sanierung präsentiert sich nun eine schlanke TA, die sich auf das Schreibmaschinengeschäft konzentriert hat.

Sein Erfolgserlebnis hatte Francesco Tató im "ersten Tertial" 1988. Zwischen dem 1. Januar und dem 30. April setzte das Nürnberger Bürotechnik-Unternehmen nicht nur 15 Prozent mehr um als im Vergleichszeitraum 1987; statt eines Mankos in Höhe von einigen 80 Millionen Mark blieb sogar ein Brutto-Überschuß von 4,4 Millionen Mark in der AG-Kasse. Im laufenden Fiskaljahr will der aus Italien stammende Sanierer TA wieder in die schwarzen Zahlen führen, ein Unterfangen, das während der Volkswagen-Ära keinem Vorstand gelungen war.

Das Plus hat seinen Preis: Der Umsatz der TA AG fiel 1987 um 31 Prozent auf 609 Millionen Mark zurück, und allein 80 Millionen Mark kostete der Sozialplan. Über 2700 Arbeitsplätze gingen verloren; die Belegschaft des traditionell vom US-Geschäft abhängigen Herstellers schrumpfte von 1986 bis April 1988 auf kaum mehr als 4000 Mitarbeiter. Auch in der obersten Etage wurden einige Stühle frei: Der Vorstand besteht nur noch aus drei (früher sieben) Mitgliedern. Der Aufsichtsrat wurde auf 12 (vorher 20) Mitglieder verkleinert; zum 1. Juni schieden die beiden Olivetti-Generaldirektoren Elserino Piol und Vittorio Levi aus, ferner Angelo Fornasari und VW-Professor Ernst Fiala.

Der Computer, einst zwecks Zukunftssicherung ins Sortiment eingeführt, wurde zum Stiefkind der Gesellschaft. Nach Tatós Ansicht liegt für TA der Markt im "Textbereich", und so kommt dem Computer jetzt die Nebenrolle eines "Sekretariats-Arbeitsplatzes" zu, eines Geräts, das man eher beim Büromaschinenhändler als im Systemhaus kauft. Weil das beratungsbedürftige Produkt PC bei den klassischen TA-Händlern nicht ankommt, aber auch wegen des scharfen Wettbewerbs mit bekannteren Marken, fiel der Computeranteil 1987 auf etwa zehn Prozent des Umsatzes. Schreibmaschinen brachten mehr als die Hälfte der Einnahmen.

Die rund 60 Millionen Mark DV-Umsatz des vergangenen Jahres verteilten sich auf die MS-DOS-Modelle (mitsamt beiden Datev-Spezialversionen) und den als Bürokommunikations-Komponente angebotenen Unix-Rechner M32. Als Sortimentsabrundung nach oben kam zur CeBIT das System MSX 3200 hinzu. Dabei handelt es sich aber keineswegs um eine Neuentwicklung: Die Geräte sind mit der Olivetti-Baureihe LSX 3000 identisch.