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19.04.2005

PDF und Flash unter einem Dach

Adobe übernimmt Macromedia für 3,4 Milliarden Dollar.

Softwarelösungen für das Erzeugen, Verwalten und Verbreiten von Inhalten und Applikationen - das ist die Vision, die Adobe-Chef Bruce Chizen nach eigenen Angaben vor Augen hatte, als er die Übernahme beschloss. Billig ist der Deal nicht: Adobe zahlt 3,4 Milliarden Dollar in Aktien. Jeder Macromedia-Aktionär erhält je Anteil 0,69 Adobe-Aktien. Stimmen die Kartellbehörden zu, werden Macromedia-Aktionäre künftig 18 Prozent der Adobe-Anteile halten.

Die Softwarehäuser haben einiges gemeinsam, angefangen beim Firmensitz in Kalifornien. Beide entwickeln und vertreiben Software für Web-Entwickler, Grafiker und Autoren sowohl im privaten als auch im professionellen Umfeld. Adobe liefert zudem Programme zum Herstellen und Verbreiten von elektronischen Dokumenten im Firmenumfeld.

Inhalte für mobile Geräte

Vornehmlich handelt es sich dabei um Desktop-Software. In diesem Segment möchte Adobe auch weiterhin tätig sein, als Wachstumsfelder hat Chizen jedoch mobile Endgeräte sowie die IT-Umgebungen von Unternehmen ausgemacht. Ansatzweise ist das Duo hier schon präsent. Adobe hat sich einen Namen vor allem mit dem "Adobe Reader" gemacht, der auf Millionen von Rechnern weltweit das Betrachten von Dokumenten im Portable Document Format (PDF) ermöglicht. Kostenpflichtige Werkzeuge wie "Acrobat Professional" dienen dazu, PDF-Dokumente im Team zu erzeugen und neuerdings auch Workflows zu steuern. In den letzten Jahren hatte Adobe viel in Server-Produkte investiert, um sich als Lieferant von Dokumentensoftware zu etablieren.

Ziel ist es unter anderem, Papierdokumente durch elektronische Formulare in der Industrie sowie in der öffentlichen Verwaltung zu ersetzen. So sind etwa Behörden in der Lage, Anträge als PDF-Formular zur Verfügung zu stellen, wobei die vom Bürger eingetragenen Daten automatisch validiert und ohne Medienbruch in bestandsführende Systeme überführt werden. Für Verbreitung im Firmenumfeld sorgt auch eine Kooperation mit SAP. Die Walldorfer liefern Adobes "Interactive Forms" gemeinsam mit Netweaver aus. Unlängst hatte Adobe die Produktsammlung "Creative Suite 2" vorgestellt, die verschiedene Programme des Herstellers enthält und erweiterte Funktionen zum Publizieren auf Handy-Displays bietet. Fortsetzung auf Seite 4

Macromedias "Flash" gilt als De-facto-Standard für animierte Web-Inhalte. Außerdem bietet der Hersteller eine Reihe von Produkten zum Entwickeln und Verteilen von Flash-Content. Daneben vertreibt das Unternehmen mit "Dreamweaver" eines der führenden Web-Design-Werkzeuge. Um auch Entwicklungsplattformen für datenbankgestützte Web-Applikationen bieten zu können, kaufte Macromedia Anfang 2001 die Firma Allaire mit "Cold Fusion". Mit "Flex" begann der Hersteller mit dem Versuch, Web-Applikationen und Flash-Animationen zusammenzubringen - wohl wissend, dass Microsoft ähnliche Verfahren mit Longhorn ausliefern wird. Flex gestattet es, Rich-Media-Oberflächen für Web-Anwendungen zu entwickeln. Mit den ebenfalls noch recht neuen Produkten "Breeze" und "E-Learning Suite" können Firmen Web-basierende Schulungen sowie Präsentationen organisieren. Das "Web Publishing System" dient dazu, Inhalte auf Websites zu publizieren. Zudem entwickelt das Softwarehaus Flash-Varianten für mobile Endgeräte sowie "Flashcast", eine Plattform zum Ausliefern von Flash-Content an Handys.

Überschneidungen im Portfolio

Dass sich beide Produktportfolios ergänzen, ist unbestritten. Gleichwohl gibt es auch Überschneidungen. Adobes Web-Design-Werkzeug "Golive" steht im Wettbewerb mit Dreamweaver, ebenso konkurrieren die Bildbearbeitungsprogramme "Photoshop" (Adobe) und "Fireworks" sowie Macromedias Grafikprogramm "Freehand" und "Illustrator" miteinander.

Nach den Worten von Ulrich Kampffmeyer, Experte für Dokumenten-Management und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Project Consult in Hamburg, verstärkt Adobe durch die Übernahme auch sein Engagement im Content-Management-Umfeld. So erwerbe die Firma Funktionen zur Rich-Media-Integration (Bilder, Töne und Filme), zur Verwaltung multimedialer Inhalte sowie zum Web-Publishing. Des Weiteren verfüge Macromedia über J2EE-Know-how und mit "Jrun" über einen eigenen Java-Server, während Adobe meist noch auf proprietäre Ablaufumgebungen setze.