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23.05.1997 - 

Ostwestfalen hoffen auf eine bessere Zukunft unter dem Metro-Dach

Peacock schlüpft bei Maxdata unter

Schon seit Wochen waren Gerüchte im Umlauf, daß der finanziell angeschlagene ostwestfälische PC-Hersteller und -Distributor, der zu je 50 Prozent den Firmengründern und -lenkern Hartmut Hellweg und Hermann Greif gehört, heftig umworben wird. Als potentielle Käufer tauchten dabei Ingram Micro und Fujitsu ICL, aber auch die Vobis-Tochter Maxdata auf. Bei der 1987 von Holger Lampatz gegründeten Gesellschaft, im PC-Geschäft unter anderem mit der Eigenmarke "Artist" vertreten, stehen derzeit alle Zeichen auf Expansion. Im Geschäftsjahr 1996 stieg der Umsatz nach eigenem Bekunden um 76 Prozent auf 673 Millionen Mark. Der Gewinn vor Steuern verdoppelte sich auf 23,7 Millionen Mark. Derzeit ist das Unternehmen dabei, Niederlassungen in Großbritannien, den Niederlanden, in Frankreich und Taiwan aufzubauen. Selbst in den USA will man spätestens nächstes Jahr vertreten sein.

Die Metro AG erzielte im Computergeschäft 1996 einen Umsatz von 2,94 Milliarden Mark. Über die Handelketten Kaufhof, Saturn und Media-Markt sowie die Vobis-Läden verfügt sie über ein bundesweites Vertriebsnetz. Peacock wird voraussichtlich als eigenständiger Unternehmensteil den Maxdata-Aktivitäten zugeschaltet. Welche Auswirkungen der Deal auf die Mitarbeiter haben wird, ist noch nicht abzusehen. Derzeit stehen rund 550 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste.

Mit dem Aufkauf von Peacock endet einmal mehr eine deutsche PC-Erfolgsstory. 1978 zunächst als Handelsunternehmen für Unterhaltungselektronik gegründet, rückten die Ostwestfalen Anfang der 90er Jahre mit eigener PC-Marke und immer neuen Umsatzerfolgen ins Rampenlicht der deutschen PC-Szene. Im Geschäftsjahr 1994 schaffte Peacock den Sprung über die Umsatzmilliarde, stieg zum siebtgrößten PC-Distributor der Welt und viertgrößten in Europa auf und gehörte zu den zehn wichtigsten PC-Herstellern in Deutschland. Im gleichen Jahr kaufte man mit der Itos GmbH einen Anbieter von Mehrplatzsystemen für Industrie und Handel.

Doch in der Folgezeit mußten die Ostwestfalen dem rasanten Wachstum und dem immer härter werdenden Wettbewerb im deutschen Handelsgeschäft Tribut zollen. Die Endabrechnung 1996 am 30. September brachte einen Verlust von rund 50 Millionen Mark zutage. Die Niederlassungen in England und Frankreich wurden geschlossen, Arbeitsplätze abgebaut. Aufgrund finanzieller Engpässe mußte bei einem Bankenkonsortium unter der Führung der Deutschen Bank ein Kredit von 30 Millionen Mark beantragt werden, der nur im Rahmen einer Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen bewilligt wurde.

Mitterweile ist es Peacock aber gelungen, sich finanziell zu stabilisieren. Bis Februar 1997 sind die Verbindlichkeiten um rund 25 Millionen Mark reduziert und die Lagerbestände um etwa 40 Millionen Mark abgebaut worden. Für das erste Quartal meldete das Unternehmen einen operativen Gewinn.