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19.04.2006

Pentaho bedrängt das BI-Lager

Der Open-Source-Anbieter fährt eine zweigleisige Produktstrategie.

Pentaho aus Florida entwickelt seit 2002 die gleichnamige modulare Produktsuite für Business Intelligence (BI) auf Java-Basis. Die freie Software umfasst mittlerweile Komponenten für Reporting, Data Mining, den Aufbau von Dashboards, Online Analytical Processing (Olap), Workflow und Datenintegration, die sich auch einzeln einsetzen lassen. Eine nun erhältliche kommerzielle "Professional Edition" erweitert die Produktarchitektur in erster Linie um Funktionen für die Systemverwaltung und das Deployment, die indes nicht Open Source sind. Sie sollen beim Betrieb von Server-Clustern und dem Lifecycle-Management in der Anwendungsentwicklung helfen sowie Auditing und Benutzerverwaltung ermöglichen. Am BI-Frontend kommt eine proprietäre Funktion für das Abonnieren von Berichten hinzu. Der Preis der Professional Edition soll bei 3000 Dollar pro CPU und Jahr liegen. Ist Support gewünscht, sind jährlich weitere 1000 Dollar zu zahlen. Der Vertrieb läuft in erster Linie über die Website des Anbieters.

Lance Walter, Vice President Marketing bei Pentaho, ist zuversichtlich, dass man mit dem eigenen Angebot etablierte BI-Hersteller über den Preis und technisch schlagen kann. So koste die BI-Suite bei vergleichbaren Funktionen nur ein Siebtel so viel wie konkurrierende Produkte. Zudem könne der Anwender neben typischen BI-Funktionen für Reporting und Analyse auch Workflows definieren, um BI-Anwendungen enger mit Geschäftsabläufen zu verknüpfen - eine Option, über die bisher nur wenige BI-Anbieter verfügen.

Die BI-Suite, so Walter gegenüber dem Informationsdienst "Computergram", verfüge über eine von Grund auf neu entwickelte Produktarchitektur mit integrierter Workflow-Engine. Diese könne Instruktionen verarbeiten, die mit Hilfe der Business Process Execution Language (BPEL) geschrieben wurden.

Nachholbedarf

Etwas nüchterner als sein Kollege aus dem Marketing betrachtet CTO James Dixon die Lage. Danach könne sich Pentaho funktional noch nicht mit den reinen BI-Anbietern messen. Er sei aber überzeugt, dass die Open-Source-Bewegung schon in etwa 18 Monaten die Konkurrenz einzuholen vermöge.

Pentaho, das von ehemaligen Mitarbeitern der BI-Marktführer Hyperion Solutions, Cognos und SAS Institute gegründet wurde, zählt mittlerweile nach Downloads und Community-Aktivitäten zu den hundert populärsten Open-Source-Projekten, die auf der Site Sourceforge.net gehostet sind. Seit der Freigabe der ersten Version im Dezember 2005 seien laut Anbieter mehr als 30000 Downloads pro Monat erfolgt - eine Zahl, die über der von Open-Source-Konkurrenten wie Jaspersoft und dem von der Eclipse Foundation betreuten Projekt "Business Intelligence and Reporting Tools" (Birt) liegen soll. Pentaho-Manager Walter hofft nun, dass mindestens ein bis zwei Prozent der Nutzer der freien Software auf die kommerzielle Professional Edition umsteigen werden. (as)