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29.05.1992 - 

Neuer Firmenchef, Umstrukturierung, Entlassungen

Pentop-Absatz noch spärlich Newcomer Momenta muß sparen

MÜNCHEN (bk) - Die Momenta Corp., kalifornische Start-up-Company in der Pen-Computing-Szene, muß in Sachen Kosten den Gürtel enger schnallen. Dazu wurden jetzt erste Umstrukturierungen vorgenommen, die sogar Entlassungen zur Folge hatten. Neu ist auch der Präsident, Ex-Apple-Top-Manager Del Yokam leitet künftig anstelle von Firmengründer Kamran Elahian die Geschicke des Unternehmens,

Langsamer als erwartet scheinen sich die neuen Pen-Computer durchzusetzen. Schon im März hatte die "Business Week" berichtet, daß die erste Euphorie über die mobilen Rechner ohne Tastatur verflogen sei, und Dataquest die ursprünglichen Absatzprognosen für 1992 um mehr als 40 Prozent nach unten korrigiert habe, im laufenden Jahr nur noch mit einem Absatz von 200000 Stück rechne. Weitaus skeptischer waren laut "Business Week" gar die Prognosen der Forrester Research Inc., die für 1992 gerade einen Verkauf von 75 000 "Stift-PCs" erwarteten.

Daß die neue Technologie vom Markt noch nicht so recht angenommen wird, muß nun auch Newcomer Momenta erfahren. Im September 1989 von dem Iraner Kamran Elahian mit Hilfe finanzkräftiger Investoren im kalifornischen Mountain View mit dem Ziel gegründet, mit einem mobilen Stift-Computer den PC-Markt zu revolutionieren, hat Momenta zwar im Januar mit der Auslieferung des "Pentop" begonnen, doch sind die bisherigen Absatzerfolge gemessen an den Investitionen spärlich. US-Analysten zufolge verbrauchten die Kalifornier bis jetzt rund 40 Millionen Dollar für Entwicklung und Markteinführung. "Die Einnahmen im ersten Quartal aber beliefen sich auf gerade eine Million Dollar", zitiert die CW-Schwesternzeitung "Infoworld" David Essex vom "Pen Computer Report". Dies deute darauf hin, daß Momenta, nicht mehr als 300 bis 400 Geräte an den Kunden gebracht habe.

Dies scheint auch Momentas Investoren nicht zu gefallen. Sie bestanden darauf, einen PC-Profi an die Firmenspitze zu setzen und holten den Apple-Top-Manager Del Yocam ins Unternehmen, der der Start-up-Company nun auf die Sprünge helfen soll. Was aus Momenta. Gründer Elahian wird, der bis vor wenigen Wochen noch das Sagen hatte, ist ungewiß. Offiziell zumindest hat er sich von "seinem" Unternehmen noch nicht verabschiedet.

Yocams erste Amtshandlung war die Umstrukturierung der Entwicklungsabteilung. Sie wurde in drei Gruppen aufgeteilt in Hardware- und Software-Entwicklung sowie Advanced Products. Davon betroffen war nicht nur Momentas bisheriger Gesamtentwicklungsleiter Shiraz Shivji, der fortan nur noch als Vice President für die Entwicklung neuer Produkte fungieren soll, sondern auch - so "Infoworld" - etwa 50 Mitarbeiter, die entlassen wurden. Ob Shivji seine Funktion weiter ausüben wird, scheint ebenfalls fraglich. Auch er hat sich noch nicht offiziell von Momenta verabschiedet, ist aber auch nicht im Unternehmen anzutreffen. Europa-Chef Jürgen Tepper ist von einem Rücktritt nichts bekannt: "Shiraz Shivji befindet sich in Urlaub. Alles andere ist reine Spekulation."

Daß die Vorgänge in den USA Anzeichen ernsthafter Schwierigkeiten von Momenta sind, glaubt Tepper nicht. "Das Problem neuer Technologien ist, daß sie mal schneller oder mal langsamer vom Markt angenommen werden. In Sachen Pen-Technik ist der Markt noch zurückhaltender, als wir das angenommen hatten - und dies bedeutet für Momenta als Startup- und Venture-Capital-Gesellschaft, die Ausgaben verstärkt kontrollieren, langsamer treten zu müssen." Schließlich habe man bislang nur das eine Produkt und müsse deshalb mit dem Geld auskommen, daß die Investoren zur Verfügung gestellt hätten. Diese scheinen weiterhin vom Erfolg des Pentops überzeugt zu sein. Sie versorgten Momenta jetzt mit einer neuen Kapitalspritze in Höhe von zehn Millionen Dollar.