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30.07.1999 - 

Web-Lösungen sollen Geschäft ankurbeln

Peoplesoft beklagt kräftigen Gewinneinbruch

MÜNCHEN (bs) - Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs (Ende: 30. Juni) enttäuscht Peoplesoft auf ganzer Linie: Der Umsatz sank im Vergleich zur Vorjahresperiode um fast drei Prozent auf 312 Millionen Dollar, der Gewinn schmolz von 39 Millionen auf drei Millionen Dollar.

Fachleute hatten zwar mit einem schwachen Abschneiden des Anbieters von Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Software gerechnet, doch speziell der magere Ertrag ist aus Sicht von Heinz Steffen, Senior-Analyst bei der Commerzbank in Frankfurt, "sehr enttäuschend". Nach Bekanntwerden der Ergebnisse am Freitag vergangener Woche sackte der Wert der Peoplesoft-Aktie um fünf Prozent ab. Zu Wochenbeginn hatte sich das Papier wieder erholt und tendiert derzeit bei rund 14 Dollar.

Besonders stark ist das Lizenzgeschäft eingebrochen, also der Verkauf von neuen Softwareprodukten. Konnte das Unternehmen im zweiten Quartal 1998 noch Lösungen im Wert von rund 150 Millionen Dollar an den Mann bringen, gingen heuer nur noch 58 Millionen Dollar auf das Konto von Produktverkäufen. Der Service-Umsatz ist im zweiten Quartal zwar um 45 Prozent auf 247 Millionen Dollar gestiegen, konnte aber die Gesamtbilanz nicht ausgleichen. Steffen führt den 61prozentigen Rückgang der Lizenzeinnahmen auf eine geringe Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen vor dem Jahr 2000 zurück: "Die Beseitigung des Datum-2000-Problems hat höchste Priorität, so daß Anwender ihre Budgets für neue Produkte einfrieren", erklärt der Finanzfachmann.

Analysten der Giga Information Group hatten schon seit längerem auf die Gefahren der Einproduktstrategie von Peoplesoft hingewiesen. Das Unternehmen baue speziell außerhalb der USA zu sehr auf das Geschäft mit Personal- und Finanzsoftware im Umfeld von Großunternehmen, so die Warnung. Nach Einschätzung der Auguren zeigt dieser Markt Sättigungstendenzen und wird zudem vom Erzrivalen SAP mit Kampfpreisen angegangen.

Zwar bemüht sich Peoplesoft bereits seit der CeBIT ''98, auch außerhalb der Vereinigten Staaten als Multiproduktanbieter Fuß zu fassen, doch bislang wenig erfolgreich, wie Insider berichten. In Deutschland konnten beispielsweise noch keine Kunden für die Module "Manufacturing" oder "Supply Chain Management" gewonnen werden. Zudem ist die Stelle des Peoplesoft-Geschäftsführers für die Schweiz, Deutschland und Österreich nach dem plötzlichen Ausscheiden von Uli Lindner immer noch nicht besetzt (siehe CW 25/99, Seite 12), was auch keine positiven Impulse für den hiesigen Markt bringen dürfte.

Für einen Silberstreif am Horizont soll der Verkauf von E-Commerce-Applikationen sorgen. Craig Conway, Chief Executive Officer von Peoplesoft, verspricht sich künftig jedenfalls gute Geschäfte durch den Vertrieb von Internet-basierten Lösungen. Doch in diesem Segment muß er mit reichlich Konkurrenz aus dem Lager der ERP-Anbieter rechnen.