Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

01.11.2002 - 

Softwarehersteller plant Zukäufe

Peoplesoft entdeckt Europa

PARIS (rg) - Bislang erzielt Peoplesoft nur ein Viertel seines Umsatzes in Europa. Diesen Anteil will CEO Craig Conway erheblich ausbauen. Größere Übernahmen sollen dabei helfen.

Etwas mehr als 1000 der insgesamt 4000 Peoplesoft-Kunden haben ihr Hauptquartier in Europa. Craig Conway, Peoplesofts Chief Executive Officer, gab sich auf der europäischen User-Konferenz Connect 2002 in Paris zuversichtlich, diesen Anteil deutlich ausbauen zu können. "Aus Produktsicht hat Peoplesoft in Europa keine Wettbewerbsnachteile, woran es noch mangelt, ist der Bekanntheitsgrad", so Conway. Wenn man auf eine laute Party gehe, müsse man laut sprechen. Da SAP den europäischen Markt beherrsche, müsse man hier noch lauter werden.

Entsprechende Aufmerksamkeit will Peoplesoft nicht nur durch gesteigerte Marketing-Ausgaben erreichen. Conway kündigte ein bis zwei größere Übernahmen innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate an. Er wollte jedoch keine Namen von Unternehmen nennen, an denen er interessiert ist. Nachfragen zu den Supply-Chain-Management-Firmen i2 Technologies und Manugistics beantwortete Conway unbestimmt: "Alles ist möglich." In Branchenkreisen wird unterdessen auch Baan, das vor zwei Jahren von dem mittlerweile angeschlagenen Invensys-Konzern übernommen wurde, als möglicher Kandidat gehandelt.

Beobachter räumen Peoplesoft durchaus Chancen ein, in Europa zuzulegen. "Ich traue Peoplesoft zu, innerhalb der Branchen, aus denen schon jetzt die meisten Kunden kommen, weitere Marktanteile zu gewinnen", so Simon Pollard, Vice President Research bei AMR Research. Im industriellen Umfeld sieht der Analyst dagegen wenig Expansionschancen für die Softwareschmiede. Vor allem im Bereich Supply-Chain-Management (SCM) biete Peoplesoft nicht genug.

Conway bemühte sich dagegen, das Bild vom reinen Human-Resource-(HR-) und Financials-Spezialisten gerade zu rücken. In den beiden Wachstumsmärkten Customer-Relationship-Management (CRM) und SCM habe sein Unternehmen in den zurückliegenden Quartalen ebenso hohe Umsätze erzielt wie mit Anwendungen für HR und Rechnungswesen. Laut Rüdiger Spies, Vice President Application Delivery Strategies bei der Meta Group, hat Peoplesoft die Umsätze jedoch auch durch eine geschickte Aufteilung gleichgewichtig gestaltet. "Es ist beispielsweise nicht logisch, Anwendungen für das Supplier-Relationship-Management im Bereich SCM aufzuhängen", so der Analyst. Dennoch sieht auch er Peoplesoft in Europa auf einem guten Weg. In Deutschland hänge der weitere Erfolg vor allem vom Verlauf großer Kundenprojekte, beispielsweise der CRM-Einführung der Lufthansa, ab.

Hierzulande will Peoplesoft auch den mittelständischen Markt stärker bedienen. So hat das Unternehmen in Paris angekündigt, seine "Accelerated Solutions" nun auch in Deutschland, Italien, Spanien und der Schweiz anzubieten. In Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden sind diese Festpreislösungen, die neben der Software technische Schulungen, Endanwendertraining und vorkonfigurierte Implementierungsservices beinhalten, bereits verfügbar.

Außerdem stellte Peoplesoft die Version 8.8 seiner Anwendung für das Enterprise-Performance-Management (EPM) vor. Das neue Release soll Unternehmen unter anderem bei der Umsetzung der künftig geltenden Bestimmungen der Baseler Eigenkapitalrichtlinien (Basel II) unterstützen. Ferner gab der Softwarehersteller den Ausbau seiner strategischen Allianz mit IBM bekannt. Die beiden Unternehmen haben vereinbart, Peoplesofts "Human Capital Management" (HCM) in die E-HR-Komponente von IBMs "Dynamic-Workplaces"-Initiative zu integrieren.