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Walldorfer möchten sich stärker auf Personalsoftware konzentrieren

Peoplesoft zwingt SAP zu Richtungswechsel

15.11.2002
WALLDORF (mo) - SAP plant eine strategische Initiative im Bereich Personalsoftware. Damit soll Peoplesofts Vormachtstellung weltweit gebrochen werden. Auch in Deutschland setzt der US-Konkurrent SAP zu.

Peoplesofts Vorstandschef Craig Conway gibt Gas, und SAPs Führungsspitze reagiert. Kurz nachdem Conway auf der Pariser Anwenderkonferenz seines Unternehmens angekündigt hat, in Europa durch Zukäufe wachsen zu wollen, startet SAP eine strategische Initiative im Bereich Personalsoftware. Dazu soll es auch neue Produkte geben, um bestehende Personalsoftware-Funktionen zu ergänzen. Nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Gartner hinkt SAP mit seinem Angebot hinter Peoplesoft her. In einem ersten Schritt hat das Walldorfer Softwarehaus daher bereits eine E-Recruitment-Software herausgebracht, mit der Unternehmen die Qualifikation von Mitarbeitern und Bewerbern erfassen und verwalten können.

Gerade im Bereich der Mitarbeiteranwerbung hat Peoplesoft in Deutschland punkten können. So gibt es eine Technologiekooperation mit Stepstone, einer der drei führenden deutschen Internet-Job-Börsen. Mit Hilfe des "E-Recruit Manager Desktop" können Firmen Ausschreibungen in das Internet-Angebot stellen. Nach eigener Auskunft ist Stepstone mit mehreren Unternehmen im Gespräch, die diese Funktion nutzen wollen.

Darüber hinaus ist Peoplesoft mit seiner Human-ResourceManagement-Software (HRMS) auch in Deutschland bei großen Unternehmen recht erfolgreich.

Sogar im Bereich öffentliche Verwaltungen soll Peoplesoft in jüngster Zeit Projekte gewonnen haben und sich im Ausschreibungsverfahren der Bundesanstalt für Arbeit zurzeit ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Walldorfern liefern.

Trotzdem hält Peoplesoft in Deutschland nach Untersuchungen des Marktforschungsunternehmens IDC bislang nur einen Marktanteil von 5,7 Prozent. SAP kommt dagegen auf 33,6 Prozent. Nummer zwei ist ADP mit 13,1 Prozent. Weltweit sieht das anders aus. Hier liegt Peoplesoft mit 17,4 Prozent in Front, SAP landet mit 12,2 Prozent nur auf Platz zwei.

Um den Wettbewerb auf Distanz zu halten, will Craig Conway sich Marktanteile kaufen. Gegenüber verschiedenen deutschen Tageszeitungen kündigte der Peoplesoft-Chef vor wenigen Wochen an, in den kommenden zwölf Monaten ein deutsches oder europäisches Softwareunternehmen übernehmen zu wollen.

Personalthemen werden wichtiger

Der SAP-Vorstand hat sich wohl auch deshalb entschieden, den Fokus neu zu setzen. Bislang verfolgten die Walldorfer strategische Initiativen in den Bereichen Kundenbeziehungssoftware (Customer-Relationship-Management = CRM), Lieferkettenoptimierung (Supply-Chain-Management = SCM) und R/3 Enterprise. Nun erhält auch Human-Capital-Management (HCM) die Aufmerksamkeit des Topmanagements. Zuständig ist der frühere SAP-America-Chef Wolfgang Kemna, der seit Mitte des Jahres die globalen Initiativen verantwortet.

Ob es bei den vier Aktionsfeldern bleibt, scheint indes nicht sicher. Während SAP sich bei CRM einen harten Kampf mit dem Marktführer Siebel liefert und bei HCM in Peoplesoft einen ernst zu nehmenden Gegner hat, spielen die früheren Konkurrenten bei SCM-Software, i2 Technologies und Manugistics, nur noch eine untergeordnete Rolle. Aus Insiderkreisen verlautet inzwischen, SAP werde daher das SCM-Geschäft nicht mehr so stark betonen wie bisher und sich stattdessen auf Felder konzentrieren, in denen der Wettbewerb härter ist.