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19.09.1980 - 

"Quantitative Computer Management" (QCM) auf GUIDE-Tagung vorgestellt:

Performance-Monitor für MVS/VM-Anwender

FRANKFURT - "Quantitative Computer Management" (QCM) liefert zu jedem Zeitpunkt eine komplette und totale Übersicht über jede existierende Systemaktivität in einer IBM- oder kompatiblen Konfigurationen unter MVS/VM. So beschreibt es S. Craig McKee, QCM-Projektleiter und Vice President der Duquesne Systems Inc., Pittsburgh. Der MVS-GUIDE-Konvent am 28. und 29. August in Frankfurt hatte McKee zu einem Einführungsvortrag über QCM eingeladen.

Dem steigenden Bedarf, die Leistungsfähigkeit eines bestehenden DV-Equipments auszuweiten, Planzahlen für System-Ausbauvorhaben zu erhalten, Kosten abzufangen und den Einsatz eines Systems optimal zu managen, kommt der "very sophisticated event-driven" Performance-Monitor QCM entgegen. Diese Ansicht vertreten übereinstimmend McKee und Jules Marilus, Direktionsmitglied der Hardware Independent Systems (HIS) Consultants AG, Wettswil (Schweiz), die in Deutschland, Österreich und der Schweiz den QCM-Vertrieb übernommen hat.

Software-Monitore - so McKee mit Blick auf die Konkurrenz - messen zwar die von einem Anwendungsprogramm ausgehende Systembelastung, nicht aber die Auslastung eines Gesamtsystems; sie sind andererseits den Hardware-Monitoren vorzuziehen, da sie vielseitiger, billiger und leichter handhabbar sind. Den entscheidenden Unterschied zum eigenen Produkt sieht McKee hier: Anders als die üblichen Zeit-getriebenen Monitore, die dem System in festen Intervallen Messungen entnehmen, zeichnet der Ereignis-getriebene QCM-Monitor die Aktivitäten jeder Systemkomponente kontinuierlich auf.

Dazu benötigt QCM ziemlich genau fünf Prozent Overhead, dies meint McKee, ist nur scheinbar mehr, als einige Konkurrenzprodukte beanspruchen. Sampling-Monitore nämlich könnten nicht - oder nur behelfsmäßig über Kontrollblock-Daten - analysieren, was der Supervisor selbst tue. Außerdem messe QCM nicht nur die insgesamt benötigte l/O-Zeit, sondern zerlege diese Zeit in ihre Bestandteile (Aufsuchen der Daten - Drehpositionsbestimmung, Schreib-/Lesevorgang) und notiere dabei Probleme, die durch Zeitverluste bei der Drehpositionsbestimmung und Überlastung des Plattenarms ("Degradation") entstünden - typische Erscheinungen bei Multiprogramming und Paging in virtuellen Mehrprozessor-Systemen.

Die Frage nach den erzielbaren Wirtschaftlichkeitseffekten beantworten die QCM-Anbieter so: Ihnen sei ein Fall bekannt, wo ein Kunde innerhalb eines Jahres 400 000 Dollar einsparen konnte; theoretisch sei aber auch denkbar, daß QCM in einer optimal getunten Anlage keinerlei Einsparungsmöglichkeiten aufzeige. Auf der Liste der 'Vertreiber von Duquesne stehen neben HIS beispielsweise Memorex, CPP und die englische SIL. Bisher sind rund 300 QCM-lnstallationen zu verzeichnen, darunter bei US-Steel, Shell Oil, American Express und Time/Life. Ungefähr die Hälfte der Installationen entfällt auf die seit vier Jahren vertriebene MVS-Version. Anpassungen an neue Betriebssystem-Releases der IBM, wie etwa MVS/SP, sind nach Schätzung von McKee vier Wochen nach Auslieferung der neuen Version realisiert.

Optimistisch beurteilen McKee und Marilus ihre Vertriebsaussichten im Markt Deutschland, Schweiz und Österreich. 1980 stellt sich Marilus fünf, 1981 dann schon 20 Abschlüsse vor. Nach Aussage McKees stecken in QCM (MVS) anteilig 35 Mannjahre Entwicklungszeit .

Die Installation eines kompletten QCM-Packages mit an die 70 Moduln dauert. wie Marilus angibt, etwas mehr als einen Tag; DV-Leute mit Performance Measurement-Vorbildung üben den Umgang mit QCM durch Learning-by-doing während einer Woche ein. Marilus: "Wer noch nie in einer Systemgruppe gearbeitet hat, braucht sehr lang."

Die verschiedenen QCM-Produkte kann der Kunde einzeln oder miteinander kombiniert einsetzen. Der Performance-Monitor ist Bestandteil jedes Features. Der System Performance Interrogator (SPI) ist eine Online-Diagnose und -Tuning-Hilfe, die von der Operator- oder TSO-Konsole aus benutzt wird.

Das System Performance Module (SPM) produziert regelmäßige Reports (auch grafische), die für das Tuning und Aussagen über die Arbeitsbelastung und andere Trends verwendbar sind.

Job Analysis und Billing (JAB) ist ein Job Accounting System, dessen Kostenzuordnungen im Unterschied zu den Sampling-Verfahren für gleiche Jobs immer identisch bleiben gleichgültig wie die Jobs gerade "gemixt" sind.

Das Aufzeichnen der QCM-Daten erfolgt über IBMs Systems Management Facility. Preisbeispiele: SPI und SPM kosten zusammen für zwei oder mehr CPUs 36 000 Dollar einmalige Lizenzgebühr; JAB kostet 12 000 Dollar. Für die Wartung sind nach dem ersten Jahr zwölf Prozent der Lizenzgebühr jährlich aufzubringen. Miete ist ebenfalls möglich.