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02.10.1998 - 

US-Netzintegrator zieht sich wieder aus der Alten Welt zurück

Persetel schnappt sich das Europageschäft von Anixter

Mit dem Kauf will die Persetel Q Data Holdings eigenen Angaben zufolge ihren Anspruch untermauern, zu einem der führenden Systemintegratoren in Europa aufzusteigen. Bereits Ende 1996 hatte die Firmengruppe, die mit über 6000 Beschäftigten der größte Anbieter von IT-Produkten und -Dienstleistungen am Kap der Guten Hoffnung ist, durch die Übernahme des deutschen Netzintegrators Telemation für Schlagzeilen gesorgt. Im Sommer dieses Jahres stockten die Südafrikaner ihre bisherige 40-Prozent-Beteiligung am Mannheimer Großrechneranbieter und Dienstleister Comparex auf drei Viertel der Firmenanteile auf und übernahmen von der bisherigen Comparex-Mutter BASF die Rolle des Mehrheitsgesellschafters. Diese Aktivitäten sowie diverse andere Beteiligungen (Novea, Comtech) und das stark florierende ACI-Business vor allem in Deutschland, Frankreich und Belgien ermöglichten nun ein in elf europäischen Ländern flächendeckendes Netzwerk- und Systemintegra- tions-Geschäft, hieß es.

Über den Kaufpreis und weitere Beweggründe für den Deal schweigen sich beide Unternehmen aus. Ein Sprecher der in Stuttgart ansässigen ACI-Zentrale sprach lediglich von für die IT-Dienstleistungsbranche "typischen Wachstumsproblemen". Die US-Konzernmutter sei vor der Entscheidung gestanden, "massiv zu investieren oder einen finanzkräftigen Partner zu suchen". Offenbar zur Überraschung aller Betroffenen hat sich das Anixter-Headquarter indes zur Flucht nach vorne, nämlich für einen vollständigen Verkauf seiner europäischen Business Unit entschlossen. Dies erscheint um so erstaunlicher, als das auf Netzservices spezialisierte Systemhaus (Umsatz 1997: 2,8 Milliarden Dollar, weltweit 6300 Mitarbeiter) seit längerem einen strammen Internationalisierungskurs fährt und erst vor rund zwei Jahren mit Europa-Aktivitäten großen Stils gestartet war.

Quasi von Null beginnend, brachte es ACI bei seinen ersten Gehversuchen in insgesamt neun europäischen Ländern bereits im zweiten Geschäftsjahr auf einen Umsatz von etwa 80 Millionen Dollar. Alle rund 250 betroffenen Mitarbeiter werden dem Vernehmem nach von Persetel übernommen; der Name ACI verschwindet. Über einen neuen Firmennamen, der die gesamten Europa-Aktivitäten der Südafrikaner repräsentieren soll, werde nachgedacht, hieß es weiter. Seit längerem kursieren bekanntlich Pläne, wonach die Persetel-Gruppe, deren Aktien in Johannesburg gehandelt werden, auch ein Listing an einer europäischen Börse anstrebt.