Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.04.1983 - 

Mikro-Anbieter wollen sich im Vorfeld der Groß-DV profilieren:

Personal Computer werden kommunikationsfähig

HANNOVER - Für den sinnvollen Einsatz von Personal Computern in Fachabteilungen von Groß- und Mittelbetrieben, die den Zugriff auf eine zentrale Datenbank benötigen, ist Datenkommunikation unerläßlich. Dies scheinen auch die Mikro-Hersteller erkannt zu haben, die auf der Hannover-Messe Emulationen gängiger Terminals von IBM oder Siemens vorstellen. Zunehmende Bedeutung gewinnen in diesem Zusammenhang auch die lokale Netzfähigkeit und die X.25-Schnittstelle für den Anschluß an öffentliche Netze.

Bis zu fünf Bildschirme können an den neuen Mikro 586 der Altos GmbH, Gräfelfing, angeschlossen werden. Neben dem standardmäßig integrierten lokalen Netzwerk "Alto-Net" bietet der süddeutsche Hersteller optional auch Ethernet an. Der US-Anbieter gibt sich zuversichtlich: Die Integration in SNA soll das amerikanische Unternehmen bis Ende 1983, die IBM-Terminal-Emulationen gar bis Mitte des Jahres verwirklicht werden.

Das ab Juli zur Verfügung stehende integrierte Kommunikationsboard erlaube darüber hinaus, sich über die X.25-Schnittstelle in öffentliche Netze einzuschalten. Das Modell hat die FTZ-Zulassung und läuft unter dem Xenix/Unix-Betriebssystem. Eine arbeitsfähige Konfiguration einschließlich Kommunikationsboard wird etwa 25 000 Mark kosten, sagen die Gräfelfinger, der Ethernet-Zusatz rund 8000 Mark.

Die Einzelplatz-Rechner der PSI 80- und der PSI 900-Serie von Kontron können entweder über das hauseigene Netzwerk Kobus oder das Net/ one von Ungermann-Bass zu einem Rechnerverbund zusammengeschlossen werden. Während eine SNA-Fähigkeit bei Kontron nicht geplant ist, bieten die Echinger verschiedene Terminal-Protokolle zum Anschluß an die Groß-EDV an:

Die beiden IBM-Protokolle BSC1 und BSC2 für die 2780/3780 und 3270-Bildschirme sowie MSV1 und MSV2 zur Emulation der Siemens-Stapel- und Dialog-Bildschirme. Jedes dieser Software-Pakete kostet 3800 Mark. Ferner sei mit den Rechnern der Anschluß an Btx möglich, jedoch nur als Empfänger, da Kontron noch keine X.25-Schnittstelle anbietet. Die FTZ-Zulassung ist beantragt. Die Rechner der PSI-Serien benützen entweder CP/M, Oasis oder KOS als Betriebssystem.

Mit der Verfügbarkeit des Betriebssystems TurboDOS, geplant für Ende 1983 werden die Rechner von Kneisner & Doering, Braunschweig, bis zu vier Bildschirmarbeitsplätze unterstützen. Alle Modelle der IMS Serien können dann auch über das lokale Netzwerk TurboNet miteinander kommunizieren. Ferner bietet Kneisner für den Anschluß an IBM-Rechner die Protokolle 3270 und 3780 an, die je 2500 Mark kosten.

Etwa Mitte des Jahres ist auch eine MSV1-Emulation für das Siemens Terminal 8160 geplant. Für die Kommunikation über öffentliche Netze wird Kneisner nach eigenen Angaben bis Juli 1983 die X.25-Schnittstelle zur Verfügung stellen, die eine Grundlage für Btx-Anwendungen darstellt. Das Btx-Paket wird bei dem Braunschweiger Unternehmen rund 4300 Mark kosten. Weiterhin bietet Kneisner eine Teletex-Erweiterung für rund 650 Mark an. Für die verschiedenen Rechner wurde die FTZ-Zulassung beantragt und teilweise genehmigt.

Bald FTZ-Zulassung

Einen maximalen Ausbau auf acht Arbeitsplätze gibt die Fortune GmbH, Eschborn, für ihren Mikrocomputer 32:16 an. Das Unternehmen will bis Ende des Jahres ihren Kunden das lokale Netzwerk Ethernet anbieten. Eine Datenfernübertragung mittels 3270-Protokoll demonstrierte Fortune auf der Messe mit dem kommunalen Gebietsrechenzentrum Wiesbaden. Im Herbst sollen die IBM-Protokolle 3270 und 3780/2780 folgen. Die Preise gibt Fortune mit 1934 (3780/2780) und 2259 Mark (3270) an. SNA-Fähigkeit ist zwar geplant, so die Fortune-Manager, aber es steht noch kein Termin für die genaue Verfügbarkeit fest. Die asynchrone Kommunikation gewährleisten die beiden Protokolle ITE für ASCII- oder TTY-Terminals sowie FFCP für die Verbindung zu einem anderen Unix-Rechner. Die Datex-P Schnittstelle X. 25 will Fortune bis Juni 1983 in Prototypen installiert haben, wofür jedoch noch keine FTZ-Zulassung vorliegt.

Einen mehrplatzfähigen Professional Computer will dem Vernehmen nach die Wang GmbH, Frankfurt, zur NCC im Mai vorstellen. Realisiert sei inzwischen die Anschlußmöglichkeit an das Breitband-Netzwerk Wang-Net sowie die Emulationen der IBM-Stapelterminals 2780 und 3780, ist von der deutschen Niederlassung zu hören. Bis zum Ende des Jahres will das Unternehmen seinen Mikro auch mit dem 3270-Protokoll anbieten, während SNA nicht auf dem Programm steht. Ungewiß ist es auch, wann der Professional Computer über eine X.25-Schnittstelle verfügen wird.

Nicht netzwerkfähig

Für den Einsatz des Corvus-Netzwerkes "Omninet" hat die Sirius GmbH, Frankfurt, einen Rechner ohne Massenspeicher im Programm. Maximal 64 Einheiten können zusammengeschlossen werden. An verfügbaren Terminal-Emulationen bietet Sirius MSV1 und 2, IBM 2780/3780 und 3270 sowie Sperry UT20 an. Das 3270-Protokoll läuft allerdings nur unter MS-DOS, während alle anderen Protokolle zusätzlich auch unter CP/M ablauffähig sind. Das Gerät ist weder SNA-fähig noch verfügt es über eine X.25-Schnittstelle, hat jedoch inzwischen die FTZ-Zulassung durch die Post erhalten. Die Preise stehen bei Sirius jedoch schon fest: 800 Mark für die 3780-Emulation und 2800 Mark für das MSV1-Protokoll.

Bis zu vier Bildschirme lassen sich an den Bürocomputer 203 der David GmbH, Stuttgart, anschließen. Der David-Mikro, dem noch die Netzwerkfähigkeit fehlt, basiert auf dem Fairchild-Prozessor 9445. Obwohl die Stuttgarter den Rechner nicht für den SNA-Betrieb ausrüsten wollen, laufen indes IBM-Stapel- als auch Dialog-Protokolle sowie Electronic Mail. MSV 1 und 2 ist für 1984 geplant. Das mit dem Echtzeit-Betriebssystem Midos arbeitende Modell 203 ist Datex-L fähig, kann mit einer X.25 ausgerüstet werden und wird, David-Angaben zufolge, bis Juni diesen Jahres die FTZ-Zulassung erhalten. Eine X.25-Option kostet den Anwender rund 5000 Mark.

Der Personal Computer der IBM GmbH, Stuttgart, kann sowohl mit einem Adapter für die asynchrone Übertragung sowie mit einem SDLC-Adapter (er kostet etwa 750 Mark)ausgerüstet wenden. Letzterer ist Voraussetzung für die 3270- und 3770 RJE-Emulationen. Beide Prozeduren kosten je 1500 Mark . Während das RJE-Protokoll bereits angeboten wird ist die 3270-Emulation erst Ende des Jahres verfügbar. Ferner kann der PC wie eine 3101 Datenstation arbeiten. Alle Prozeduren benötigen das MS-DOS-Betriebssystem. Mit einer X.25-Schnittstelle will IBM den PC erst dann ausrüsten, wenn der neue CEPT-Standard für Btx vorliegt.

Btx-Software im Juni?

Eine Vielzahl von Kommunikationsprotokollen hat die Digital Equipment GmbH, München, für die drei Mikrocomputer Rainbow, Professional 325 und 350 im Programm. Für die beiden Professionals gibt es ein SDLC und ein BSC-Paket (verfügbar Ende 1983; Preis: je 2800 Mark) zur Emulation des IBM 3276-Terminals. Ferner bietet DEC Protokolle für die Stapelstation 2780 und 3780 (Oktober 1983; Preis: 2000 Mark) sowie den Siemens-Bildschirm 8160 (September 83, 2800 Mark) an. Zwei Btx-Pakete will das Unternehmen im Juni (Benutzer-Protokoll) beziehungsweise im Oktober (Anbieter-Protokoll) auf den Markt bringen. Das Grundpaket kostet 1950 und das Erweiterungspaket 1400 Mark. Etwa Mitte des Jahres sollen die Emulationen der verschiedenen Terminals zu gleichen Preisen für den Rainbow ausgeliefert werden, Beide Professionals können mit Ethernet in einem lokalen Netz zusammenarbeiten.