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Personal fuer das etwas andere Unternehmen

23.02.1996

Es war im Oktober vergangenen Jahres am Rande der Telecom '95 in Genf, als Telekom-Sprecher Juergen Kindervater abends in vertrauter Runde etwas sehr Intimes aus dem Bereich Oeffentlichkeitsarbeit des ehemaligen Postriesen zum besten gab: Erst vor wenigen Tagen habe er, so sein Lamento, in seiner Abteilung die letzte Beamtin ernennen muessen.

Nun geht es hier keineswegs darum, dass etwa Herr Kindervater keine Beamten mag. Gleichzeitig zeigt dieses Schlaglicht aus dem Telekom-Innenleben jedoch, wie schwierig sich in der Bonner Godesberger Allee die Gratwanderung zwischen der ehemaligen Behoerdenzeit und der personellen Ausstattung eines neuen, sich dem Wettbewerb stellenden Unternehmens gestaltet. Erst recht dort, wo Mitarbeiter abgebaut werden muessen (nach wie vor schleppt die Telekom beispielsweise 40000 Techniker zuviel mit sich herum), Profis an der Verkaufsfront aber gefragter denn je sind - die immer wieder kritisierte unzureichende Kundenorientierung laesst gruessen!

Wie aber koennen versierte Verkaeufer sowie andere Spitzenkraefte gefunden, gekoedert und im Erfolgsfall auch integriert werden? Hans Krueger, Bereichsleiter bei der Telekom-Tochter DeTeMobil, bringt sein Rezept auf den Punkt: Man nehme Beamte aus der Telekom- Zentrale sowie den Niederlassungen und beurlaube sie, fuege Berater von Consulting-Firmen sowie Mitarbeiter aus der Industrie hinzu, wuerfele diese zusammen, gruende eine Gesellschaft und entlasse das Ganze in den Wettbewerb - mit nicht unerheblichem Erfolg, wie sich am boomenden Mobilfunkgeschaeft der Telekom ablesen laesst.

Was im uebrigen aber den Job der DeTeMobil-Personalabteilung nicht einfacher macht. Von einem extremen Andrang von Berufsanfaengern (1300 Bewerber auf eine Anzeige!) weiss Krueger da zu berichten und von der Tatsache, dass der Markt fuer erfahrene Mobilfunkingenieure leergefegt sei. Auch der Einsatz von Headhuntern helfe hier nur bedingt weiter. Was bleibt, ist das banale Ausscheidungskriterium des attraktiven Arbeitgebers. Genau damit moechte DeTeMobil-Mann Krueger kuenftig verstaerkt Flagge zeigen, naemlich mit der Unternehmenskultur "des etwas anderen Unternehmens". Gerhard Holzwart