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11.07.1997 - 

Peoplesoft und ADP machen gemeinsame Sache

Personal-Software Paisy soll fit für Europa werden

"Software-Entwicklung ist nicht unsere Kernkompetenz", betont Philippe Lanternier, Geschäftsführer der ADP Employer Services GmbH, Frankfurt am Main. Der Serviceriese - mit mehr als 4000 Mitarbeitern und über vier Milliarden Dollar Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr - erwarb das von Lammert + Partner entwickelte Paisy erst Ende des vorletzten Jahres zusammen mit dem französischen Dienstleister GSI.

Offenbar läßt sich mit dem Softwareprodukt ein hübsches Zubrot verdienen. Trotz seines hohen Alters findet Paisy immer wieder Kunden, die das in Cobol programmierte Abrechnungssystem wegen seiner Zuverlässigkeit schätzen - so im vergangenen Jahr die Deutsche Bahn AG und kürzlich erst die Deutsche Telekom AG. Durch Portierung läuft die Software mittlerweile auch unter modernen Umgebungen wie Windows NT.

Aber in puncto Funktionalität ist die Konkurrenz vorbeigezogen. Die SAP AG, Walldorf, bietet dem Anwender weit mehr als nur eine Entgeltabrechnung. Und auch der designierte ADP-Partner Peoplesoft liefert weitreichende Funktionen für das Personal-Management, also beispielsweise die Verwaltung von Bewerbungsvorgängen sowie von Weiterbildungsplänen.

Diesen Bedarf mußten die Paisy-Kunden bislang anderweitig decken. Zwar haben viele die dazu notwendigen Softwarekomponenten selbst entwickelt, doch stehen diese Systeme jetzt teilweise zur Ablösung an. Die Gefahr, daß die Kunden im Zuge der Neubeschaffung zu SAP oder Peoplesoft überlaufen, dürfte ADP wohl bewußt sein.

Paisy wird nur im deutschsprachigen Raum verkauft, und das hat seinen Grund. Ausländische Versionen eines Personalabrechnungssystems müssen nicht nur in eine andere Sprache übersetzt werden, sondern auch die gesetzlichen Besonderheiten des jeweiligen Landes abbilden - eine lästige Aufgabe für ein Unternehmen, das sich nicht als Entwickler-Company begreift. Das bedeutet nun aber wieder, daß Paisy für multinationale Unternehmen nur bedingt in Frage kommt.

Von der angestrebten Kooperation mit Peoplesoft verspricht sich ADP die Entwicklung einer leicht modifizierbaren und Client-Server-tauglichen Softwarebasis, die noch dazu zahlreiche Funktionen des Personal-Managements einschließt. Die Anpassung an die lokalen Gegebenheiten ist das Gebiet, wo ADP das eigene Know-how einbringen will. Außerdem ist vorgesehen, daß der Dienstleister das Produkt an die Anwender vertreiben wird.

Neben seiner modernen Architektur wird das neue System dem alten Paisy auch die Ad-hoc-Lösung des dräuenden Jahr-2000-Problems voraus haben - eine Hürde, über die ADP ihr existierendes Personalabrechnungs-System erst noch hieven muß. Nach Aussagen von Kunden hat der Anbieter zugesichert, daß er bis zum 31. Dezember 1999 jedes Datumsfeld auf die vierstellige Jahreszahl umgestellt haben wird. In einigen Bereichen der Software sei diese Aufgabe bereits erledigt, weitere Felder würden mit dem nächsten Maintenance-Release folgen.

Für die Kunden, die ihre gewohnte Payroll-Anwendung beibehalten möchten, will ADP das betagte Paisy offenbar auch über das Jahr 2000 hinweg weiterpflegen. Um der bestehenden Anwenderbasis aber auch die Vorzüge einer integrierten Human-Resources-Umgebung zugänglich zu machen, plant der Anbieter, ein Hybridsystem auf den Markt zu bringen, das die HR-Funktionen von Peoplesoft mit der Abrechnungsmaschine Paisy koppelt.